Lisa Manneh: „Graue Mäuse kommen in den Himmel. Bunte Vögel kommen überall hin!“

 

 

 

 

Henne Hella, diese liebenswerte gefiederte Dame hat es in sich und steht gewissermaßen als neuer Charakter in der Pattloch-Geschenkbuch-Reihe. Henne Hella ist die personifizierte moderne, selbstbewusste Frau. Mit viel Charme, Gelassenheit und Humor meistert sie den Alltag auf dem Hühnerhof. Mit jeder Menge Lebenstipps frei Haus!

 

Die österreichische Illustratorin Lisa Manneh hat in ihren wunderbaren Zeichnungen wieder einmal mehr bewiesen, dass sie witzige und originelle Sprüche und Lebensweisheiten grafisch kongenial umsetzen kann, frei nach Henne Hellas Überzeugungen: „Man muss sich auch was gönnen, das Leben ist zu kurz für Knäckebrot“ und „ Gib dem Leben Farbe! Graue Mäuse kommen in den Himmel. Bunte Vögel kommen überall hin!“

 

Bildunterschrift (u.): Das Leben ist zu kurz für Knäckebrot! ©Lisa Manneh

 

 

 
 

Ei äm wot ei äm  –  Interview mit der Zeichnerin Lisa Manneh

 Was mögen Sie an der Henne Hella, dem character, den Sie so charmant ins Bild setzen?

Ich mag, dass Hella den Raum besetzt ohne andere zu verdrängen. Sie zeigt Präsenz mit ihrer Leibesfülle und indem sie auslebt, was ihr gefällt. Sie wirkt knuffig, weiblich, etwas altmodisch, tatkräftig, romantisch und manchmal auch widersprüchlich wie ein Teenie. Es gefällt mir momentan überhaupt, dicke Figuren zu zeichnen oder auch ganz dünne oder eckige oder lange …, ihnen ein Forum zu geben. Das Dicksein ist ein Teil und ein interessanter noch dazu, das Leben ist zu kurz für Knäckebrot und dann gibt’s noch viel mehr Aspekte darüber hinaus ...

 

Sie sind in Vorarlberg geboren und bezeichnen sich auf Ihrer Homepage als landmaid, haben Sie eine besondere Beziehung zu Hühnern und Hennen?

Ich mag Wald und eiskalte klare Bäche und Berge mit Schneekuppen und Zittergras und bunte Sommerwiesen mit Grillengezirpe und vieles mehr. Bauernhöfe sind aber gar nicht meins, schon gar nicht die industriekonformen. Es freut mich, wenn Tiere sich frei bewegen können und würdige Lebensbedingungen haben, wenn ich Hühner mit fluffigen Federkleidern durch Wiesen spazieren und Körner und Würmer picken seh‘ mit ihren seltsamen Kopfbewegungen.

 

Bildunterschrift (u.): Dem Leben Farbe geben. ©Lisa Manneh

Ist es Ist es

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ist es nicht etwas frech, die selbstbewussten Frauen von heute mit „Hennen“ zu vergleichen?

Mir gefällt die Empfehlung eines buddhistischen Mönchs, statt Sprache zu zensurieren das Hören zu schulen.

Woher nehmen Sie die Inspiration für Ihre Zeichnungen?

Inspiration kommt meist unmerklich. Ein Auftrag, ein Text, ein Titel, ein Gespräch regt innere Bilder an: Erinnerungen, Filmausschnitte, Liedtexte, Zitate, … Oft entstehen Bilder oder character während des Zeichenprozesses und im Austausch mit den Vorstellungen anderer. Das kann auch eine frustrierende Geburt sein mit Erfinden und verwerfen. Daraus ergeben sich aber oft starke Bildideen oder eben character. Die Figuren, die ich entwickle, wollen oft nicht allein sein, sie möchten ein Gegenüber, an dem sie sich erkennen und mit dem sie sich weiten können. Sobald eine Figur einer anderen begegnet, oder wenn die Figur nur schon in eine bestimmte Umgebung tritt, entsteht eine Geschichte – ganz von selbst. Das ist faszinierend!

 

Bildunterschrift (u.): Selbst ist die Frau.©Lisa Manneh

 

 

 

 

 

 

 

Weitere Informationen:
www.pattloch.de

 

Titelbild: Lisa Manneh mit Buchcover. Foto: Pattloch/Lisa Manneh