Maigedichte von Gertrud Knobloch

Maitag

Schnucklige Schafe
schlafen im Schatten,
buntbebänderte Maibuschen weh´n,
goldener Raps bis zum Horizont,
umrahmt von goldgrünen Büschen,
überschäumendem Schlehdorn.

Goldregen rinnt von den Häusern,
Flieder streckt Dolden in Weiß und in Blau
aus Gärten und Winkeln,
herrlich und duftend,
kann nicht konkurrieren
doch mit Kastanienkerzen ”
Gipfel der Schönheit und Pracht!

Geburtstagsgruß an ein Maikind

Es knospen die Rosen am Strauch schon wieder,
es singen die Amseln und Meisen im Flieder.
Es duftet, es schmettert, es ist eine Pracht,
und längst sind die Schläfer schon alle erwacht.

Es tanzen die Mücken schon voller Entzücken,
doch mehr kann mich unsere Amsel berücken,
die fleißig im Grase pickt lockere Wasen,
ihr Nest auszupolstern mit zartweichem Rasen.

Der Mai ist gekommen mit sonnigem Schein!
So tratest auch Du in das Leben einst ein.
Es bleibe Dir hold ” durch Maigrün und Gold
wünsch ich dir, dass stets Deine “Postkutsche” rollt!

Gertrud Knobloch, im Rheinland geboren, lebt jetzt mit ihrem Mann am Starnberger See in Bayern. Die Mutter zweier erwachsener Söhne war früher Werbeleiterin und Redakteurin und ist heute freie Schriftstellerin. Ihre Gedichte, Essays und Geschichten haben vor allem die Natur und Probleme unserer Zeit zum Thema.