herCAREER: New Work: Und wo bleibt die Chancengleichheit für Frauen?

Feldkirchen bei München. – Im Zuge der Digitalisierung sind neue Formen der Zusammenarbeit gefragt. Konzepte für „New Work“ beinhalten zumeist flache Hierarchien, Transparenz und auch Diversity. Doch bringen sie auch mehr Gender Equality am Arbeitsplatz oder was gehört noch dazu? Prof. Dr. Isabell M. Welpe von der Technischen Universität München geht in einem Keynote-Vortrag auf der Messe herCAREER dieser Frage nach. In einer anschließenden Diskussionsrunde beleuchtet sie das Thema gemeinsam mit Expertinnen aus Politik und Wirtschaft.

Zuhörer LiveTrainingCenter. Foto: © herCAREER – Franz Pfluegl

„Disruptive Technologien und digitale Tools verändern die Art und Weise von Führung in Unternehmen. Informationstechnologie und mobile Geräte ermöglichen den Mitarbeitern schnelleren Zugang zu Informationen und eine direkte Kommunikation mit Führungskräften auf allen Organisationsebenen“, so Prof. Dr. Isabell M. Welpe, Lehrstuhlinhaberin für Strategie und Organisation an der TU München.

Die Tatsache, dass immer mehr Mitarbeiter von zu Hause oder in virtuellen Teams arbeiteten und sich die Dynamik und Geschwindigkeit in Unternehmen stark erhöht hat, impliziere schließlich auch, dass heutige Führungskräfte ganz andere Fähigkeiten und Verhaltensweisen benötigten als noch vor einigen Jahren.

Daneben basiere die Entscheidungsfindung von Führungskräften zunehmend auf der intelligenten Analyse großer Datenmengen und nicht auf eigener Erfahrung und Intuition. „Führungskräfte müssen daher lernen, Macht gezielt auch einmal abzugeben und Eigenverantwortung sowie Autonomie bei ihren Mitarbeitenden zuzulassen“, so die Wissenschaftlerin, die von der Zeitschrift Capital als Top 40 der „digitalen Elite“ gelistet wird.

Obwohl Frauen die benötigte Ausbildung und entsprechende Kompetenzen als Voraussetzungen dafür mindestens ebenso häufig mitbrächten wie Männer, seien sie in Führungspositionen nach wie vor unterpräsentiert. „Ein Grund dafür sind unbewusste Rollenerwartungen“, so die Mit-Herausgeberin des Buches „Auswahl von Männern und Frauen als Führungskräfte. Perspektiven aus Wirtschaft, Wissenschaft, Medien und Politik“.

Rollenerwartungen suggerieren eine bessere Passung von Männern zu Führungspositionen, beeinflussen die Leistungsbewertung und wirken sich auf allen Stufen der Karriereleiter nachteilig auf die Karriereentwicklung von Frauen aus. In anderen Kontexten sind es übrigens auch die Männer, die benachteiligt werden. Rollenklischees halten uns so am Ende alle in begrenzten Vorstellungsräumen gefangen.“

Inwiefern wird die Veränderung der Arbeitswelt also auch bessere Startbedingungen für Frauen bringen und was ist dafür außer Ansätzen von New Work noch nötig? Prof. Dr. Isabell M. Welpe beleuchtet in ihrem Keynote-Vortrag am Donnerstag, 11. Oktober 2018 um 16.45 Uhr, was „Future of Work“ für die Perspektive von Frauen bedeutet. Die renommierte Wissenschaftlerin der TU München und Direktorin des Bayerischen Staatinstituts für Hochschulforschung, die auch Vorstandsmitglied im Center for Digital Technology & Management (CDTM) und Mitglied im „Münchner Kreis“ ist, bekommt in der anschließenden Podiumsdiskussion ab 17 Uhr zwei weitere erfahrene Expertinnen mit enormem Wissen und einen riesigen Erfahrungsschatz zur Seite.

