Klimt – der Zauberer aus Wien/Unsterbliche Frauenporträts

Halle/Saale. – Das Kunstmuseum Moritzburg in Halle(Saale) ist ab dem 14. Oktober 2018 der Schauplatz einer einzigartigen Sonderausstellung zum 100. Todestages von Gustav Klimt.

Als einziges Museum in Europa macht das Kunstmuseum in Halle auf das Lebenswerk des Wiener Jugendstilmeisters mit einer ihm gewidmeten monografischen Ausstellung aufmerksam. Wichtige Kooperationspartner sind die Albertina und die Österreichische Galerie Belvedere in Wien. Das Ölgemälde „Bildnis der Marie Henneberg “ ist eines der zentralen Werke. Das Toyota City Museum aus Japan stellt mit dem Porträt der Eugenia Primavesi eines der wertvollsten Klimt-Werke als Leihgabe zur Verfügung. Seit mehr als 60 Jahren konnte es nicht mehr in Deutschland bewundert werden.

Gustav Klimt Porträt der Eugenia Primavesi, , Toyota City Museum, Foto by Austrian Archives

 

 

Wenn ich ein Bild fertig hab, so will ich nicht noch Monate verlieren, es vor der ganzen Menge zu rechtfertigen. Für mich entscheidet nicht, wie vielen es gefällt, sondern wem es gefällt. Gustav Klimt

Das Zitat Gustav Klimts steht stellvertretend für sein Lebenswerk. Seine Kunstwerke waren schon zu seinen Lebzeiten so umstritten, wie begehrt.

 

Ausstellungsraum Kunstmuseum Moritzburg in Halle/Saale.Fotograf Tim Hufnagl/© 2018 by CAB-Artis

1898 begann Klimt mit den Bildnissen der Sonja Knips und Marie Henneberg Kunstwerke zu schaffen, die in einer einzigartigen Galerie die High Society der Wiener Gesellschaft für die Ewigkeit bewahrt hat. Die Damen der Wiener Gesellschaft umwarben den Hohepriester der Kunst nicht nur mit dem Geld ihrer Ehemänner, sie standen ihm Modell und waren oft auch mehr als nur seine Musen. Dank Gustav Klimt kann man sich heute an die bedeutenden jüdischen Familien Wiens erinnern, da er ihre Frauen und Männer in seinem unnachahmlichen Stil, wie in einer Momentaufnahme eingefangen hatte.

Wer würde heute Adele Bloch-Bauer, Sonja Knips, Friederike Maria Beer, Hermine Gallia, Johanna Staude, Amalie Zuckerkandl, Maria Munk, Eugenia Primavesi, Serena Lederer, Marie Breunig, Elisabeth Bachofen-Echt und Marie Henneberg kennen, wenn der Zauberer von Wien sie nicht so faszinierend porträtiert hätte?

Ausstellungsraum Kunstmuseum Moritzburg in Halle/Saale.Fotograf Tim Hufnagl/© 2018 by CAB-Artis

Seine Bildnisse des jüdischen Großbürgertums in Wien, die hier die treibenden Kräfte des Handels, der Finanzen, Wirtschaft, Forschung, Industrie und Kunst in Österreich symbolisierten, bewahrten das Andenken an diese Familien, als diese schon durch die Schergen der Nazis vertrieben oder ermordet wurden. Seine Kunstwerke setzen den Familien, die einst die finanziellen Säulen Österreichs waren, kunstvolle Denkmäler und zählen zu Recht zu den teuersten Kunstwerken der Weltgeschichte.
(Quelle: Cab Artis)

Weitere Informationen:
www.klimt2018.de

Titelbild: Gustav Klimt – Bildnis Portrait Marie Henneberg, 1902, Öl auf Leinwand. Fotograf Tim Hufnagl/© 2018 by CAB-Artis