BayernLB Galerie zeigt Werke von Marlene Neubauer-Woerner


Marlene Neubauer-Woerner, hochbetagte Münchner Bildhauerei, lauschte angeregt und mit besonderem Vergnügen den kenntnisreichen Ausführungen der bekannten Historikerin Dr. Martha Schad. Diese schilderte Marlene Neubauer-Woerner "als bedeutende Pionierin in einer Kunstgattung, die lange als die ´unweiblichste´ aller Künste galt, da sie mit physischer Anstrengung einherging."

1918 in Landshut geboren, zeigte das Mädchen bereits in jungen Jahren ein unverkennbares künstlerisches Talent. Bei der Großmutter aufgewachsen, hatte es geheißen, "dass sie zu nichts anderem zu gebrauchen sei als zur Bildhauerin." Im Alter von 17 Jahren absolvierte sie erfolgreich die Meisterprüfung an der Staatlichen Fachschule für Keramik in Landshut. 1936 folgte ein Studium an der Akademie für Angewandte Kunst in München und 1942 wechselt sie an die Akademie der Bildenden Künste München. Seit 1946 arbeitet sie als Selbständige, wird 1952 das erste weiblich Mitglied in der Münchner Secession im Haus der Kunst München. Seit 1958 ist sie Jurymitglied der GEDOK (Verband der Gemeinschaften der Künstlerinnen und Kunstförderer e.V.). Marlene Neubauer-Woerner wurde mit dem Schwabinger Kunstpreis, Bayerischen Verdienstorden sowie mit zahlreichen Ehrenmedaillen verschiedener Städte im In- und Ausland ausgezeichnet. 1987 war sie Ehrengast der Villa Massimo in Rom. In diesem Jahr wird die Künstlerin mit der Medaille "München leuchtet" ausgezeichnet werden.

Das Gesamkunstwerk von Marlene Neubauer-Woerner umfasst mehr als 30 Brunnen, zahlreiche Reliefs und Skulpturen aus Bronze und Stein in öffentlichen und kirchlichen Räumen sowie im privaten Bereich. Treffend beschreibt Dr. Martha Schad die künstlerische Handschrift der Bildhauerin: "Die Kunst der Marlene Neubauer-Woerner ist durch die Suche nach dem Innerlichen des Menschen motiviert. Als Bildhauerin sucht sie nach individuellen Charakterzügen, Stimmungen und Empfindungen …". Ihre Werke finden sich unter anderen in Kaufbeuren, Landshut, Wörth am Inn und in München. Eine ihrer bekanntesten Skulpturen ist das Denkmal für die Komikerin Ida Schumacher auf dem Münchner Viktualienmarkt.
Brigitte Karch

Die Ausstellung kann vom 18. Juli bis 14. September 2008 in der BayernLB Galerie in München besichtigt werden.

Weitere Informationen:
www.bayernlb.de/galerie

(Der Link wurde am 18.07.2008 getestet.)

Bild (v.l.): Dr. Martha Schad und Marlene Neubauer-Woerner. Foto: Brigitte Karch