IGW 2018 Berlin: Die Zukunft der Ernährung hat längst begonnen

Berlin. – Die Internationale Grüne Woche (IGW) ist eröffnet. Sie präsentiert sich mit unglaublicher Fülle und Themenvielfalt. Bulgarien ist diesmal das Partnerland und überrascht mit kulinarischen und touristischen Angeboten.

Als Partnerland hatte in diesem Jahr Bulgarien die Ehre, die Eröffnung der Grünen Woche 2018 durch hochrangige Politiker auszurichten. Während des Messerundgangs repräsentierten 17 Landwirtschaftsminister aus aller Welt ihre Länderstände.

Baumwoll-Spinnerin Foto: ©IGW 2018

Eine Welt ohne Hunger ist möglich

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) demonstriert auf der Grünen Woche (Halle 5.2. Stand 100) mit vielen Beispielen, wie der Hunger intelligent bekämpft werden kann. „EINEWELT ohne Hunger ist möglich – mit fairem Einkauf und fairer Produktion. Unter diesem Motto zeigen wir auf der Grünen Woche, unter welchen schwierigen Bedingungen alltägliche Produkte wie Schokolade und Textilien immer noch hergestellt werden. Und wir zeigen, wie wir mit fairen Preisen sicherstellen können, dass Menschen nicht in Armut leben, Kinder nicht arbeiten und Wälder nicht abgeholzt werden müssen“, sagte Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller. Der Verbraucher hat es in der Hand, mit bewusstem Einkauf den Hunger in der Welt zu lindern, beispielsweise mit dem Kauf einer Tafel fair gehandelter Schokolade. „Sich informieren, bewusst einkaufen, darum geht es. Eine gute Orientierung geben bekannte und vertrauenswürdige Siegel wie Fairtrade, GEPA oder UTZ“, ergänzte der Minister.

Japan: Premium- und Bioprodukte

Auf dem Japan-Stand präsentieren kleine und mittlere Unternehmen Premiumprodukte, darunter Bio-Matcha-Tees, Sakes und Saucen. „Bei uns sind qualitativ hochwertige Produkte schon lange ein Trend, viele davon sind schon Bio-Lebensmittel“, sagt Tomoharu Mochizuki, Director der Außenhandelsorganisation Jetro. Matcha-Tees werden in Japan von etwa 20.000 kleinen und sehr passionierten Betrieben angebaut – auf der Grünen Woche haben einige die Chance, ihre Produkte anzubieten. Darunter sind auch Premium-Sakés, Sesampasten sowie Gourmetsaucen wie etwa Okonomi, das aus lange eingekochtem Gemüse und Obst besteht. Wer in den Genuss exotischer Gerichte mit diesen Zutaten kommen möchte, der kann die Kreationen von Chefkoch Kôki Umesaka verkosten, der mittags und nachmittags Bento, Matcha-Desserts und Maki-Sushi kredenzt. Halle 8.2, Stand 117,

Die Freude an Blumenkränzen steht den jungen Damen ins Gesicht geschrieben. Angetroffen in der Blumenhalle. Foto: ©IGW 2018

Bacchus: Street Food trifft auf Wein

Mit einem neuen Hallenkonzept ermuntert das Unternehmen „Bacchus Internationale Weine“ die Besucher der Grünen Woche, Weine mit Gerichten zu kombinieren. In Halle 13 bereiten die Betreiber von Streetfood-Trucks und -Ständen frische Gnocchi, Burger, Käsespätzle, Kartoffelpuffer sowie Muffles zu – das ist eine Kreuzung aus Muffins und Waffeln. Rustikale Sitzbänke und Tische, im modernen Paletten-Style, vervollständigen die Streetfood-Atmosphäre. Sollte dem Besucher der Sinn nach Gnocchi mit Tomatensauce stehen, so passen dazu ein trockener roter Minervois aus Südfrankreich oder ein südafrikanischer Cinsault, als Rosé ausgebaut, empfiehlt Verkaufsleiter Messeteam Philip Turban. Zu den Muffles passten ein süßer Regent aus Baden oder ein Moscatel aus Valencia – „der besonders ist, weil er ohne zugeführten Zucker schon süß genug ist“, sagt Turban. In Halle 14 werden Tapasteller in den Varianten international, deutsch und als Käseteller zu den Weinen gereicht. Halle 13 & Halle 14,

