Hannelore Elsner erhielt Ehrenpreis des Bayerischen Fernsehpreises 2006


Die Jury begründete die Vergabe des Ehrenpreises an Hannelore Elsner mit folgender Laudatio:
“Hannelore Elsner, eine herausragende Schauspielerpersönlichkeit auf dem Theater, im Film und im Fernsehen, verkörpert mit fraulicher Ausdruckskraft Schönheit, Selbstbewusstsein und Erotik auf faszinierende Weise. Mit ihrer schauspielerischen Wandlungsfähigkeit, die alle Facetten von der historischen Kostümrolle bis zur modernen Frau unserer Zeit mühelos auslotet und ihrer künstlerischen Intensität hat Hannelore Elsner hohe Anerkennung und Wertschätzung beim Publikum erlangt. In der Rolle der Lea Sommer schrieb sie als erste weibliche Kommissarin in einer deutschen Krimiserie Fernsehgeschichte. Hannelore Elsner spielt ihre besten Charakterrollen jetzt in Filmen, die von ihrer schauspielerischen Präsenz leben, in denen sie sich tief in die Seele schauen lässt. Hannelore Elsner beherrscht die hohe Kunst der Darstellung meisterlich.”

Neben Hannelore Elsner erhielten den "Blauen Panther", das Symbol des Bayerischen Fernsehpreises, weitere Preisträger aus allen Fernsehsparten.

Der Nachwuchsförderpreis 2006 der LfA Förderbank Bayern (dotiert mit 10.000 Euro) ging an Felicitas Woll für ihre schauspielerische Leistung in dem Fernsehfilm "Dresden".
“Mit ihrer Rolle der Krankenschwester Anna in dem zweiteiligen ZDF- Fernsehfilm ‘Dresden’ hat Felicitas Woll auf sensible Weise das Schicksal der jungen Kriegsgeneration symbolisiert. Mit ihrem großen Talent, ihrer Natürlichkeit und schauspielerischen Intensität hat sie der Figur Wärme und Eindringlichkeit gegeben, die als Hoffnung im Bombenhagel bestehen bleiben. Bereits in der Fernsehserie "Berlin, Berlin" ist Felicitas Woll als hochbegabte und temperamentvolle Nachwuchsschauspielerin aufgefallen. Von ihr werden auch in Zukunft große schauspielerische Leistungen zu erwarten sein.”

Drehbuchautorin Beate Langmaack wurde für das Drehbuch zu "Polizeiruf 110 – Vorwärts wie rückwärts" (NDR/ARD) mit dem Bayerischen Fernsehpreis 2006 (dotiert mit 8.000 Euro) ausgezeichnet.
“Seit einigen Jahren fällt die Drehbuchautorin Beate Langmaack immer wieder mit TV-Filmen auf, die sich durch intelligente Geschichten und gute Dialoge hervorheben. Nach ‘Leben wäre schön’ und ‘Hat er Arbeit’ ist Beate Langmaack auch diesmal mit dem Drehbuch zu dem ‘Polizeiruf 110 – Vorwärts wie rückwärts’ eine eindringliche und anrührende Geschichte gelungen, die über den üblichen Kriminalplot hinausgeht. Bei den starken Spannungselementen vergisst sie aber nie, sich auch auf die leisen zwischenmenschlichen Beziehungen einzulassen. Ein herausragendes Drehbuch für einen großartigen ‘Polizeiruf 110’."

Der Bayerische Fernsehpreis 2006 (dotiert mit je 6.000 Euro) ging zudem an Lisa Eder und Thomas Wartmann für Buch und Regie in der Dokumentation "Jenseits von Samarkand – eine usbekische Liebesgeschichte" (SWR/arte).
"’Jenseits von Samarkand’ ist einer von drei Filmen, die die Münchner Firma Filmquadrat auf Grundlage der UNESCO-Liste ‘Meisterwerke traditioneller Weltkultur’ entwickelt und umgesetzt hat. Diese Dokumentarfilme stellen Menschen in den Mittelpunkt, deren Kulturen einzigartig und doch bedroht sind, und erzählen Geschichten, die den Zuschauer faszinieren, weil sie fremde Welten und überlieferte Traditionen authentisch und äußerst unterhaltsam übermitteln. ‘Jenseits von Samarkand’ von Lisa Eder und Thomas Wartmann ist eine Liebesgeschichte, die uns die zauberhafte Landschaft Usbekistans und die Lebensweise seiner Menschen warmherzig und unverstellt wiedergibt. Diese gelungene Dokumentation ist gut recherchiert, hat eine überzeugende Dramaturgie und besticht durch herausragende Bildgestaltung. Sie erlaubt einen unbefangenen Blick auf das Leben, die Ansichten, die Wünsche und die Hoffnungen der 17jährigen Protagonistin und ihrer Familie.”