Mit von der Partie ist Juliane Seifert, Staatssekretärin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Sie blickt auf mehr als zwölf Jahre Erfahrung in politischen Institutionen und Ministerien zurück – etwa als Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Länder im Referat „Arbeit, Soziales, Fachkräfte“ des Bundesministeriums des Innern, als Leiterin des Referats „Politische Planung und gesellschaftliche Analysen“ in der Staatskanzlei des Landes Rheinland-Pfalz oder als Bundesgeschäftsführerin der SPD.

Die Runde komplettiert Simone Menne, mehrfache Aufsichtsrätin und ehemalige Finanzvorständin bei Lufthansa und Boehringer Ingelheim. Die 57-Jährige war die erste und jüngste Geschäftsführerin der Lufthansa und als Finanzvorstand von Europas größter Fluggesellschaft auch die erste Frau auf diesem Posten im DAX. Nach dem Ausscheiden bei Boehringer Ingelheim 2017 ist sie aktuell Aufsichtsrätin bei BMW, der Deutschen Post, Springer Nature, Johnson Controls und baut nebenbei eine Galerie auf (ebenfalls am Donnerstag, 11. Oktober 2018, bereits von 14.30 bis 15 Uhr können Besucher*innen sie ebenfalls in einem Keynote-Vortrag erleben).

Unter der Moderation des Feministen, Digitalberaters und Bloggers („Digitale Tanzformation“) Robert Franken geht es in der Diskussion um die Frage, „Frau oder System: Wo liegen die Hebel für echte Chancengleichheit?“

Über die herCAREER

Die herCAREER adressiert Frauen in allen Karrierephasen – vom Jobeinstieg über eine Fach- und Führungskarriere bis hin zur Gründung eines Unternehmens.

Das Ausstellungsspektrum ist vielfältig: Neben attraktiven Arbeitgebern, die auch die Möglichkeit haben, ihre Labs, Hubs, Acceleratoren und Inkubatoren vorzustellen, zählen dazu Angebote für Weiterbildung, die bessere Vereinbarkeit von Familie/Pflege und Beruf sowie für Gründer/innen und Unternehmer/innen. Angereichert wird das Programm um über 60 Vorträge und Diskussionen mit Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik sowie um rund 300 MeetUps und Talks mit Role Models. Darunter sind auch zahlreiche Gründerinnen, die bereit sind, ihr Wissen zu teilen und über ihre Erfahrungen und Lernkurven zu berichten. Das umfangreiche Vortragsprogramm ist im Eintrittspreis inkludiert. Für Studierende sowie Absolventinnen und Absolventen ist die Messe kostenfrei.

Ergänzt wird die Messe um die Abendveranstaltung herCARRER@Night am Abend des ersten Messetages mit rund 40 Table Captains, darunter Vorstände/-innen, Aufsichtsräte, Gründer/innen, Business Angels, Fachexperten/-innen und Journalisten/-innen von Medien wie Manager Magazin und Emotion.

Die herCAREER 2018 findet am 11. und 12. Oktober 2018 in München statt. Weitere Informationen über die Karrieremesse für Frauen gibt es unter www.her-career.com und über Twitter @her_CAREER_de, #herCAREER.

Natascha Hoffner © herCAREER Sung-Hee Seewald

Über Natascha Hoffner

Die Gründerin Natascha Hoffner verfügt über 18 Jahre Erfahrung in der Messebranche. Sie war bereits ab dem Jahr 2000 Teil einer Neugründung in der Messebranche mit Sitz in Mannheim und maßgeblich am Auf- und Ausbau von Messen und Kongressen im In- und Ausland beteiligt, die als Leitveranstaltungen ihrer Branche etabliert wurden. In Spitzenzeiten war sie gemeinsam mit dem damaligen Gründer für bis zu 20 Messen und Kongresse jährlich und rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verantwortlich. Für dieses Unternehmen, welches zuletzt zur Tochtergesellschaft der Deutschen Messe AG wurde, war sie über fünf Jahre als Geschäftsführerin tätig. Im April 2015 gründete sie die messe.rocks GmbH mit Sitz im Münchner Osten.
(Quelle: Jane Uhlig PR)

Weitere Informationen:
www.her-career.com

Titelbild: Prof. Dr. Isabell M. Welpe (Foto: privat)