Galerie Schwartzsche Villa, Berlin: “Labyrinthe – Malerei – Objekte – Installationen”


Sommer – Sonne … sie sind noch hier? Oder sind sie schon wieder zurück? Mit dem Sommer verbinden wir Sonne, blauer Himmel, Ferien oder doch Freizeit, Natur genießen. Wer nicht weit verreisen kann oder wieder mit Sehnsucht im Herzen aus seinem Urlaub zurück ist, kann jetzt mitten in der Großstadt Erinnerungen auffrischen. Wir raten Ihnen als Trost durch die Ausstellung "Labyrinthe" zu wandeln. Klein, aber fein, gelungen!

Man spürt hier förmlich, umgeben von Muscheln, dem Motiv der Ausstellung, realen und gemalten, künstlerisch verwandelten Gebilden, den Sand vergangener glücklicher Tage unter den Füßen knirschen. Man findet Formen, die das Meer in Gestalt von Muschelschalen freigibt.

Wie die Künstlerinnen Tatjana Orlob-Runge und Carola Lantermann die Schöpfungen der Natur mit ihren Augen sehen, empfinden, malen und zu Objekten umformen, darf der Besucher hier bewundern und bestaunen.

Eine gelungene Idee, die Arbeiten der beiden, die an unterschiedlichen Orten leben und arbeiten, die ihre Materialien am Mittelmeer bzw. Ostsee sammeln, mit gleichem Thema, doch unterschiedlicher Auffassung und Umsetzung, zusammen in einer kleinen Ausstellung zu präsentieren, nebeneinander oder gegenüber zu stellen. Der Betrachter lässt sich von diesem Strandgut, dass wir alle doch schon so oft selbst aufsammelten, faszinieren.

Einzigartig die Idee, die den Kompositionen der Triptychen zugrunde liegt. Man meint die Musik zu spüren, die Tatjana Orlob-Runge, ausgebildete Tänzerin und Choreographin, oft beim Malen an der Staffelei inspirierend begleitet. Hell, in zarten, wenigen Farbtönen scheinen sie das flimmernde Licht einzufangen. Äußerst behutsam und sensibel gestaltet, setzt sie die weißen Leinwände, die die eingefangene Sonnenwärme zu reflektieren meinen. Sie geben diese aber nicht nur zurück. Man vertieft sich beim Betrachten der in Spiralen gewundenen Muschelhäuser, verliert sich in Gedankengängen und vergisst dabei das Jetzt.

Aus dem Vertiefen wieder aufgetaucht bewirkt der kleine Rundgang beim Betrachter ein Gefühl der Ruhe, Entspannung, Erholung. Womit wir wieder bei den eingangs erwähnten Feriengefühlen wären.

Wir empfehlen Ihnen diesen kleinen "Strandspaziergang" mitten in der Großstadt. Bei einer anschließenden Tasse Cappuccino im umgrünten Garten-Cafe der Villa, lehnen Sie sich zurück, genießen Sie diese Oase inmitten der Großstadt und lassen Sie den Sommertag ausklingen.

Vielleicht sind Sie in so gute Stimmung geraten, dass Sie beim Blick in den kleinen Katalog ganz ernsthaft überlegen, dass dieser ihre Sehnsüchte nach Wind und Wellen, Strand und Ferien nicht stillen wird, so reizend er auch ist. Macht gar nichts!

Sie können die hier ausgestellten Werke der zwei Naturliebhaberinnen käuflich erwerben und so Ihre Erinnerungen an schöne Tage damit verbinden und für immer daheim aufheben! So wie die kleinste Muschel am Ohr das Meer ewig rauschen lässt.
emb.Berlin

Die Ausstellung kann noch bis 17. August 2008 besucht werden.

Weitere Informationen:
www.kultur-steglitz-zehlendorf.de

(Der Link wurde am 23.07.2008 getestet.)

Bild: Tatjana Orlob-Runge stein, sand, schnecke und meer, Triptychon, Mischtechnik mit Acryl und Pastell auf Leinwand, 3x 20×20 cm, 2007.