Barmer: Hätten Sie’ s gewusst? Gibt es den Männerschnupfen wirklich?

 

 

Berlin. – Der so oft belächelte Männerschnupfen scheint tatsächlich zu existieren. Männer erkranken schneller an Bakterien und Viren als Frauen. Hierfür werden vor allem Unterschiede im Immunsystem von Mann und Frau verantwortlich gemacht. Heidi Günther, Apothekerin bei der Barmer, erklärt, warum das so ist.

Insgesamt reagiert das weibliche Immunsystem schneller auf eindringende Krankheitserreger und bekämpft diese auch aggressiver. Das weibliche Sexualhormon Östrogen fördert die Vermehrung von spezifischen Immunzellen zur Abwehr von Eindringlingen, das Testosteron der Männer hingegen scheint das Immunsystem zu unterdrücken. Eine neue Studie aus Baltimore in den USA konnte nachweisen, dass sich Viren in weiblichen Nasenzellen schlechter und langsamer vermehrten als in männlichen. Vermutet wird eine antivirale Wirkung des Östrogen. Aus diesem Grund scheinen Frauen eine Infektion auch schneller zu überwinden als Männer. Allerdings ist der Leidensdruck bei ihnen dadurch nicht unbedingt geringer, denn die starke Reaktion des Immunsystems ist anstrengend für den gesamten Körper. Das kann dazu führen, dass Frauen sich besonders elend fühlen. Männer haben es aber dennoch ein wenig selbst in der Hand, wie häufig sie sich mit einer Erkältung anstecken. Untersuchungen zeigen beispielsweise, dass Männer risikoreicher leben und sich auch seltener die Hände waschen als Frauen. Die Ansteckungsgefahr mit einem grippalen Infekt ist daher im Vergleich zu dem von Frauen erhöht, könnte aber durch angepasste Verhaltensmaßnahmen deutlich verringert werden.
Autorin: Heidi Günther, Apothekerin bei der Barmer

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