UPD: Jura-Studentin und Degen-Fechterin Anna Hornischer zur Sommer-Universiade 2017 nach Taiwan

Augsburg/KPP – Wenn sich vom 19. bis zum 30. August studentische Spitzensportlerinnen und -Sportler aus über 150 Nationen in Taipei (Taiwan) zur Sommeruniversiade 2017 treffen, wird Anna Hornischer dabei sein. Die Zwanzigjährige, die an der Universität Augsburg gerade ihr zweites Jura-Semester abschließt, zählt als Degen-Fechterin zum 125-köpfigen Kader, der kürzlich vom Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverband (ahd) für die weltweit größte Multisportveranstaltung nach den Olympischen Spielen nominiert wurde.

Wie fühlt man sich denn, wenn man weiß, dass man in Kürze als eine von drei deutschen Degen-Fechterinnen nach Taipei fliegen und dort knappe zwei Wochen mit rund 13.000 Studentinnen und Studenten aus der ganzen Welt, die allesamt Spitzenathletinnen und -athleten sind, verbringen wird? "Es ist ein gigantisches Geschenk", strahlt Anna Hornischer, "wenn dreizehn Jahre harter Arbeit sich in solch einem riesigen Event auszahlen. Ich bin einfach sehr, sehr glücklich, Deutschland und die Universität Augsburg in Taiwan vertreten zu dürfen."

Nur mit den Olympischen Spielen zu vergleichen

Sie war auch schon bei Europa- und Weltmeisterschaften dabei – 2015, 2016 und 2017 in Slowenien, Tashkent, Serbien und Weißrussland –, und das seien natürlich schon auch "große Kaliber" gewesen. Und sie sei auch stolz auf die jeweils dritten Plätze, die sie da als Mitglied des deutschen Damendegen-Teams belegt habe. "Aber die Universiade", schwärmt sie, "ist zu vergleichen mit den Olympischen Spielen. Tausende Sportler aus aller Welt treffen hier aufeinander, um zwei Wochen lang ihre Bestleistung abzurufen. Das ist ein unvergleichliches Ereignis oder zu vergleichen allenfalls, wie gesagt, mit den Olympischen Spielen. Und wann hat man schon die Möglichkeit, an so etwas aktiv teilzunehmen?"

Seit dem siebten Lebensjahr begeisterte Fechterin

Von 2013 bis 2016 war Hornischer in der Deutschen Nationalmannschaft, seither ist sie auch im Bundeskader und seit Beginn der aktuellen Saison 2016/17 schwingt sie den Damendegen in der U23-Altersklasse der Aktiven. Mit dem Fechten angefangen hat sie im Alter von sieben Jahren. Nachdem sie sich mit Tanzen, Turnen und Leichtathletik zur sportlichen Betätigung in der Freizeit nicht so recht habe anfreunden können, habe sie auch auf den Vorschlag ihrer Mutter, mit ihr doch mal zum Fechten zu gehen, zunächst skeptisch reagiert: "Ich wollte nicht wie die Piraten mit Schwertern kämpfen. Aber schon nach dem ersten Mal wollte ich dann unbedingt wieder hin. Ich konnte das zweite Mal kaum erwarten!"

"Gut getaktet" – dann ist die Doppelbelastung zu bewältigen

Bei aller Begeisterung für den Sport stellt sich natürlich die Frage, wie sich der Aufwand für Training, Reisen etc., den es braucht, wenn man ihn als Spitzensport betreiben will, mit dem ganzen Rest – einem Studium z. B. – unter einen Hut bringen lässt. Hornischer trainiert täglich ca. drei Stunden, in der Klausurenphase können es dann manchmal auch nur eineinhalb oder zwei sein. In der vorlesungsfreien Zeit ist sie dann aber immer acht Wochen lang vier bis sechs Stunden "in der Halle". Wenn darunter das Studium und auch das studentische Leben, das sie sehr genieße, nicht leiden soll, müsse man halt "gut getaktet" sein und "Spaß an seinem Sport und an seinem Studienfach" haben. Unter "gut getaktet" versteht Hornischer u. a., dass sie durchaus auch Busfahrten zu Wettkämpfen, Wartezeiten am Flughafen und dann auch die Flüge selbst zum Lernen nutzt. "So hatte ich", erzählt sie, "2015 z. B. die Europameisterschaften in Slowenien, und ein Woche später standen meine schriftlichen Abiturprüfungen an. Da war abends nach den Wettkämpfen im Hotel natürlich noch Lernen angesagt."

Hilfestellungen seitens der Universität

Bei alledem ist Anna Hornischer dann aber doch froh darüber, dass ihr das Studium an einer "Partnerhochschule des Spitzensports" – die Universität Augsburg ist dies seit dem Jahr 2003 – Entgegenkommen z. B. bei Terminkonflikten bietet. "So darf ich etwa eine Klausur verschieben, wenn diese u. U. mit einem Weltcup kollidiert. Zum Glück aber", so Hornischer", musste ich von solchem Entgegenkommen bislang nur ganz selten Gebrauch machen."

Keinerlei Konflikte sieht die Augsburger Spitzenfechterin freilich mit der Sommeruniversiade auf sich zukommen – im Gegenteil: "Ich freue mich einfach nur wahnsinnig auf die dem Vernehmen nach bereits ausverkauften Hallen in Taipei." Los geht es am 14. August mit einem Direktflug in die taiwanesische Hauptstadt. Die Wettkämpfe der Fechterinnen und Fechter konzentrieren sich dann auf die Zeit zwischen dem 20. und dem 25. August. "Und danach werden wir fleißig die anderen Sportlerinnen und Sportler bejubeln und unterstützen. Ich persönlich", so Hornischer, "möchte unbedingt zum Basketball, zum Baseball und zur Leichtathletik.
(Quelle: KPP)

 

Weitere Informationen:
www.uni-augsburg.de

 

 

Titelbild: Nicht minder als hier über einen Sieg bei den U23-Europameisterschaften 2017 in Minsk freut sich Anna Hornischer darauf, bei der Sommer-Universiade 2017 in Taipei Deutschland und die Universität Augsburg zu vertreten. Foto: © August Bizzi