LfU/VSB: Radioaktiv belastet: Wildschweinfleisch


Nach Experten-Meinung kann Wildfleisch in den Gebieten, in denen die „Tschernobyl-Wolke“ abgeregnet hat, noch radioaktiv belastet sein. Dies betrifft vor allem Südbayern und den Bayerischen Wald. Das 1986 abgesetzte radioaktive Cäsium ist inzwischen in tiefere Bodenschichten gelangt. Wie aus dem Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) verlautet, verringert sich die Menge an Cäsium durch regelmäßiges Umpflügen und Abernten des Ackerlands kontinuierlich, während sie sich in Waldböden kaum verändert. Pilze und Pflanzen nehmen aus dem Boden nach wie vor radioaktives Cäsium auf, das in die Nahrungskette und schließlich ins Muskelfleisch von Wildtieren gelangt. Besonders belastet sind Wildschweine, die den Waldboden nach Nahrung durchpflügen.

Wie den Informationen des VerbraucherService Bayern des Katholischen Deutschen Frauenbundes e.V. zu entnehmen ist, müssen sowohl staatliche Forstbetriebe wie auch private Jäger Wildfleisch untersuchen lassen, bevor sie es verkaufen. Um Verbraucher zu schützen, darf laut EU-Recht Wildfleisch mit mehr als 600 Bequerel radioaktivem Cäsium pro Kilogramm nicht in den Handel kommen. Dafür haben die Anbieter zu sorgen, die jedoch für nicht verkaufbares Fleisch Ausgleichszahlungen erhalten.
brä

Weitere Informationen:
www.lfu.bayern.de
www.verbraucherservice-bayern.de

(Die Links wurden am 29.11.2011 getestet.)