Im Gespräch: Jil Linnemann – die Frau mit der fröhlichen Frogis-Idee

Nach einem Besuch bei ihrer Schwester in Kalifornien 2010 wusste sie, womit sie künftig Geld verdienen wollte: Mit Frozen Yogurt in Selbstbedienung und zwar mitten in ihrer Traumstadt München.

Und zwar richtig mittendrin. „Ich war sehr hartnäckig. Und ich hatte Glück. Im Stachus-Untergeschoss war kurzfristig eine 25 qm-Fläche freigeworden. Ich habe den Standort 2013 im März bezogen und meinen Frozen Yoghurt-Stand eröffnet.“ Der Name „frogis“ ist mir schnell eingefallen. Er klingt fröhlich, lustig, lebensfroh.“ Und „schmeckt“ irgendwie allein schon in der Phantasie sehr lecker.

Bildtext (r.): Jil Linnemann präsentiert stolz ihre Frozen Yoghurt-Station in München – längst kein Geheimtipp mehr, sondern von genusssüchtigen Münchnerinnen fest eingeplant als regelmäßiger Stopp beim Stadtbummel. Foto: Frogis

Frozen Yogurt ist Softeis mit Joghurtkulturen. Er überzeugt, weil reich an Kalzium doch arm an Kalorien (psst, jetzt schauen wir mal nicht auf die Toppings), besonders Mädels jedes Alters. Bei Jil Linnemann stellen sich die Kunden ihre Genüsse individuell zusammen: Bechergröße wählen, Yogurt und Toppings wählen, nach Bechergröße bezahlen und es sich schmecken lassen.

„Ich biete sieben Sorten: Natur – die gefragteste Sorte -, Himbeere, Mango, Beerensorbet, Schokolade, Cookies & Cream, Erdnuss, Pistazie, Käsekuchen. Neu und sehr erfolgreich ist Cappuccino. Die eigentlichen Tüpfelchen auf dem i sind die Toppings.“ Da bleiben fast keine Wünsche offen. Es gibt Früchte von der Erdbeere bis zum Himbeerpüree, Mokkabohnen, Nüsse, Trockenfrüchte und Müsli, für Naschkatzen Smarties, Schokostreusel, Marshmallows, Gummibärchen, Butterkekse und „flüssige Sünden“ wie Schokoladensauce, Rote Grütze, Pistazien Crunch …

Bildtext (l.): Frozen Yogurt ist Softeis mit Joghurtkulturen. Foto Frogis

 

Von Oktober bis Ostern sehen sich Naschkatzen den Verlockungen von Linnemanns „Schokifaktur“ ausgesetzt. „Kunden gestalten im Laden aus Fairtrade-Schokolade ihre ganz persönliche Schokolade. Für sich selbst oder als Geschenk zum Geburtstag, Hochzeitstag, einfach aus Liebe.“

Frogis übernimmt auch Catering für Firmen-Veranstaltungen und private Anlässe und erfüllt auch Bestellungen von zuhause oder vom Büro aus über den Lieferservice Lieferheld.

Nun ruft man ja so ein Unternehmen nicht so mir nichts dir nichts ins Leben. „Nein, natürlich steckt harte Arbeit dahinter. Da war die Finanzierung. Zwei Banken haben abgelehnt, eine Bank bot nicht so gute Bedingungen, bei der vierten hat es dann geklappt. Die beiden Kredite für den Standort unterm Stachus und den Stand an der Universität laufen auf zehn Jahre.“ Eine 70-Stunden-Woche ist nicht ungewöhnlich. Jil Linnemann macht auch die Buchhaltung und die Büroarbeiten selbst und managt ihr Team, das aus einer festangestellten Mitarbeiterin, einer Teilzeitkraft und zehn Aushilfen besteht.

Bleibt da Zeit fürs Privatleben? „Ja, inzwischen schon. Ich habe jetzt sogar manchmal tagsüber Zeit für Sport. Schließlich muss ich mich ja fit halten!“

Was hat die dreißigjährige Unternehmerin denn als nächstes vor? Viel. Unter anderem sucht sie weitere gute Standorte, ist viel unterwegs auf Fachmessen, immer auf der Suche nach Inspiration.

Jil Linnemann ist überzeugt: „Man kann alles erreichen. Man braucht Ideen und den Willen, wer es wirklich will, schafft es.“
Das Interview führte Doris Losch

Weitere Informationen:
www.frogis.de
www.schokifaktur.de

Titelbild: Die Schokifaktur, gegründet von Jil Linnemann (l.) lässt keine Wünsche offen, im Herbst und Winter fabrizieren sich „Schokolistas“ und „Schokoholics“ ihre Tafeln ganz nach Gusto selbst. Foto: Schokifaktur