Ingrid Noll: Goldschatz

Zürich. – Wie meistens beginnt es bei Ingrid Nolls Romanen schön gemütlich und harmlos, doch rasch nimmt die Geschichte Fahrt auf.

Eine Studentin hat von Tante Emma (haha) ein altes und ziemlich renovierungsbedürftiges Bauernhaus geerbt und will darin mit Freundinnen und Freunden die klima- und konsumbewusste Wohngemeinschaft „Gegenstrom“ gründen.

Wie schön! Alle sind gleich. Wie immer sind allerdings einige noch etwas gleicher als gleich, (da hatte George Orwell schon Recht). Bald entstehen innerhalb der Fünfer-WG Eifersüchteleien und amouröse Verwicklungen. Ein schrulliger alter Nachbar regt zum Kriminalisieren an, in Tante Emmas nachgelassenem Trödel blitzen Goldmünzen auf, menschliche Knochen werden ausgebuddelt.

Für einige Goldmünzen werden schicke Dirndl gekauft. Immer wieder dreht sich alles um den Goldschatz, der keineswegs das Beste in den WG-Mitgliedern zum Vorschein bringt. Eine Leiche kommt auch vor, aber die ist sozusagen einen natürlichen Tod gestorben.

Brikada-Empfehlung: Süffig zu lesen, gerne in Begleitung von einem Nutella-Dessert, das der Halbschotte Henry, Lover der Ich-Erzählerin, so liebt, und das über das Scheitern eines klassischen Happy Ends hinweg tröstet. Aber es wäre ja auch nicht ein Roman von Ingrid Noll, wenn es ein solches gäbe. Im nächsten Roman darf es ruhig noch ein wenig böser sein!

Ingrid Noll. Foto: (c)Renate Barth/Diogenes Verlag

Über die Autorin: Ingrid Noll, hochgeschätzte Verfasserin grau- bis tiefschwarzhumoriger Storys, erfreut ihre unzähligen Fans regelmäßig mit mörderischen Ideen. Sie wurde 1935 in Shanghai geboren und hat in Bonn Germanistik und Kunstgeschichte studiert. Krimis begann sie zu schreiben, als ihre drei Kinder das Haus verlassen hatten.

Autorin: Doris Losch

Ingrid Noll: Goldschatz, Hardcover Leinen mit Schutzumschlag, 368 Seiten, Euro 24.00, ISBN 978 32570 07054 5, erschienen im Diogenes Verlag, Zürich.

Weitere Informationen:
www.diogenes.ch