Im 3. Anlauf hat‘s geklappt: Naumburger Dom ist UNESCO-Welterbestätte

Manama/Bahrain. – Das UNESCO-Welterbekomitee hat am 1. Juli 2018 im bahrainischen Manama den Naumburger Dom in die Welterbeliste aufgenommen. Damit ist die Nominierung des Doms – nach zweimalig gescheiterten Versuchen – nunmehr erfolgreich verlaufen.

Der Naumburger Dom zählt zu den bedeutendsten Kathedralbauten des Hochmittelalters. Das Welterbekomitee würdigte mit seiner Entscheidung die künstlerischen Qualitäten des Doms, die Einblick in Kunst, Architektur und Technologie seiner Zeit geben. Der Naumburger Dom ist die 44. UNESCO-Welterbestätte in Deutschland. Das Welterbekomitee tagt noch bis zum 4. Juli in Bahrain.

„Mit dem Kreuzgang, der Doppelstruktur, dem Domgarten und den umliegenden Kuriengebäuden ist der Naumburger Dom ein herausragendes Architekturensemble der Spätromanik und Frühgotik. Weltbekannt ist er für die Arbeiten des sogenannten Naumburger Meisters, der die beeindruckenden Stifterfiguren des Westchores, darunter Uta von Naumburg, und den Westlettner mit den Passionsreliefs schuf“, erklärte Prof. Dr. Maria Böhmer, Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission weiter.

Der Naumburger Dom wurde in der Zeit zwischen 1213 und etwa 1250 errichtet. Die spätromanisch-frühgotische Architektur der Kathedrale ist bis heute weitgehend unverändert geblieben. Der Innenraum des Doms wird durch zwei Lettner gegliedert. Die beiden Lettner, die im Osten und im Westen das Langhaus begrenzen, bilden hohe Trennwände zwischen dem für die feiernde Gemeinde bestimmten mittleren Teil des Doms und den beiden Chören, die einst der Geistlichkeit vorbehalten waren. Der westliche Chor mit dem Westlettner stellt in seiner Verbindung von Architektur, Plastik und Glasmalerei ein Meisterwerk menschlicher Schöpferkraft dar. Aus den Werken im Naumburger Dom ragen die zwölf überlebensgroßen Stifterfiguren des “Naumburger Meisters” heraus, vor allem die Figur der Uta von Naumburg.
(Quelle: Deutsche UNESCO Kommission)

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www.unesco.de

Titelbild: Naumburger Dom, Westchor. Foto: ©Förderverein Welterbe Saale-Unstrut/GuidoSiebert