Doris Losch: Ameisen-Meise


Huh, da kribbelt es einen gleich. Haben wir es mit dem Beginn einer neuen Strömung zu tun, die sich erst in der Insektenwelt ausbreitet und so in ein, zwei Millionen Jahren möglicherweise die Säugetiere …?

Die moderne Medizintechnik stellt vielfältige biotechnologische Methoden zur Verfügung. Schafe (hello Dolly!) und Kamele werden schon geklont. Von Menschen ist diesbezüglich bislang nichts Genaues bekannt. Die Kunst der künstlichen Befruchtung für Frauen ist weit gediehen. Im Gegenzug ist von schwangeren Männern zu hören, die ja wohl auch nicht auf natürlichem Wege in diese Situation geraten sind.

Hm. Eine Welt ohne Männchen, äh, ohne Herren? Wäre sie friedlicher? Wer weiß – schließlich gibt es Zickenkriege, und waren da nicht mal die Amazonen (nein, keine Mitarbeiterinnen von amazon, sondern antike wilde Kriegerinnen) und sind nicht die besten Krimi-Autoren weiblich?

Wir sollten uns die Sache genau überlegen. Beispiele für Alternativen aus dem Reich unserer Mitgeschöpfe gibt es genügend. Spontan fallen frau die Gottesanbeterinnen ein und die Spinnenart Schwarze Witwe, die sich ihre Männchen bei oder kurz nach dem Sex mit gutem Appetit schmecken lassen. Ach du liebes Lieschen, das dann lieber doch nicht. Belassen wir es zunächst einmal beim Althergebrachten und behalten das bunte Treiben von Mycocepherus smithii scharf im Auge. Beim Beobachten der Krabbeltiere während der bevorstehenden Gartensaison oder wenn die Ameisen eine Straße von der Terrasse in die Küche anlegen, darf frau dann versonnen ihren Gedanken freien Lauf lassen.
Doris Losch