Hetjens – Deutsches Keramikmuseum: “Zum Heulen schön! Meissener Zwiebelmuster in seiner ganzen Vielfalt (1730 bis 1888)”

Düsseldorf. – Schöner Irrtum: Bei dem berühmten Meissner Zwiebelmuster handelt es sich gar nicht um ein Zwiebeldekor! Vielmehr sind auf dem Tellerrand Granatäpfel und Pfirsiche aufgebracht! Dies und viele weitere Details und Veranstaltungen präsentiert das Hetjens – Deutsches Keramikmuseum erstmalig in einer Sonderausstellung. Noch bis 17. März 2019 können Besucherinnen und Besucher die wohl weltweit größte Privatsammlung Meissener Zwiebelmuster bewundern.

Die einmalige Sammlung, die der Münchner Porzellan-Liebhaber Hartmut Lubcke in über 25 Jahren zusammentrug, umfasst insgesamt rund 2.500 Objekte und gibt einen vollständigen Überblick zur Geschichte des berühmten Zwiebelmusters. Die in der Ausstellung “Zum Heulen schön! Meissener Zwiebelmuster in seiner ganzen Vielfalt (1730 bis 1888)” gezeigten Exponate, rund 600 ausgewählte Stücke, vermitteln einen umfassenden Eindruck des berühmten Dekors.

Zahlreiche faszinierende Details können Besucherinnen und Besucher des Hetjens-Museums entdecken in der Ausstellung “Zum Heulen schön! Meissener Zwiebelmuster in seiner ganzen Vielfalt (1730 bis 1888)”. © Landeshauptstadt Düsseldorf/Ingo Lammert

Auch August der Starke, Kurfürst von Sachsen und König von Polen, liebte die unterglasurblaue Malerei, die er von den aus China importierten Porzellanen kannte und die er als Königsfarbe schlechthin, als Bleu Royal ansah. August der Starke höchstselbst bezeichnete die königliche Farbe in schönstem Sächsisch als “Rohadabläh”. Tausendfach kopiert sind die ersten Stücke bereits um 1730 entstanden und wurden zunächst als Blau Ordinaire Mahlerey bezeichnet. Erst im 19. Jahrhundert kam der Name Zwiebelmuster auf. Dabei handelt es sich bei den Früchten auf dem Tellerrand gar nicht um Zwiebeln, sondern um Granatäpfel und Pfirsiche. Bis heute gehört das Zwiebelmuster zu den bekanntesten und erfolgreichsten Porzellandekoren überhaupt.

Der unglaubliche Reichtum der Stücke aus dem 19. Jahrhundert lässt “Zum Heulen schön! Meissener Zwiebelmuster in seiner ganzen Vielfalt (1730 bis 1888)” vermuten, dass in Meissen nahezu alle Formen – von der Untertasse bis zum Kronleuchter – mit dem beliebten Zwiebelmuster dekoriert worden sind. Die Münchner Sammlung ermöglicht aufgrund ihrer Qualität sowie der Vielzahl der Objekte eine nahezu wissenschaftliche Analyse der verschiedenen Malerzeichen im 18. Jahrhundert und gibt eine wohl einmalige Übersicht über den Formenreichtum des Zwiebelmusters. Auch auf die lang geführte Diskussion über die Symbolik der chinesischen Vorbilder wird eingegangen.

Zahlreiche faszinierende Details können Besucherinnen und Besucher des Hetjens-Museums entdecken in der Ausstellung “Zum Heulen schön! Meissener Zwiebelmuster in seiner ganzen Vielfalt (1730 bis 1888)”. © Landeshauptstadt Düsseldorf/Ingo Lammert

Rahmenprogramm zur Sonderausstellung

Familienworkshop in der Werkstatt: Am Sonntag, 25. November, 14 bis 16 Uhr können Kinder und Erwachsene einen echten Porzellanteller mit eigenem Zwiebelmuster gestalten, der im Brennofen gebrannt und dessen Dekor dadurch sogar spülmaschinenfest wird. Die Teilnahmegebühr beträgt 15 Euro pro Erwachsener, 10 Euro pro Kind, inklusive eines weißen Porzellantellers pro Person. Weitere Teller können während des Workshops erworben werden. Eine Anmeldung ist erforderlich!

“Meet the Collector!”, Mittwoch, 13. März 2019, 18 Uhr, “Rohadabläh – Blau des Königs”: Gespräch und Führung mit Hartmut Lubcke. Der Eintritt kostet 10 Euro pro Teilnehmer zu der Veranstaltung. Eine Anmeldung ist erforderlich.
(Quelle: Hetjens-Museum)

Weitere Informationen:
duesseldorf.de/hetjens

Titelbild: Ein bekanntes Muster – und doch gibt es Neues zu entdecken in der Ausstellung “Zum Heulen schön! Meissener Zwiebelmuster in seiner ganzen Vielfalt (1730 bis 1888)”. © Landeshauptstadt Düsseldorf/Ingo Lammert