LVR-LandesMuseum Bonn: Weil wir Mädchen sind


Was ist am Leben von Mädchen eigentlich anders als an dem von Jungen? Sind beide Geschlechter gleichberechtigt oder wirken sich Formen von Benachteiligung auf die Lebensperspektiven von Mädchen aus?

Anhand von exemplarischen Lebensgeschichten dreier Mädchen aus dem afrikanischen Sahel, aus Indien und aus den Anden können Besucherinnen und Besucher aus sehr persönlicher Perspektive einen Eindruck vom Alltag und Familienleben dieser Mädchen erhalten. Sie erfahren aber auch etwas über regionale Probleme, wie Gewalt oder soziale und sexuelle Unterdrückung.

Die Ausstellung wendet sich an alle, denen gleiche Rechte und Lebenschancen der Menschen – unabhängig von ihrem Geschlecht – ein Anliegen sind und die mehr über die Lebenswelten von Mädchen in anderen Ländern erfahren möchten.

Da ist beispielsweise Asha (13). Sie führt in die safran- und zinnoberfarbene Welt Indiens. Asha zeigt, was es heißt, als Mädchen in Indien geboren zu werden.

Was kostet zum Beispiel ein Ehemann in Indien? Welche Summe genau der Bräutigam von der Familie der Braut erhält, erfährt man von Asha, denn sie muss bald heiraten. Eine Stunde Fußweg brauchte sie zur Grundschule in einem weit entfernten Dorf, wo sie lesen und schreiben gelernt hat. Aber für ein Mädchen müssen zwei Jahre Unterricht reichen, inzwischen muss sie sich um die Hausarbeit kümmern, während ihre beiden Brüder weiter zur Schule gehen.

Wie ist es, in einer Gesellschaft aufzuwachsen, in der den Jungen die Welt offen steht und die Mädchen wenig gelten? Die Ausstellungsbesucher können die traditionelle Kunst der Tattoo-Malerei mit Henna testen.

Weitere Informationen:
www.weil-wir-maedchen-sind.de
www.plan-deutschland.de
(Die Links wurden am 18.01.2013 getestet.)

Bildtext: Mädchenwelten in Indien. Foto: Plan International Deutschland e.V.