Ausstellung auf dem Stiftsberg: „919 – Plötzlich König – Heinrich I. in Quedlinburg“

Bildunterschrift: Schlossmuseum und Stiftskirche Quedlinburg/Blick auf die Stiftskirche St. Servatii von Südosten, Baubeginn 1070, seit 1994 UNESCO-Weltkulturerbe.
Foto: Elmar Egner M.A.

Quedlinburg. – Die mehr als 1000 Jahre alte Stadt begeht in diesem Jahr ihr 25. Jubiläum der Aufnahme in das UNESCO-Welterbe. Ein weiteres Ereignis sorgt für besondere Aufmerksamkeit: das 1100. Jubiläum der Königserhebung Heinrichs I. zum ersten deutschen König.

Unter dem Titel „919 – Plötzlich König – Heinrich I. in Quedligburg“ findet eine Sonderausstellung auf dem Stiftsberg in Quedlinburg statt. Vom 19. Mai 2019 bis 2. Februar 2020 sind Quedlinburger Stiftskirche und das Schlossmuseum Schauplatz der eindrucksvollen Sonderausstellung „919 – Plötzlich König – Heinrich I. in Quedlinburg“.

Macht und Liebe – Einzigartige Formel der Ottonen

Frauen nahmen in vielerlei Hinsicht das „unsichtbare Zepter“ bedeutender ottonischer Herrscher in die Hand. Was wäre aus König Heinrich I. ohne Mathilde, Otto dem Großen ohne Adelheid oder aus Kaiser Heinrich II. ohne Kunigunde geworden?

Waren in der Herrschaftszeit von Karl dem Großen Priester und Mönche, die engsten Vertrauten der Monarchen, so hatten in der Epoche der ottonischen Herrscher diese Schlüsselposition die Ehefrauen der Kaiser und Könige inne. Mit den Frauen teilten die Ottonen nicht nur das Bett und zeugten (bis auf eine Ausnahme) zahlreiche Nachkommen, sie vertrauten ihnen auch kompromisslos – so wie sie ihre Frauen liebten – so vertrauten sie ihrem Rat, ihrer Weisheit und Intuition – was für eine wundervolle Formel – so einfach und doch so selten und kostbar.

Bildunterschrift: Schlossmuseum und Stiftskirche Quedlinburg/Fibel/Goldscheibenfibel aus Groß Orden (Wüstung bei Quedlinburg), Mantelschließe einer vornehmen Frau aus Gold, Bronze, Email, Granat, Glas, Perlmutt, 7. Jh. n. Chr., mittig eine antike Gemme mit einem Sartyr, 2. Jh. n. Chr. Foto: Schlossmuseum Quedlinburg

Heinrich I. war kein König der großen Kompromisse. Seiner kurzen Ehe mit der aus Merseburg stammenden Sächsin Hateburg folgte die Liebe seines Lebens: Mathilde. Sie war es, die nach dem Tod des Königs auf dem Burgberg von Quedlinburg ein Stift zu seinem Angedenken gründete. Heute bilden die Stiftskirche St. Servatii und das sogenannte Quedlinburger Schloss ein einzigartiges Ensemble herausragender Architektur. Hier, in der Grablege der Stiftskirche sind Heinrich und Mathilde wieder vereint.

Bildunterschrift: Schlossmuseum und Stiftskirche Quedlinburg/Kamm Heinrichs I./Heinrichskamm, Elfenbein, 7. oder 8. Jh. n. Chr., Ägypten oder Syrien, zwei voneinander abgewandte Pferdehälse aus Goldelementen des 9. bis 10. Jh. n. Chr. Foto: Elmar Egner M.A.

Infobox:

Vom 19.05.19 bis 02.02.2020 wird die Quedlinburger Stiftskirche und das Schlossmuseum zum Schauplatz einer eindrucksvollen Sonderausstellung. Zwei Kapitel erzählen die Geschichte Heinrichs I. in Quedlinburg.

Das erste Kapitel „919- plötzlich König“ befasst sich mit der Königswerdung Heinrichs I. Wurde Heinrich plötzlich König oder nahm die Thronerhebung des Sachsenherzogs einen längeren Anlauf? Wodurch tritt Heinrich als König hervor? Das erste Kapitel sucht Antworten darauf.

Das zweite Kapitel „Am Anfang war das Grab“ nimmt Heinrichs Tod und Nachleben in den Fokus. Die Stiftskirche mit ihrem einzigartigen Domschatz ist eindrucksvolles Zeugnis der Memoria für Heinrich I. Was hinterlässt ein König und wie erinnert man sich an ihn?
(Quelle: CAB Cultura/CAB Artis)

Weitere Informationen:
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