Der Bayerische Fernsehpreis 2006 ging an Heike Makatsch als beste Schauspielerin im Bereich Fernsehspiel/Fernsehfilm für die Darstellung der "Apollonia Margarete Steiff" in dem Film "Margarete Steiff (SWR/ARD/arte). Die Begründung der Jury lautet:
"’Margarete Steiff’, ein aufwändig und sorgfältig gemachter Fernsehfilm, erzählt ein historisches Frauenschicksal so einfühlsam, dass es die Zuschauer berührt und bewegt. Heike Makatsch in der Titelrolle gelingt es auf beeindruckende Weise, die Figur der körperbehinderten Margarete Steiff so vielschichtig, lebendig und wahrhaftig darzustellen, dass man in jeder Phase des Films mit ihr fühlt und lebt.”

Außerdem nominiert waren Suzanne von Borsody für die Rolle der Linda in "Der zweite Blick"(NDR/ARD) und der Ornithologin Iris Bulatow in "Eine Liebe in Königsberg" (ZDF) sowie Juliane Köhler als Petra Kaminski in "In Sachen Kaminski" (SWR/ARD/arte).

Jutta Speidel erhielt den Bayerischen Fernsehpreis 2006 als beste Schauspielerin im Bereich Fernsehserien für ihre Rolle der Schwester Lotte in Serie "Um Himmels Willen"(MDR/ARD).
Die Jury begründete dies mit: “In der Serie ‘Um Himmels Willen’ verleiht Jutta Speidel der widerspenstigen Schwester Lotte wunderbar warmherzige, aber auch resolute Züge. Sie beeindruckt in der Bewältigung der Alltagssorgen einer Ordensschwester, oft im turbulenten Konflikt mit ihrem Widersacher, dem schlitzohrigen Bürgermeister Wöller. Für ihre Fähigkeit, ihrer schauspielerischen Brillanz komödiantische Glanzlichter aufzusetzen, wird Jutta Speidel mit dem Bayerischen Fernsehpreis 2006 ausgezeichnet.”
Außerdem waren nominiert Maria Furtwängler für ihre Darstellung der Hauptkommissarin Charlotte Lindholm in "Tatort" (NDR/ARD) und Mariele Millowitsch für die Rolle der Hanna in "Die Familienanwältin" (RTL).

Den Bayerischen Fernsehpreises 2006 erhielten außerdem: Professor Nico Hofmann als Produzent der Fernsehfilme "Dresden" (ZDF), "Die Luftbrücke – Nur der Himmel war frei" (Sat.1) und "Die Sturmflut" (RTL). Jürgen Ast und Daniel Ast für die Dokumentation "Abrechnung mit Stalin – Das Jahr 1956" (ARTE/RBB), dotiert mit je 6.000 Euro. Jens Kemper und Markus Brauckmann für den Film "Mein Chef der Bundeskanzler – Ludwig Erhard aus der Nähe und in Farbe" (RTL), dotiert mit je 6.000 Euro. Frank Plasberg für seine Moderation von "Hart aber fair" (WDR), dotiert mit 8.000 Euro. Dr. Joachim Lang für die Sendereihe "Tigerenten Club", stellvertretend für die redaktionelle Gesamtleistung (Koproduktion des SWR mit dem HR, MDR, NDR und RBB für ARD und KIKA.), dotiert mit 8.000 Euro. Frank-Markus Barwasser für "Aufgemerkt! Pelzig unterhält sich" (BR), dotiert mit 8.000 Euro. Klaus Feichtenberger für Buch und Regie in der Dokumentarreihe "ZDF Expedition – Der Kontinent", dotiert mit 8.000 Euro. Matti Geschonneck für die Regie in den Fernsehfilmen "Die Nachrichten" (ZDF) und "Silberhochzeit" (BR/ARD), dotiert mit 8.000 Euro. Matthias Brandt als bester Schauspieler im Bereich Fernsehspiel/Fernsehfilm für seine Rolle als Martin Kaminski in dem Film "In Sachen Kaminski" (SWR/ARD/arte). Fritz Wepper als bester Schauspieler im Bereich Fernsehserien für seine Rolle als Bürgermeister Wolfgang Wöller in der Serie "Um Himmels Willen".