Margita Schildmann – Hotelfachfrau aus Leidenschaft


„Man weiß nie, was der nächste Tag mit sich bringt, was passieren wird, welche Gäste zu uns kommen werden. Jeder Tag ist spannend und eine Herausforderung, wobei ich mir immer die Frage stelle, ob und wie ich die Aufgaben auch bewältigen kann,“ Margita Schildmann plaudert in einem Gespräch mit brikada über ihren berufliche Alltag, der zwar eine gewisse Routine in sich birgt, aber dennoch immer wieder vielfältige Anforderungen stellt und häufig flexibles Reagieren auf menschliche Verhaltensweisen notwendig macht.

Aber gerade darin sieht die ausgebildete Hotelfachfrau (Jahrgang 1965) den Reiz ihres Berufs: das Kommen und Gehen der Hotelgäste, die festgelegten An- und Abreisemodalitäten, das Erfüllen der Gästewünsche und das flexible Reagieren auf unverhoffte Ereignisse “ all dies sorgt für willkommene Abwechslung.

Die gebürtige Bad Salzuflerin begann nach ihrer schulischen Ausbildung zunächst mit der Ausbildung zur Hotelfachfrau. Rund zweieinhalb Jahre lernte sie in einem Inselbetrieb in der Nordsee und setzte ihre Lehre im Kurhotel der Familie Menz in Bad Salzuflen (dem heutigen Kurpark Hotel unter der Leitung von Familie Bungart) fort. Nach einem beruflichen Intermezzo bei einer staatlichen Kureinrichtung in Bad Salzuflen, kehrte Margita Schildmann dann im Mai 1989 an ihren einstigen Ausbildungsplatz, dem Kurpark Hotel, zurück. „Seither bin ich mit Familie Bungart gewissermaßen mit gewachsen“, erzählt Margita Schildmann und ergänzt: „Die Arbeit gefällt mir, ich kann hier sehr selbstständig arbeiten und genieße das volle Vertrauen der Familie Bungart. Wenn hier alles ganz fest geregelt wäre und ich keinen Spielraum für eigene Entscheidungen hätte, würde ich mich sicherlich nicht so wohlfühlen.“

Das täglich Arbeitspensum von Frau Schildmann hat es in sich. Ab 6.00 Uhr in der Früh ist sie im Hotel und sorgt beispielsweise dafür, dass die tagesaktuellen Zeitungen im Tragebeutel rechtzeitig an den Hotelzimmertüren der Gäste hängen. Auch unterstützt sie ihre Kolleginnen vom Service etwa beim Aufbau des Frühstücksbüfetts. Nach einer Kaffeepause geht es für Margita Schildmann so richtig zur Sache. Speisekarten schreiben, das Kassenbuch vom Vortrag kontrollieren, Bestellungen für die Patisserie, das nachmittägliche Kaffee- und Eisgeschäft müssen ebenfalls bis etwa 9.00 Uhr erledigt sein.

Danach agiert der „gute Geist des Hauses“ umsichtig von der Rezeption des Hauses aus. Zwischen Telefonanrufen, die das Hotel erreichen, der Abreise der Gäste mit Rechnungsstellung und Bezahlungsabwicklung, fungiert sie ebenso als erste Anlaufstelle für eintreffende Gäste. So begrüßt sie unter anderem die Gäste mit Handschlag, Stammgäste nimmt sie liebevoll in den Arm, fragt nach dem Verlauf der Reise und packt auch schon mal persönlich mit an, wenn´s um Gepäck geht. Gleichwohl kümmert sich die versierte Hotelfachfrau um das Ausstellen von Kurkarten, Parkscheinen oder erledigt kleinere Besorgungen für mobilitätseingeschränkte Gäste. Spontan springt sie aber auch für Kolleginnen und Kollegen ein, hilft im Service oder auf der Etage. Aber damit nicht genug, wenn Margita Schildmann gegen 15.00 Uhr nach Hause geht, dann hat sie auch ihren Job als Seelsorgerin bewältigt; denn häufig suchen die überwiegend älteren Hotelgäste das Gespräch mit ihr, also einem jüngeren, verständnisvollen Menschen, der zuhört und für die Kümmernisse und Sorgen der Gäste ein offenes Ohr hat.

„Ich gehe gerne mit Menschen um und bin jeden Tag froh, wenn alles so aufgeht, wie es gewünscht wird, wenn alles klappt. Vor allem aber muss die Arbeit Spaß machen und manchmal braucht man ein echt starkes Nervenkostüm“, bilanziert Margita Schildmann.

Was sie in ihrer Freizeit unternimmt? Auch da engagiert sich Margita Schildmann im sozialen Bereich und kümmert sich um ihre hochbetagte Tante. Darüber hinaus sind Lesen und „viel Schlafen“ angesagt. Und wo, so wollten wir abschließend wissen, holt sie sich ihre körperlichen und seelischen Kräfte, wo tankt sie auf? Margita Schildmann lacht und meint: „Ich fahre an die See und verbringe einige Zeit auf der Insel, das gibt mir wieder volle Kraft für einen spannungsreichen Arbeitsalltag!“

©Das Gespräch führte Brigitte Karch. Foto: ©Brigitte Karch