Warum frieren Frauen leichter?


“Wie eiskalt ist dies Händchen…” heißt es in einer berühmten Opernarie aus dem 19. Jahrhundert. Doch auch in unserer Zeit der zentralgeheizten Wohnungen und der dicken Daunenjacken leiden Frauen immer noch mehr als Männer unter kalten Händen und Füßen. Sie zittern und frieren bei Kälte schon, wenn Männer die Temperatur noch als ganz angenehm empfinden. Die Frage, warum es Frauen öfter und schneller kalt ist als Männern, ist jedoch leicht zu beantworten: es liegt an der Körperzusammensetzung und an der Beschaffenheit der Haut, wie Experten des Deutschen Grünen Kreuz e.V. festgestellt haben.

Der Körper des Mannes besteht durchschnittlich zu 40 Prozent aus Muskeln und nur zu 15 Prozent aus Fett. Bei Frauen ist die metabolisch aktive Körpermasse, also die Muskulatur, weit weniger ausgeprägt; der weibliche Körper besteht durchschnittlich aus 25 Prozent Muskeln und knapp 25 Prozent Fett. Fett kann Wärme zwar isolieren, aber nicht herstellen; dafür ist die Muskelarbeit zuständig. Früher wurde diese kleine “Ungerechtigkeit” der Natur mit der Gleichung “weniger Wärmeerzeugung, aber bessere Isolation” annähernd wettgemacht. Heute kämpfen die meisten Frauen gegen jedes Pfund Fett und haben deshalb weder genügend Wärmeerzeugung noch ausreichend Wärmeisolation.

Ein weiterer Grund für das stärkere Kälteempfinden der Frauen ist ihre im Vergleich zu der des Mannes relativ dünne Haut. Die männliche Oberhaut ist um 15 Prozent kräftiger als die weibliche. Bei drohendem Wärmeverlust verengen sich die Gefäße und die Durchblutung der Haut geht zurück, was bei dünner Haut leichter geschieht als bei dicker. Die Hautoberfläche der Frau wird dann um bis zu drei Grad kälter als die eines Mannes. Ein Umstand, dem man eigentlich nur durch warme Bekleidung abhelfen kann.
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