women&work-Erfinderinnenpreis 2018 auf der iENA 2018 in Nürnberg verliehen

Nürnberg. – Inspiration, Mut und der ungebremste Wille Vorbildliches zu leisten, gepaart mit selbstbewussten Auftreten – so das kurzgefasste Fazit der Rednerinnen und Redner im Rahmen der Verleihung des women&work-Erfinderinnenpreis 2018.

Die Preisträgerinnen in diesem Jahr:
Die Gerüstbaumeisterin und Gründerin Jeanette Spanier erhält den women&work-Erfinderinnenpreis für ihre Software Entwicklung „Scaffeye“, eine digitale Lösung zur zentralen Verwaltung und Zustandsüberwachung für jedes Gerüst in der Kategorie „Technologie“.

Für „Geschäftsmodell & Organisation“ gewinnt die Bauingenieurin Claudia Rougoor mit ihrem Modell einer nachhaltigen Inspektion für traditionelle Bauwerke und Gebäude entlang der gesamten Wertschöpfungskette mittels UAV (unbemanntes Luftfahrzeug).

Der Preis in der Kategorie „Service & Sozial“ geht an die Social Entrepreneurin Karen Dolva. Sie hat maßgeblich an einem Telepräsenzroboter (AV1) für langzeiterkrankte Kinder und Jugendliche mitgewirkt, die damit über den Avatar und einer App am Schulunterricht teilnehmen können. Dolva entwickelt mit ihrem Start-up Kommunikationshilfen, die unfreiwillige Einsamkeit und soziale Isolation in der Gesellschaft reduzieren sollen. Siehe auch: facebook.com/brikada

„Innovation hat vielfältige Ansätze und genau das möchten wir mit dem Erfinderinnenpreis sichtbar machen“, sagt Melanie Vogel, Initiatorin der women&work und selbst mehrfache Innovationspreisträgerin und Unternehmerin. „Wir möchten zum einen Frauen ermutigen, ihre eigenen kreativen und zukunftsorientierten Ideen als Erfindungen und Innovationen wahrzunehmen und als solche sichtbar zu machen und zum anderen auch Unternehmen aufzeigen, welche Potentiale in unserer Gesellschaft schlummern.“

Jeanette Spanier (l.) und Melanie Vogel. Foto: (c)Brigitte Karch
Claudia Rougoor und Melanie Vogel. Foto: (c)Brigitte Karch

Zugleich betonte Frau Vogel, das Frauen mit ihren Erfindungen das Leben der Menschen verbessern wollen. Doch dazu gehört Mut, diese durchzusetzen und Mut, damit auch Geld verdienen zu wollen. Gerade der Aspekt „Venture capital“ sei wichtig für ein nachhaltiges Business.

Karen Dolva war per Video zugeschaltet. Foto: (c)Brigitte Karch

In seiner Keynote verwies Dr. Thomas Zielke, Referatsleiter “Technologietransfer durch Normung und Patente” auf die USA und Asien, die Frauen in weitaus höherem Maße in den IT-Berufen fördern und ausbilden. Ohne IT-Technik gehe heutzutage nichts mehr.

Henning Könicke, Projektleiter der iENA, unterstrich, dass es für die „iENA eine Herzensangelegenheit ist“, die Erfinderfamilie voranzutreiben. Dazu zählen Erfindungen, Entwicklungen und Unternehmensgründungen. In Deutschland liegen Patenteinreichungen von Frauen gerade mal bei 5% und nehmen damit im europäischen Ranking die vorletzte Stelle ein. Europaweit liegt diese Quote im Durchschnitt (bezogen auf die 28 Staaten) immerhin bei 7,2%.

Und zum Schluss noch eine sehr persönliche Anmerkung der Autorin: Es würde dem Ansehen des Erfinderinnen Preises bestens zu Gesicht stehen und seine Anziehungskraft um ein Vielfaches erhöhen, wenn den Preisträgerinnen nicht nur eine – wenn auch ansprechend gestaltete Skulptur – überreicht würde. Vielmehr sollte es für Erfinderinnen zusätzlich auch einen Geldpreis in „vernünftiger Höhe“ geben! Bitte kein Gegenargument wie etwa „Das geht aber nicht, weil …“ – man muss nur wollen – dann geht auch das! So etwas Ähnliches hatten wir übrigens schon mal in den Anfängen des Bundesfrauenfussballs. Hier ist das Sponsoring der Industrie gefordert!
Autorin: Brigitte Karch

Weitere Informationen:
www.scaffey.de
www.rougoor.de
www.noisolation.com
www.erfinderinnenpreis.de
www.iena.de

Titelbild: (oben links): Die Preisträgerinnen Claudia Rougoor und Jeanette Spanier mit Melanie Vogel, Initiatorin der women&work, sowie Joachim Bader, Präsident des Europäischen Erfinderverbands; Karen Dolva war per Video zugeschaltet. (unten rechts):  (l.)Henning Könicke, Projektleiter der iENA, Dr. Thomas Zielke (2.v.l.), Referatsleiter “Technologietransfer durch Normung und Patente”, Melanie Vogel und der Moderator. Collage/Fotos: (c)Brigitte Karch