Gemäldegalerie Dachau: Anna Klein und andere Künstlerinnen


Entschied sich eine Frau um 1900 für den Beruf der Künstlerin, bedeutete dies oft einen Bruch mit gesellschaftlichen Konventionen. Da die meisten deutschen Kunstakademien den Frauen erst um 1920 herum ihr Tore öffneten, mussten diese für eine Ausbildung auf teure private Malschulen ausweichen. In Ergänzung zu München boten auch die Dachauer Malschulen ein gutes Angebot, und das nicht nur während der Sommermonate, wenn die reizvolle Mooslandschaft zahlreiche Motive zum Malen bot. Seit den 1880er Jahren kamen viele Malerinnen nach Dachau um einem ihrer Malerkollegen Unterricht zu nehmen. Die meisten verließen Dachau nach einigen Wochen wieder, einige blieben für immer. Viele von ihnen kehrten, etwa durch Heirat, in ein bürgerliches Leben zurück und gaben ihre künstlerische Tätigkeit auf. Eine nicht geringe Zahl aber verfolgte den Künstlerberuf mit großer Ernsthaftigkeit weiter. Doch selbst die, deren Arbeiten zu Lebzeiten Anerkennung fanden, sind heute größtenteils unbekannt.

Im Kreise einiger Dachauer Künstlerinnen ihrer Generation zeigt die Gemäldegalerie Dachau als Schwerpunkt der Ausstellung das Werk Anna Kleins (1883–1941), deren künstlerischer Nachlass 2007 durch eine Schenkung in den Besitz des Museums kam. Die 1883 in Nürnberg geborene Tochter eines jüdischstämmigen Wein- und Hopfenhändlers kam 1901 als Schülerin Hans von Hayeks nach Dachau und besuchte von 1907 an die Damenakademie des Münchner Künstlerinnen-Vereins, wo sie Schülerin Max Feldbauers war. Nach dem Abschluss der Kgl. Kunstgewerbeschule 1912 war sie als private Zeichenlehrerin tätig und führte mit einer Freundin eine eigene Zeichenschule. Neben Gemälden schuf sie vor allem Druck- und Gebrauchsgraphik wie Postkarten, Exlibris, Etiketten etc. 1941 wurde sie auf dem Transport zu einem "Arbeitseinsatz" nach Riga umgebracht.

Quelle: Dachauer Galerien Museen

Zur Ausstellung erschien ein Katalog.

Weitere Informationen:
www.dachauer-galerien-museen.de

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Bild: 698 Anna Klein, Selbstbildnis 1903