Mira Mayer: „Hell und licht – so sind meine Bilder!“

 

 

 

 

 Mira Mayer, Acryl, hieß es schlicht auf dem Einladungsflyer zur Vernissage von „Kunst ist ein weites Feld“. Es war Premiere ihres öffentlichen Auftretens als Malerin. Etwa 30 Bilder waren von ihr im Kunsttreff Quiddezentrum zu bewundern. Obwohl ein eher unbequem zu erreichender Ausstellungsort im Münchner Stadtteil Perlach, war die Veranstaltung dennoch bestens besucht. Als Schirmherr fungierte Richard Quaas, Stadtrat der Landeshauptstadt München.

 

Bildunterschrift (u.): Mira Mayer: Kunst muss man sich leisten können“, will heißen, Kunst, Gemälde allenthalben, benötigen für ihre Wirkung nach außen Raum. Sie kommen am besten vor einer weißen Wand zur Geltung – mit viel Licht, großzügig raumgreifend bemessen. 
Mira Mayer, Aladins Wunderlampe (2012), Foto: Conrad Mayer

 

Ruhe und Unruhe, Zerrissenheit und Zusammenhalt, ein faszinierendes Spiel mit Licht und Farben – die Künstlerin gibt mit für ihre Arbeiten so charakteristisch pastösem Strich einen Teil ihrer Psyche preis: das Ambivalente ihrer malerischen Ausdrucksstärke verrät eine kühne, selbstbewusste, zugleich sensibel-verletzliche Persönlichkeit. Manche Sujets wirken auf den Betrachter als ginge ein Seufzen durch sie. Manche malerisch festgehaltenen Themen erinnern an Unterwasser-Pflanzenspiele. Aber immer stark, präsent, sehr farbig und lichtdurchflutet.

Als vielbeschäftigte Frau steht Mira Mayer ihrem Mann, Conrad Mayer, bei der Führung des gemeinsamen Münchner Hotels „Conrad de Ville“ zur Seite. Die Mutter dreier, mittlerweile erwachsener Töchter, ist zudem Co-Autorin des zusammen mit ihrem Mann verfassten, erfolgreich am Buchmarkt etablierten History-Mystery-Thrillers „Die Paulus-Affäre – Mörderische Botschaften“. Dort spielt die Figur Clarissa Martius als Medium eine entscheidende Rolle. Wir wollten wissen, ob die mediale Veranlagung, über die Frau Mayer ja im wirklichen Leben tatsächlich verfügt, auch Ihre künstlerische Aussage beeinflusst?

 


Bildunterschrift (r.):
„Ich arbeite mit Strukturpaste (ein Geschenk meiner Kinder) und den Fingern, setze alle Farben der Acrylpalette ein und kombiniere auch Neon- mit Gold-, Bronze- und Silberfarben. 
Mira Mayer, Galaxie (2010/2016), Foto: Conrad Mayer

 

Nun, dem Künstlerischen fühlte sich Mira Mayer bereits in jungen Jahren verbunden; denn ursprünglich wollte sie Opernsängerin werden, gab aber aufgrund vielfältiger Aufgaben und dem Wunsch nach erfülltem Familienleben ihre künstlerischen Ambitionen vorerst auf. Ihre Medialität war und ist eine für sie sehr erfreuliche, befriedigende Fähigkeit, weil sie anderen Menschen helfen kann. Andererseits sind die „Durchgaben“ von Verstorbenen oftmals auch traurig oder tragisch und daher auch kräftezehrend. Um hier innere Stabilität zu behalten bzw. zurückzugewinnen, bietet ihr die Malerei eine willkommene Brücke in die „reale“ Welt.

„Ich habe Ende 2007 begonnen und heute kann ich mir mein Leben ohne Malen nicht mehr vorstellen“, erinnert sich die Autoditaktin. Sie sieht als „Hintergrund“ für ihre künstlerische Aussage ihre Medialität, „das heißt, meine Bilder sind inspiriert von der Seelenwelt, mit der ich über meine mediale Gabe in Verbindung trete“, erklärt die Künstlerin und ergänzt: „Man kann zu meiner Medialität stehen wie man will, aber es ist eine sehr schöne Gabe, anderen Menschen oder Seelen helfen zu können. Hell und licht – so sind meine Bilder und was man in meinen Bildern finden kann, ist vor allem Lebensfreude, weil sie so ungeheuer bunt sind.“

 

Bildunterschrift (l.): Mira Mayer, Skarabäus (2014), Foto: Conrad Mayer

Anfangs malte Mira Mayer sozusagen nur für den Hausgebrauch. Später kamen Auftragsarbeiten hinzu. Welche Arbeiten stehen aktuell an, wollten wir wissen. „Es wird ein Triptychon, also ein dreiflügeliges Gemälde mit Anklängen an den Jugendstil“, verrät sie, wobei die künstlerische Aussage derzeit noch nicht feststeht. „Vielfach kommt etwas ganz anderes heraus, als ich anfangs gedacht habe, „dabei erstaune ich oftmals selbst vor dem sich entwickelnden Malvorgang.“
Brigitte Karch

 

Bildunterschrift (r.): Mira Mayer, Mein Leben (2016), Foto: Conrad Mayer

Weitere Informationen:
www.conrad-hotel-de

 

Titelbild: Mira Mayer: Malerisch tätig zu sein bedeutet für mich auch, die Medialität zu verarbeiten. Ich verstehe Malerei als Ventil meiner Medialität.“ Foto: Brigitte Karch