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KiGGS-Studie: Hausstaub

20.05.2008

Wie das Umweltbundesamt feststellt, enthält er neben Schmutz zum Teil auch gesundheitsschädigende Stoffe, deren Herstellung und Verwendung bereits seit Jahren wegen ihres nachgewiesenen Gesundheitsrisikos verboten ist. Das ist das erste Zwischenergebnis des so genannten Kinder-Umwelt-Surveys (KUS), auf den das Deutsche Grüne Kreuz e.V. jetzt hinwies.

Im Auftrag des Umweltbundesamtes hatte das Robert-Koch-Institut zwischen 2003 und 2006 bei 17.641 Kindern und Jugendliche im Alter von 3 bis 14 Jahren aus 167 Orten Deutschlands repräsentative Daten zur Kinder- und Jugendgesundheit erhoben, die so genannte KiGGS-Studie. In der Unterabteilung Kinder-Umwelt-Survey wurden in 600 Haushalten erstmals gezielt Umweltbelastungen für Kinder untersucht, dabei Blut- und Urinproben der Kinder sowie Hausstaub-, Trinkwasser- und Innenraumluftproben analysiert.

Erste Berichte zum Hausstaub liegen nun vor. Danach ist dieser teilweise mit giftigen Schadstoffen belastet, denn er enthält eine ganze Reihe von Chemikalien, die durch die Wohnungsausstattung, etwa Fußbodenbeläge, oder Produkte, zum Beispiel Schädlingsbekämpfungsmittel, in die Wohnungen gelangen. So fanden die Forscher Stoffe wie etwa das Mückenbekämpfungsmittel DDT oder das Holzschutzmittel PCP. DDT wurde in 39 Prozent, PCP sogar in 83 Prozent der Hausstaubproben nachgewiesen. Auch einige der giftigen polychlorierten Biphenyle (PCB), die Innenraumschadstoffe sind, wurden gefunden. Alle diese Stoffe sind schon lange verboten, weil sie gesundheitliche Probleme verursachen können. DDT beispielsweise ist ein langlebiger Umweltschadstoff, der negative Auswirkungen auf das Nervensystem und das Hormonsystem hat. PCP wird ebenso wie DDT als "möglicherweise Krebs erregend beim Menschen" eingestuft. Diese Stoffe waren früher in Holzschutzmitteln enthalten und können heute noch durch ausländische Erzeugnisse in die Wohnungen und damit in den Hausstaub gelangen. Da kleine Kinder neugierig sind und alles anfassen und womöglich in den Mund stecken wollen, besteht hier ein nicht zu unterschätzendes Risiko.

Die erhobenen Daten wurden unter anderem auch nach der Wohnregion der untersuchten Familien gegliedert. Dabei stellte sich heraus, dass der Hausstaub in den neuen Bundesländern eher durch das Mückenbekämpfungsmittel DDT belastet war, während der Hausstaub, der den Wirkstoff PCP enthielt, vermehrt in den alten Bundesländern zu finden war, ebenso der Schadstoff PCB, der zum Beispiel in Fugendichtungsmassen vorkam. brä

Weitere Informationen:
www.umweltbundesamt.de
www.kiggs.de
www.dgk.de

(Die Links wurden am 20.05.2008 getestet.)