Barmer GEK: Mit Hygiene der Grippewelle trotzen

„Die beste Methode die Übertragungskette zu durchbrechen, ist, die Verbreitung der Erreger durch konsequente Hygiene zu verhindern“, sagt Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin bei der Barmer GEK.

Grippe- und Erkältungsviren werden vor allem durch Tröpfcheninfektionen übertragen. Durch Niesen, Husten und Berühren gelangen sie auf Gegenstände, die von vielen Menschen angefasst werden. Der effektivste Virenschutz ist deshalb häufiges Händewaschen. Marschall betont, dass dafür keine speziellen Desinfektionsmittel erforderlich sind. „Erwachsene sollten nicht nur bei sich selbst, sondern auch bei Kindern auf verstärktes Händewaschen mit normaler Seife achten. Zum einen ist das Immunsystem der Kleinen noch nicht ausgereift und damit anfälliger für Infektionen. Zum anderen fassen Kinder viele Dinge an und verbreiten dadurch besonders leicht mögliche Krankheitserreger“, so Marschall. Darüber hinaus empfiehlt die Medizinerin, während der Grippesaison aufs Händeschütteln zu verzichten, große Menschenmassen zu meiden, nicht aus Gläsern oder Tassen zu trinken, aus denen bereits andere getrunken haben, und sich nicht mit den Händen ins Gesicht zu fassen.

Wen die Grippe oder eine Erkältung bereits erwischt hat, sollte versuchen, andere vor einer Ansteckung zu schützen. Dazu gehört auch, bei ersten Symptomen wie Husten, Schnupfen oder Fieber zu Hause zu bleiben. Zusätzlich rät Marschall, Nase und Mund beim Niesen und Husten mit einem Papiertaschentuch zu bedecken, Taschentücher direkt nach Gebrauch zu entsorgen und im Kontakt mit anderen aufs Händeschütteln zu verzichten.

Was kann man sonst noch tun?
Das beste Mittel bei einem fiebrigen Infekt ist Bettruhe für mindestens ein bis zwei Tage.
Trinken Sie reichlich: 1,5 bis zwei Liter am Tag, am besten kohlensäurearmes Wasser und ungesüßte Kräutertees.
Die Atemwegsschleimhäute sollen nicht austrocknen. Halten Sie die Raumluftfeuchte relativ hoch (über 50 Prozent relative Luftfeuchte), bei trockener Heizungsluft mithilfe von feuchten Tüchern auf den Heizkörpern.
Günstig sind Inhalationen mit Wasserdampf mit Zusatz von ätherischen Ölen. Eukalyptus-, Kiefern- und Fichtennadelöl wirken schleimlösend und desinfizierend.
Bei Kindern unter zwei Jahren keine Präparate mit Menthol oder Campher anwenden.

Wann Antibiotika?
Virale Atemwegsinfekte können unter anderem Entzündungen der Nebenhöhlen (Sinusitis), des Mittelohrs (Otitis media) oder der Mandeln (Tonsillitis) nach sich ziehen. Solche Komplikationen entstehen, wenn sich krankmachende Bakterien auf den durch Viren geschädigten Schleimhäuten vermehren. Dann kann eine Antibiotikagabe notwendig sein. Fieber allein oder ein unkomplizierter grippaler Infekt sind kein Grund, Antibiotika einzunehmen. Denn gegen Viren richten sie nichts aus. Eine großzügige Antibiotikaanwendung macht viele Bakterienarten unempfindlich (resistent) gegen die Antibiotika, die sie eigentlich bekämpfen sollen.

Weitere Informationen:
www.barmer-gek.de/138125