Bayerisches Konditorenhandwerk: Gebackene Osterbräuche


Wie zum Weihnachtsfest der in seiner Form an ein Wickelkind erinnernde Stollen, so gehörte zum Osterfest fladenförmiges Backwerk. Eigelbes Weizenbrot oder auch Kuchen wurden als flaches, mehr dünnes und ausgebreitetes voluminöses Rundgebäck hergestellt. Der Osterfladen geht auf das ungesäuerte Fladenbrot zurück, das beim Passahmahl verzehrt wurde. Das Brot und das Lamm wurden dann auf Christus bezogen. In einigen Landen hat sich als Gebildebrot noch das Osterlamm erhalten, aber immer stärker ist an seine Stelle der Kuchen- oder Schokoladen-Osterhase getreten.

Österliche Bräuche sind auch vom Brot bekannt. So sind Osterfladen bereits seit 600 Jahren nachweisbar. Ostergebilde wurden auch in Form von Hasen, Lämmern oder Menschen gebacken, wie auch die Ostermänner. Und am Palmsonntag trugen die Frauen mit ihren Kindern Brot und Gebäck in die Kirche, wo es vom Priester geweiht wurde. So gibt es spezielle Namen wie Gründonnerstagsbrot, Karfreitagsbrot und Osterbrot. Sie alle sollen besondere Kräfte haben, helfen die Hexen zu vertreiben und gegen bösen Zauber wirken. Diese Speiseweihe von Brot aber auch von Fleisch, Schinken und Butter ist auch heute noch in vielen Kirchen bekannt. Aus Frankreich sind ausgehöhlte Brote bekannt, die an geweihten Zweigen hängen. Diese Brote sollen ein Sinnbild der Fruchtbarkeit darstellen und auf den Wunsch nach reichem Kindersegen hinweisen.

Die Konditoren backen oft noch das Lamm aus Sandmasse (Kuchenteig) in einer Form. Es kann dann mit Puderzucker bestaubt oder mit weißer Baisermasse bespritzt werden. Eine kleine Kirchenfahne als Dekor und schon kommt es in einen Korb mit Osterfladen und gefärbten Eiern zur Weihe mit in die Kirche.
Quelle: Landesinnungsverband des Bayerischen Konditorenhandwerks

Bildtext: Österliches Hefegebäck. Foto: Brigitte Karch