Fairtrade macht sich für Frauen stark

Lesesonntag:  Fairtrade stärkt durch seine Standards die Rechte von Frauen – beispielsweise auf Rosenfarmen in Kenia. Hier profitieren besonders die Pflückerinnen von stabilen Arbeitsverträgen und Arbeitsschutz. Sie entscheiden außerdem selbständig über die Verwendung der Fairtrade-Prämie, die durch die Rosenverkäufe über den Fairen Handel an die Beschäftigten fließt.

Bundesweit finden bei uns Aktionen in Fairtrade-Städten, -Schulen, Weltläden und Nichtregierungsorganisationen mit fair gehandelten Rosen statt, um auf Frauenrechte aufmerksam zu machen. Doch der Faire Handel alleine kann frauenfeindliche Strukturen nicht durchbrechen – Politik, Wirtschaft und Gesellschaft müssen gemeinsam aktiv werden, wie eine neue Studie zeigt.

 

Bildtext: Rosenfreitagszug in Köln. Foto: TransFair e.V./Miriam Ersc

Bundesweite Aktionen mit Fairtrade-Rosen zum Weltfrauentag
Von Eschweiler bis Hannover, von Stuttgart bis Berlin machen sich Aktionsgruppen stark für Frauenrechte. In Fairtrade-Städten und -Schulen werden Fairtrade-Rosen verteilt, über den Fairen Handel und den Weltfrauentag informiert. Die Veranstaltungen reichen vom Frauenkulturfrühstück über Vernissagen bis hin zu Theater- und Filmvorführungen.

In Köln startete TransFair e.V. den „Rosenfreitagszug“ für Frauenrechte und verteilte – begleitet von Frau Elfi Scho-Antwerpes, 1. Bürgermeisterin der Stadt Köln und den Trommeln des Hope Theatres aus Kenia – 500 Rosen an Passantinnen in der Kölner Innenstadt.

Mehr Rechte für Frauen
Die Rose ist die mit Abstand beliebteste Schnittblume in Deutschland. Um die Nachfrage zu decken, wird ein Großteil der Rosen aus Ländern wie Kenia, Tansania oder Ecuador importiert. Seit 2005 gibt es das Fairtrade-Siegel für Rosen, um sich für bessere Arbeitsbedingungen in der Blumenproduktion einzusetzen. „Fairtrade ermöglicht den überwiegend weiblichen Beschäftigten der Blumenfarmen ein menschenwürdiges Arbeitsumfeld“, sagte TransFair-Geschäftsführer Dieter Overath.
 

Bildtext: Rosenfreitagszug in Köln. Foto: TransFair e.V./Miriam Ersch

Zu den Fairtrade-Regeln gehören feste Arbeitsverträge, soziale und gesundheitliche Absicherung, Mutterschutz und Versammlungsfreiheit; außerdem Umweltaspekte, wie eine Liste verbotener Pestizide. Auch das dient dem Schutz der Beschäftigten. Mit der Fairtrade-Prämie, die durch die Verkäufe über den Fairen Handel an die Beschäftigten fließt, finanzieren sie Projekte wie Kinderkrippen, Computer¬workshops oder Schulstipendien. Das Zertifizierungsunternehmen FLOCERT kontrolliert regelmäßig, dass die Standards eingehalten werden.

Ein weiter Weg zu Gleichberechtigung
Eine aktuelle Studie, beauftragt von der Fairtrade Foundation aus Großbritannien zeigt aber auch, dass der Faire Handel an Grenzen stößt, wenn es um das Ziel geht, Frauenrechte umzusetzen. Kulturelle, soziale und legale Barrieren stehen dem entgegen. So sind in Bauernkooperativen nur 22 Prozent der registrierten Mitglieder weiblich. Je nach Kulturkreis liegt ihr Anteil auch darunter, beispielsweise, weil Frauen Landbesitz verwehrt ist oder sie gewissen Arbeiten nicht nachgehen dürfen. Um mehr Gleichberechtigung zu erreichen, müssen Skepsis und Ressentiments bei Männern ab- und die Rollen der Frauen in den Organisationen weiter aufgebaut werden. Die langen Traditionen der Ungleichheit aufzubrechen ist ein weiter Weg, den der Faire Handel nur mit Unterstützung aus Politik Wirtschaft und Zivilgesellschaft gehen kann. Untersucht wurden sechs Bauernkooperativen in der Dominikanischen Republik, Kenia und Indien.

Weitere Informationen:
www.fairtrade-deutschland.de/rosenaktion
www.flocert.ne

Titelbild: Mit dem Kauf fair gehandelter Rosen kann jeder zu verbesserten Arbeitsbedingungen in der Rosenproduktion beitragen. Foto: TransFair e.V./Miriam Ersch