Para-Badminton: Valeska Knoblauch hat WM im Blick – die Paralympics im Hinterkopf

Bildunterschrift: Valeska Knoblauch. Foto: © Herbert Rongen

Frechen. – Mit 14 Jahren fiel Valeska Knoblauch in der Schule aus dem Fenster und ist seitdem querschnittsgelähmt. Heute gehört die Europameisterin zu den besten Spielerinnen im Para Badminton. Mit einer WM-Medaille möchte sie eine weiteren Schritt Richtung Paralympics 2020 machen.

Türkei, Uganda, Dubai, Kanada, Irland – für ihre Turnierteilnahmen ist Valeska Knoblauch im vergangenen Dreivierteljahr um die halbe Welt gereist. Zwei Siege hat sie auf ihrer Tour gefeiert, dazu kamen drei dritte Plätze. Die 28-Jährige widmet sich inzwischen voll und ganz dem Para Badminton, aus dem Hobby- ist längst Leistungssport geworden. Sie ordnet alles dem großen Ziel unter, im kommenden Jahr bei den Paralympics in Tokio dabei zu sein.

Für die Teilnahme an den Qualifikationsturnieren ist ihr kein Weg zu weit. Anstrengend sei es natürlich manchmal, sagt Knoblauch, denn nicht immer funktioniere die Logistik reibungslos. Aber das schreckt sie nicht – genauso wenig wie die Sportstätten unlängst in Afrika, die nicht barrierefrei sind. Wo kein Weg ist, dort sucht sie sich eben einen. Das liegt in ihrem Naturell. „Die Reise nach Uganda war sicher speziell, aber sportlich sehr wichtig für mich“, erklärt Knoblauch, die zum Top Team des Deutschen Behindertensportverbands gehört.

Der Erfolg brachte ihr reichlich Punkte für die Tokio-Qualifikation. Derzeit führt die Olperin die Rangliste an, und mit jeder vorderen Platzierung wird ihr Paralympics-Traum ein wenig realistischer. Ihre guten Ergebnisse machen sie bei den Weltmeisterschaften in der Schweiz, die vom ‪20. bis 25. August in Basel stattfinden, zu einer Mitfavoritin – auch wenn sie das selbst anders sieht. „Auf dem Papier bin ich die Gejagte“, erklärt die 28-Jährige, „aber ob das so stimmt? Sagen wir mal: Ich spiele oben mit.“

Denn im Para Badminton dominieren die Asiaten, vor allem die Koreaner und Chinesen. „Sie sind unglaublich stark, haben aber auch andere Möglichkeiten“, erklärt Bundestrainer Christopher Skrzeba. Mit der Thailänderin Sujirat Pookkham kehrt nun die lang verletzte, frühere Weltranglisten-Erste zurück. „Auf die bin ich gespannt“, sagt Knoblauch, die auf eine Medaille hofft. Dass bei der WM doppelt Punkte für Tokio vergeben werden, macht ein gutes Resultat umso wichtiger.

(Quelle: brikada.de gibt das von Stefanie Sandmeier verfasste Porträt über Valeska Knoblauch in gekürzter Fassung wider.)

Weitere Informationen:
www.basel2019.org/en/para-badminton
www.deutsche-paralympische-mannschaft.de
www.dbs-npc.de