„Eine Meningokokken-Impfung hätte unserem Baby viele Qualen ersparen können“

Bildunterschrift (v.l.): Betroffene Mutter Birgit Augé, Kinderärztin Dr. med. Britta Gartner, Andreas Krause. Foto: (c)Brigitte Karch

München. – Im Rahmen eines Mediengesprächs zum Thema „Meningokokken-Erkrankung“ stellten sich in München die Kinderärztin Dr. med. Britta Gartner, Andreas Krause sowie Birgit Augé, betroffene Mutter eines 2004 an bakterieller Meningokokken-Sepsis erkrankten Babys, den Fragen der Medienvertreterinnen. Christina Seither von der Kölner Agentur Borchert&Schrader moderierte die Gesprächsrunde.

Werdende Mütter und Eltern von Babys und Kleinkindern unter 2 Jahren sollten sich frühzeitig nach der Geburt über einen möglichen Impfschutz vor Meningokokken informieren, betonte Dr. med. Britta Gartner und ergänzte: „denn die Kleinen haben das höchste Risiko an Meningokokken zu erkranken.“ Auch Andreas Krause unterstrich im Laufe des Aufklärungsgesprächs, dass es wichtig sei, sich gegen Meningokokken, frühzeitig impfen zu lassen: „In allen Fragen zur Gesundheit sind Kinderärztin und Kinderarzt die besten Ansprechpartner.“

Eine durch Meningokokken ausgelöste Hirnhautentzündung oder Blutvergiftung ist selten und vielen unbekannt. Eine Meningokokken-Erkrankung kann jedoch schnell voran schreiten und innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich werden.

Diese leidvolle Erfahrung musste Birgit Augé machen. Sie berichtete, wie ihr 4 Monate altes Baby an der schwersten Form einer Meningokokken-Sepsis mit septischem Schock (Typ B) erkrankte. Symptome gab es zunächst keine. Nach einem ganz normal verlaufenen Tag wurde das Baby um Mitternacht plötzlich sehr unruhig, krampfte und spuckte. Im Krankenhaus waren die Blutbilder noch in Ordnung, doch die Meningokokken-Erkrankung war schon voll im Gange. Wenig später traten Hautblutungen von Kopf bis Fuß auf, Herz-Kreislauf-Versagen und die Organe waren ebenfalls angegriffen. Nur ein rasch verabreichtes Antibiotikum hat das Leben des Babys gerettet. Es dauerte zwei Jahre, bis Birgit Augé die Kleine wieder überall habe mitnehmen können. Heutzutage ist die Tochter ein gesundes, lebensfrohes junges Mädchen ohne Folgeschäden.

Birgit Augé. Foto: (c)Brigitte Karch

Birgit Augé ist überzeugt, dass eine vorbeugende Meningokokken-Impfung hätte die Qualen des Kindes und die großen Sorgen der Familie verhindern können. Doch 2004 gab es die Impfung noch nicht.

In Deutschland kommen fünf verschiedene Typen von Meningokokken (A, B, C, W, Y) vor. Die Inkubationszeit liegt zwischen 1 und 10 Tagen.

Die Impfung gegen den zweithäufigsten Meningokokken-Typ C ist bereits eine Standardimpfung und wird von allen gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Die Impfung gegen den häufigsten Typ B bekommen rund 60 % der Versicherten von ihrer Krankenkasse auf Anfrage – komplett oder teilweise – erstattet.

Am 24. April ist Welt-Meningitis-Tag. Mit der Aufklärungskampagne “Meningitis bewegt” soll auf Gefahren von Meningokokken-Erkrankungen aufmerksam gemacht werden.

Weitere Informationen:
www.meningitis-bewegt.de