LWL: Wandelkrippe der Paderborner Marktkirche ist Denkmal des Monats Januar

Die Krippe der Paderborner Marktkirche (ehemalige Jesuitenkirche) ist eine von nur zwei erhaltenen Kirchenkrippen, die die Krippenkünstlerin Johanna Lamers-Vordermayer in den 1920er Jahren schuf.

"Das Zusammenwirken des Ausdrucks der einzelnen Figuren und eine große Liebe zum Detail sowie die Komposition insgesamt, lassen die Kirchenbesucher noch heute staunen", erklärt LWL-Denkmalpflegerin Dr. Bettina Heine-Hippler die besondere Wirkung der historischen Krippe.

Bildtext (r.): Der LWL hat die 90 Jahre alte Krippe der Paderborner Marktkirche als Denkmal des Monats Januar ausgezeichnet. Foto: LWL/B. Hippler

Die als so genannte Wandelkrippe konzipierte Kirchenkrippe wird am 4. Advent aufgebaut und erzählt bis Mitte Januar in drei verschiedenen Bildern das vorweihnachtliche Geschehen. Zur Krippe gehören 19 bewegliche Gliederpuppen. Sie bestehen aus stoffumwickelten Drahtgestellen; die Arme, Hände, Füße und Köpfe sind aus Holz geschnitzt. In einer Zeit, in der Krippenfiguren aus Gips den Markt beherrschten, waren die Krippen der gebürtigen Münchnerin, Johanna Lamers-Vordermayer, etwas Besonderes. So sah schon 1914 der Krippensammler Max Schmederer in den Werken der Münchenerin „moderne Krippen, die die Krippe wieder aus der Tiefe ihrer Verunstaltung herauszieht und sie künstlerisch und religiös läutert.“

Die durch Kriegswirren entstandenen Schäden an etlichen Krippenfiguren wurden vermutlich nach Kriegsende "grob" repariert. 2011 ließ die Kirchengemeinde von der Beckumer Restauratorin Brigitte Schröder notwendige Restaurierungen an den Figuren vornehmen. Dabei hat sie die Verklebungen an den Gelenken abgenommen, fehlende Finger ergänzt und kleinere Fehlstellen retuschiert. Die Kosten hat die Kirchengemeinde getragen, indem sie für die einzelnen Figuren Paten suchte, die für „ihre Patenfigur“ die Restaurierungskosten übernommen haben.
Quelle: LWL

Weitere Informationen:
www.lwl.org

Titelbild: Jede der 19 Krippenfiguren hat einen Paten, der 2011 die Restaurierung „seiner“ Figur gezahlt hat. Diese Figur ist eine derjenigen mit erhaltenen feinen Gesichtszügen. Foto: LWL/B. Hippler