Nicole Rupp: „Geld zeigt immer unsere Wertschätzung!“


Mit ihrem Buch „Haben kommt von Sein“ und dem Untertitel „Der Wandel zur erfüllten Geldbeziehung“ (brikada rezensierte das Werk) trat die in München lebende Dipl. Betriebswirtin und Autorin Nicole Rupp erstmals in der breiten Öffentlichkeit auf. Die von ihr vertretenen philosophischen Lebensweisheiten und Wertemaßstäbe im Umgang mit Geld verraten ihre bemerkenswerte ethische Einstellung zum Geld, eine ausgesprochen faire und mit-menschliche Verhaltensweise, die auf der Voraussetzung basiert, gegenseitiges Wohlergehen im ausgewogenen Verhältnis zu erzielen.

Es kommt einer Quadratur des Kreises gleich, wenn Nicole Rupp die unverrückbare Ansicht vertritt: "Ich möchte es mir bewahren, im Einklang mit meiner Familie meine Berufung zu leben – trotz zunehmendem beruflichen Erfolg". Dass ihr das offensichtlich gelingt, stellt sie sichtbar unter Beweis; denn die verheiratete Mutter einer Tochter und eines Sohnes führt ein ausgewogenes Familien- und Geschäftsleben. Nicole Rupp sieht sich gewissermaßen zur Botschafterin einer neu interpretierten Idee von „Geldbeziehungen“ berufen. Dabei kann die 35- Jährige, die zuletzt als unabhängige Finanzberaterin und seit 2002 Seminare, Workshops und Trainings (systemisches Coaching) unter der eigenen Marke Geldbeziehung® hält, auf kontinuierlich wachsende Anerkennung und positive Resonanz in ihrem Beruf verweisen.

In einem Gespräch äußerten Sie, dass das Thema „Frauen und Geld“ eine nicht ganz einfache Beziehung darstellt? Was haben Sie damit gemeint?
Das Thema „Frauen und Geld“ steht an sich in einer wundervollen Beziehung. Ich glaube, dass Frauen viel leichter Geld verdienen und annehmen können, wenn Sie aus ganzem Herzen, das tun, wozu sie sich berufen fühlen. Frauen sind großzügig, geben gerne und sind von Natur aus an einem stimmigen Austausch interessiert. Was die Sache erschwert, ist die Beziehung zu Geld die Frauen bzw. Mädchen vermittelt wird. Viele Frauen wurden als Kind ganz von diesem Thema fern gehalten, nach dem Motto „das ist nichts für Mädchen“; auch werden Mädchen zu mehr Anstand – während Geld als unanständig oder gar schmutzig vermittelt wird – erzogen. Man vermittelt Mädchen wesentlich weniger Selbst- bzw. Geldvertrauen, d.h. dass sie genauso wie jeder Mann in der Lage sind Geld als Selbstverständlichkeit zu verdienen und zu vermehren und eine Familie zu ernähren. Männer verdienen das Geld, Frauen kosten “ der Wert den Frauen nicht nur für sich selbst, sondern für die Gesellschaft leisten, wird nicht anerkannt. Am Wenigsten von den Frauen selbst. Wir sehen uns selbst als das schwächere Geschlecht und solange werden wir auch finanziell die schwächere Partei bleiben.

Geld in unserer Gesellschaft ist so sehr von männlichen Prinzipien geprägt: von hart erarbeitetem Geld, von Mangel, Kampf, Überleben. Vielen Frauen ist das, was sie mit Geld verbinden zuwider “ Weshalb sie Geld zu haben in ihrem Leben vermeiden. Dabei kann Geld genauso das sein, was Frauen schon sind und dann kann es leicht kommen und gehen, einen echten Mehrwert auf beiden Seiten schaffen, Freude vermehren, zu guten Beziehungen beitragen und Beziehungen stärken….

Sie schrieben das Buch „Haben komm von Sein“. Was hat Sie dazu veranlasst, dieses Buch zu verfassen?
Mit der Geburt meines Sohnes war ich wieder in dieser kurzen „Heile-Welt-Stimmung“, in der man die Welt liebt so wie sie ist. Zu Hause angekommen, war die Post überfüllt mit dieser billigen Werbung für all die nutzlosen Produkte, mit denen wir uns zumüllen. Irgendwie hat mich das total ergriffen und traurig gemacht. Ich habe zu meinen Kindern so was gesagt wie: Schade, dass wir nicht in der Welt leben, die sie sein könnte, aber wir machen das Beste daraus. Die Texte waren einfach da und ich musste sie rausschreiben, mit dem Baby auf den Schultern, auf den Knien, in meinem Schoss und mit dem Laptop an meiner Seite. Nach 100 Seiten war klar, dass es keine Artikel sind, sondern ein Buch werden könnte.