ErlebnisBauernhof vermittelt Besuchern Live-Feeling

Der ErlebnisBauernhof auf der Grünen Woche lädt Besucher ein zu einem Streifzug durch modernen Ackerbau und einen Milchviehbetrieb. Mittels einer computergesteuerten Erweiterung der Sinneswahrnehmung (Augmented Reality) wird alles, was einen Bauernhof ausmacht, realistisch in die Halle 3.2 projiziert. Da erwacht aus einer Sämaschine der virtuelle Acker oder aus einem Kuhhalsband ein virtueller Stall. Dabei kann der Besucher zwischen den Sichtperspektiven Landwirt, Verbraucher und Industrie hin und her wechseln. Den Besuchern des ErlebnisBauernhofes sollen Denkanstöße zum Verständnis von Landwirten und Verbrauchern vermittelt werden: Wie soll beispielsweise eine Landwirtschaft aussehen, die erfolgreich, ökologisch, nachhaltig und gesellschaftlich legitimiert ist? Hinter dem Messeauftritt stehen das Forum Moderne Landwirtschaft und rund 60 Unternehmen, Organisationen und Verbände aus der Agrarbranche.Halle 3.2,

Handwerkskunst: Geschickte Hände basteln Rosenblüten-Girlanden, die als Haarkränze getragen werden. Auch hier fehlt keineswegs die Freude und der Spaß an der kunstvollen Handarbeit. Foto: ©IGW 2018

BMEL: Aller guten Dinge sind drei: Erzeugen, Einkaufen, Essen

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) lädt die Messebesucher in Halle 23a zu einer interaktiven Reise mit drei Stationen ein: Erzeugen, Einkaufen, Essen. Zunächst können sie 33 Modell- und Demonstrationshöfen in unterschiedlichen Regionen Deutschlands virtuell einen Besuch abstatten und dabei sehen, was diese für das Tierwohl, den Erhalt der Artenvielfalt und den Schutz von Umwelt und Ressourcen tun. Weiter geht es zur Station „Einkaufen“: Welche Kennzeichnung ist auf verpackten Lebensmitteln eigentlich freiwillig, welche ist Pflicht? Die Besucher können ihr Wissen hierzu in einem Spiel testen. An der Station „Essen“ geht es um Fragen, die wir uns täglich stellen: Wie können wir Reste sinnvoll verwerten, wie regionaler und saisonaler essen, wie mehr Abwechslung auf den Speiseplan bringen? Die Rezeptwand hat jede Menge Antworten parat. Und wer wissen möchte, wie Ernährung und Landwirtschaft zu Zeiten unserer Groß- und Urgroßeltern aussahen, kann sich auf Zeitreise begeben und sich am Esstisch die „Epochenteller“ aus unterschiedlichen Jahrzehnten anschauen. Halle 23a

Kochwerkstatt. Foto: IGW 2018

Veranstaltungstipps: Sonntag, 21. Januar 2018
11.15 – 11.50 Uhr
Wildes Kochen in der Kochwerkstatt “Natürlich. Von Daheim”

16.00 Uhr
Cook&Talk – Orientalisches von der Tafel
Die Tafel Deutschland kocht unter dem Motto „Auch in Zukunft: Lebensmittel retten. Menschen helfen.“Ort: BVE Halle 22a
(QUELLE. IGW 2018)

Weitere Informationen:
www.gruenewoche.de

Titelbild: Baumwolle aus Afrika. Foto: ©IGW 2018