Das Pfingstochsi


Wieso haben Süßwarenindustrie und Einzelhandel eigentlich Pfingsten noch nicht entdeckt? Monatelang laufen die Geschäfte wie geschmiert – schokoverschmiert – von Dezember bis April und Mai mit Naschwerk aus Marzipan und Schokolade, mit Nikoläusen, Weihnachtsmännern, mit Pralinen aus Krokant und Mousse au Chocolat zum Valentinstag, mit Osterhasen und Ostereiern mit und ohne Alkohol, mit Glückskäfern und raschelschleifengekrönten Maikäfern mit vollem Pralinébauch.

So. Und jetzt ist Juni und Pfingsten, das liebliche Fest steht vor der Tür (schauen Sie doch gleich mal ‚raus!). Und was finden wir in den Geschäften und Auslagen an Pfingstlichem? Nichts, rein gar nichts. Höchstens Ochsenbraten beim Metzger, also Pfingst-Ochsenbraten … und genau hier wäre doch ein guter Ansatzpunkt für ein „Pfingstochsi“. Wir stellen uns einen schönen runden Ochsen aus Vollmilchschokolade vor, bunt eingepackt in hübscher Folie und Hörnern aus Marzipan, die ein Glöckchen ziert, ganz so wie beim Osterhasi. Wichtig ist, dass das Pfingstochsi – oder der Pfingstochsi? – üppig geschmückt ist, so wie vordem, als die Bauern die Ochsen Pfingsten zum ersten Mal auf die Weide führten und zu diesem Zwecke aufbrezelten. Lady Gaga könnte doch an Pfingsten einen Auftritt wagen als Pfingstochsi, wieso denn nicht!

Ja, und dann käme als pfingstliches Zuckerzeug in Frage – na? – natürlich das Täubchen, aus Marzipan geformt und einem Olivenzweig aus Pistazien im Schnäbelchen. Und vielleicht in einem Nest aus gesponnenem karamellisiertem Zucker… einfach unwiderstehlich.

Auf jeden Fall schmecken unsere exquisiten Rezeptvorschläge bestimmt allen pfingstlich erleuchteten und nicht erleuchteten Geistern und Schleckermäulern. Auch wenn’s der Bikinifigur für die unmittelbar bevorstehende Strandsaison schon schadet ….
Doris Losch