GNM zeigt: „Luxus in Seide. Mode des 18. Jahrhunderts“

Nürnberg. – Ein einteiliges Seidenkleid aus der Zeit um 1760 mit einem etwa zeitgleich entstandenen Reifrock: Im Jahr 2017 gelang dem Germanischen Nationalmuseum (GNM) der Erwerb dieses bemerkenswerten Objekts.

Außergewöhnlich gut ist die Farbigkeit des Seidengewebes erhalten, der hellblaue Grund mit dem farbigen Blumendekor ist kaum verblichen – äußerst selten bei Textilien dieses Alters.

Das Seidenkleid zeigt die seltene Schnittform einer Taillen-Andrienne, eines bodenlangen, einteiligen Kleids mit betonter Taille und weiter Rückenfalte. Was die elegante Dame damals zu und mit einem solchen Kleid trug, veranschaulicht die Ausstellung anhand von 100 weiteren Exponaten, die von luxuriösem Schmuck, „Galanteriewaren“ wie Kopfbedeckungen und Kragen, Fächern und Handschuhen bis zu Seidenstrümpfen und Schuhen reichen. Zeitgenössische Darstellungen vermitteln zudem ein facettenreiches Bild des enormen handwerklichen Könnens, das zur Herstellung solch aufwendiger Kleidung und Accessoires notwendig war.

Das GNM lädt zum Kuratorengespräch zur Sonderausstellung „Luxus in Seide“ am Sonntag, 22. Juli 2018 um 11:30 Uhr im Germanischen Nationalmuseum

Thematisch geht es dabei um das Zusammenspiel von Mode und Museumsarbeit. Konzipiert wurde die Sonderausstellung von der Kunst- und Modehistorikerin Dr. Adelheid Rasche, die seit 2017 die Textilsammlung des GNM verantwortet.

Im Gespräch mit Dr. Jessica Mack-Andrick, Stellvertretende Leiterin des Kunst- und Kulturpädagogischen Zentrums der Museen in Nürnberg (KPZ), am Sonntag, 22. Juli 2018 um 11:30 Uhr berichtet die Kuratorin von den Überlegungen und Arbeiten, die im Vorfeld eines solchen Ausstellungsprojekts anstehen. Wie entsteht ein Konzept, welche konservatorischen Bedingungen müssen erfüllt sein und welches Ziel verfolgt die Präsentation? Und wie lange Zeit hat man, um alles fertig zu bekommen?

Das Gespräch findet auf dem Kunstbalkon statt und nicht in der Ausstellung. Interessierte haben aber die Möglichkeit, im Vorfeld um 10:30 Uhr an einer Führung durch die Ausstellung teilzunehmen.

Die Teilnahme an dem Kuratorengespräch ist kostenfrei, das Entgelt für die Führung im Vorfeld beträgt € 3,–zzgl. Eintritt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
(Quelle: GNM)

Die Sonderausstellung ist vom 5. Juli 2018 bis 6. Januar 2019 im Germanischen Nationalmuseum zu bewundern.

Weitere Informationen:
www.gnm.de

Titelbild: Seidenkleid im Schnitt einer Taille-Andrienne, um 1760. Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg. Foto: ©GNM, Dirk Messberger