Katharina Kreitz: „Mit einem technischen Studium hat man viele Karriereoptionen“

Bildunterschrift: Katharina Kreitz: Selbstbewusstsein, positives Denken und Humor – wie Frauen Vorurteile bewältigen können. Foto: herCAREER Franz Pfluegl

Feldkirchen bei München. – Die erfolgreiche Gründerin des Hightech-Unternehmens Vectoflow, Katharina Kreitz, erzählt in einer Keynote auf der herCAREER von ihren Erfahrungen in einem männerdominierten Arbeitsumfeld

In technischen Berufen wie dem Maschinenbau sind Frauen mit vielen Vorurteilen konfrontiert, weiß Katharina Kreitz. Doch die Diplom-Ingenieurin und erfolgreiche Gründerin des Hightech-Unternehmens Vectoflow lässt sich davon nicht aus dem Konzept bringen, wie sie als Keynote-Sprecherin der herCAREER 2019 berichtet.

„Wenn Frauen keinen Druck haben, sich für etwas Bestimmtes zu interessieren, sondern einfach ganz natürlich sein können – das wäre schon ein wichtiger Schritt“, meint Katharina Kreitz. Die erfolgreiche Gründerin ist das beste Beispiel dafür, wie das geht: Sie hat Maschinenbau mit der Spezialisierung Luft- und Raumfahrt an der TU München studiert, kam aber nur über Umwege dazu. Obwohl ihre Mutter sich für ein neusprachliches Gymnasium entschied, blieb sie bei ihren Neigungen – auch dank ihres Vaters, der ihr technisches Interesse und die Begeisterung fürs Tüfteln förderte.

Bildunterschrift: Katharina Kreitz

Auf Veranstaltungen sei sie in dem männerdominierten Business Maschinenbau oft „der Paradiesvogel“, bleibe deshalb den Kunden aber besonders gut im Gedächtnis. „Mit einem technischen Studium hat man viele Karriereoptionen“, so die Diplom-Ingenieurin, die zahlreichen jungen Frauen als Vorbild gilt, seit Medien wie das Handelsblatt oder die Süddeutsche Zeitung über sie berichten. Aus ihrer Sicht wird Mädchen in der Schule allerdings noch zu oft versucht einzureden, dass Naturwissenschaften für sie zu schwierig seien. „Das ist Schmarn. Statistiken zeigen, dass Mädchen bis zur vierten Klasse oft besser in Mathe sind als Jungen.“ Deshalb schlägt sie vor, das Fach besser zu verkaufen und anders anzupreisen: „Wenn man einmal verstanden hat, wie Mathe funktioniert, muss man nicht mehr lernen. Das ist was für Faule.“ Um Mädchen für Technik zu begeistern, geht die Gründerin mit dem ungewöhnlichen Karriereweg deshalb auch manchmal an Schulen und berichtet von ihrer Arbeit.

Bildunterschrift: Katharina Kreitz geht auch an Schulen und berichtet über ihren Berufsweg. Foto: herCAREER Franz Pfluegl

„Als Frau muss ich viel mehr leisten als Männer“, sagt Katharina Kreitz, die Strömungssonden aus dem 3D-Drucker für große Unternehmen wie Airbus, Siemens und die Formel 1 entwickelt. Da im Maschinenbau kaum Frauen arbeiten, gingen alle zunächst davon aus, dass sie nichts draufhabe. „Bis im Ingenieur-Umfeld durchgedrungen ist, dass Frauen auch Technik können, dauert es wohl noch ein bisschen“, befürchtet die Diplom-Ingenieurin, die explizit gerne mit Männern zusammenarbeitet.

Sie selbst ist „einfach nicht so leise“ und empfiehlt dies auch anderen Frauen. Männer seien es gewohnt, dass Frauen die Füße stillhielten und warteten, bis jemand ihre Leistung sehe. „Das passiert aber nicht. Da kommt eher ein Mann und nimmt das Erreichte für sich in Anspruch.“ In der Zusammenarbeit mit Kunden und Investoren kommuniziert sie deshalb immer proaktiv und positiv. Wer zu viel darüber rede, was noch nicht funktioniere, verunsichere die Akteure nur. „Die Leute kaufen unsere Produkte auch, weil sie uns sympathisch finden. Wir haben eine Art freundschaftliches Verhältnis. Das erreicht man nur mit Fairness und Humor“, betont sie.

Mit ihrer Geschichte macht Katharina Kreitz, die selbst auch viel Berufserfahrung in Konzernen gesammelt hat, Frauen Mut, selbst zu gründen. „Mein Chef damals bei Airbus hat in 30 Jahren Betriebszugehörigkeit bei einem speziellen Raketenantrieb die Effizienz um 0,001 Prozent gesteigert. Das war sein Lebenswerk und er war stolz darauf. Das wäre nicht meins. Ich möchte schon richtig was bewegen.“

Quelle: Jane Uhlig PR/Interview: Stefanie Hornung/

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