Warum erschien Ihr Buch im Eigenverlag?
Es kam ja ein kleiner feiner Verlag auf mich zu, um das Buch zu veröffentlichen. Allerdings war der Zeitdruck zu groß und bis zum Abgabetermin war ich fertig- das Buch aber nicht. Da habe ich in einer finanziell unfreien Situation, die freie Entscheidung getroffen, dass Buch nun so zur Welt zu bringen, wie es für mich rundum stimmt. In der Zeit, die es für sich braucht, in der Farbe, Form und vor allem mit den Menschen, die ich schätze. Von da an war es pure Freude und ging wie von alleine. Ich habe damit meine finanzielle Freiheit verwirklicht, in dem wir diese Zeit überstanden haben und ich mich frei fühle, jede Entscheidung zu treffen “ wie sich das Geld für die Realisierung einer Idee findet, darüber mache ich mir danach Gedanken; das findet sich, wenn der Weg klar ist und das Ziel stimmt. Es ist ein großer Reichtum für mich, mein eigener Chef zu sein und der Eigenverlag passt ideal zu meiner Philosophie, da ich die Menschen, die mich mit dem Buch unterstützen, an meinem Erfolg teilhaben lassen kann.

Beschreiben Sie doch bitte, welches Grundanliegen bzw. Ziele Sie mit der Herausgabe des Buches verfolgen.
Mit Geldbeziehung unterstütze ich Menschen darin, wertvolle Verbindungen in sich zu schaffen, so dass sie Arbeit mit Freude verbinden, Erfolg mit Genuss, Geld mit Liebe. Und ich möchte dazu beitragen, dass Menschen mehr in Beziehung miteinander gehen. Gerade bei dem Thema Geld wird deutlich, dass wir geneigt sind, durch Einsparung zu mehr Geld zu gelangen. Da Geld das Symbol für den Austausch in Beziehungen ist, dürfen wir genau das Gegenteil tun: einen regen Austausch anstreben, so dass mehr Geld fließt. Allerdings setzt dies eine gesunde Wertschätzung füreinander voraus, so dass wir unser Geld wieder gerne anderen Menschen geben und uns auch daran erfreuen. Und uns bewusst sind, dass wir einen wertvollen Wert erhalten. An dieser Wertschätzung mangelt es uns, deshalb lassen wir unser Geld lieber in anonymen Sparmärkten, wo jede menschliche Begegnung gleich mit weg gespart wird. Das wir dadurch zu einem zunehmenden Ungleichgewicht in der Verteilung unseres Geldes beitragen, ist den wenigsten wirklich bewusst.
Wenn ich einen Betrag dazu leiste, dass Menschen mehr Bewusstsein und Wertschätzung für Geld, für sich selbst und andere erlangen, dann habe ich mein Ziel erreicht.

Was hat Sie dazu gebracht, Ihren derzeitigen Beruf zu wählen?
Es ist einfach „entstanden“. Ich habe in der Finanzberatung Zusammenhänge erkannt, wie, wann und warum Menschen mit Ihren Investitionen erfolgreich waren oder auch nicht; das wollte ich vertiefen und nutzen. Nach meiner Coachings-Ausbildung habe ich „Geldbeziehung®“ gegründet.
Ich glaube ja mehr an Berufung als an einen Beruf und denke, das hier auch das wesentlich größere Potential in jedem Menschen liegt und auch die Wachstumschance in unserer Gesellschaft. Viele Menschen halten sich davon ab, das zu leben, was Sie leben wollen, weil Sie glauben, dass ihnen dafür das Abitur oder ein sonstiger Schein fehlt.

An welchem Projekt arbeiten Sie derzeit? Bzw. gibt es neue Projekte? Ein großes Anliegen ist es, das Thema „Geldbeziehungen® für Kinder“ aufzubauen. Ganz aktuell arbeite ich daran, meine Idee „Geld verbindet Frauen“ zu realisieren; dies dient dazu Frauen, die eine gute Geschäftsidee haben und denen das Geld dafür fehlt mit Patinnen zu verbinden, die einen Teil Ihres Vermögens als Kredit zur Verfügung stellen. In Ergänzung mit meinen Trainings findet nicht nur eine finanzielle Verbindung statt, sondern vor allem auch eine menschliche, so dass beide Seiten einen sofortigen Gewinn genießen – neben dem gemeinsamen finanziellen Wachstum.

Weitere Informationen:
www.geldbeziehung.de und
www.habenkommtvonsein.de

Hinweis: Fragen zum Thema rund um „Geldbeziehungen“ beantwortet Nicole Rupp gerne. Bitte schreiben Sie dazu an brikada eine email: info@brikada.de.

(Die Links wurden am 04.04.2007 getestet.)