Barbara Gross erhält Kunstpreis 2019 der Landeshauptstadt München

München. – Die Galeristin Barbara Gross wird für ihr herausragendes Engagement und ihre richtungsweisende Wirkung im Bereich der Kunstvermittlung mit dem Kunstpreis der Landeshauptstadt München 2019 ausgezeichnet.

Ihre kontinuierliche, über 30 Jahre andauernde Arbeit für die Sichtbarkeit von Künstlerinnen – in einem bis heute stark von Männern dominierten Kunstsystem – gehört zu den großen Leistungen, die in München und aus München heraus für die Kunst erbracht worden sind. Die Verleihung mit Stadträtin Katrin Habenschaden (Fraktion Die Grünen – rosa liste) in Vertretung des Oberbürgermeisters und Kulturreferent Anton Biebl findet am Donnerstag, 18. Juli, vor geladenen Gästen statt.

Der mit 10.000 Euro dotierte Kunstpreis der Landeshauptstadt München wird alle drei Jahre für das herausragende Gesamtwerk von Künstlerinnen und Künstlern verliehen, die in München oder der Region München leben beziehungsweise eine enge Verbindung zu München als Ort ihres Schaffens haben. Bisherige Preisträger sind: Rudolf Wacher, Rudi Tröger, Herbert Peters, Urs Lüthi, Bodo Buhl, Beate Passow, Olaf Metzel, Stephan Huber, Michaela Melián, Stephan Dillemuth und zuletzt Eva Leitolf.

In ihrer Begründung schreibt die Jury:

„Barbara Gross, die zunächst eine Ausbildung als Kunsterzieherin machte, hat früh begonnen, ihre Aufmerksamkeit der Sichtbarkeit insbesondere von Künstlerinnen zu widmen. Sie gab Anfang der 1980er-Jahre Künstlerinnen-Editionen heraus (beispielsweise mit Ulrike Rosenbach, Katharina Sieverding oder Niki de Saint-Phalle), gründete mit Annalies Klophaus und Barbara Hamann einen Verein, der sich erfolgreich dafür einsetzte, Künstlerinnen bei städtischen Vergaben von Stipendien, Preisen oder Atelierplätzen zu berücksichtigen, und organisierte als freie Kuratorin Ausstellungen mit Künstlerinnen wie Nancy Spero und Renate Bertlmann in Münchner Institutionen.

Mit der Gründung ihrer Galerie im Jahr 1988 gab sie ihrem außergewöhnlichen Engagement eine verbindliche Form. Von Anfang an war es ihr Ziel – und ihr Einsatz, denn kommerziell war dies lange Jahre ein wenig Erfolg versprechendes Unterfangen – , die Kunst von Künstlerinnen zu präsentieren, zu produzieren und an ihr lokales und internationales Publikum zu vermitteln. Sie organisierte Ausstellungen mit Künstlerinnen wie Louise Bourgeois, Miriam Cahn, Leiko Ikemura, Maria Lassnig, Kiki Smith oder Nancy Spero, die zwar international bereits bekannt waren, in Deutschland bis dahin jedoch kaum wahrgenommen wurden. Zugleich förderte sie die Entwicklung der internationalen Karriere von Münchner Künstlerinnen wie Michaela Melián oder Katharina Gaenssler.

Im Rückblick auf 30 Jahre Galeriearbeit, die Barbara Gross derzeit in einer von Künstlerinnen ihrer Galerie co-kuratierten Ausstellungstrilogie offenlegt, wird deutlich, wie radikal, konsequent und notwendig ihre Arbeit war und ist. In Zeiten von #metoo und erneuter Aufmerksamkeit für die nach wie vor eklatante Diskrepanz in der Sichtbarkeit von Künstlerinnen in Kunstinstitutionen und auf dem Kunstmarkt, wird die Weitsicht ihres Lebensprojekts umso deutlicher.”
(Quelle: Rathaus Umschau (132/2019) vom 15. Jui 2019).

Weitere Informationen:
www.muenchen.de/kunst
unter „Auszeichnungen“

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