Friederike Schmöe: Mit Krimis im Lokalkolorit am Start


Dr. Friederike Schmöe, von der hier die Rede ist, ist drauf und dran, sich neben ihrer wissenschaftlichen Laufbahn, auch im Kriminalroman-Genre einen anerkannten Namen zu machen. Nach ihrem Debüt mit "Tochter-Seelen", einem spannenden Thriller, erscheint im Februar 2005 ein weiteres Werk: Unter dem Titel "Maskenspiel" präsentiert die gebürtige Coburgerin (Jahrgang 1967) ihren ersten Katinka Palfy-Krimi (Gmeiner-Verlag, Meßkirch) mit der Option auf unterhaltsame Fortsetzungen. Im Gespräch mit brikada verrät die temperamentvolle und vielseitig talentierte Frau, wie sie zum Schreiben kam. Friederike Schmöe lebt mit ihrem Mann in Bamberg.

Sie fanden ja bereits in der Schule großes Interesse am Lesen und Schreiben, mit einer ausgeprägten Neigung für Sprachen. Wie verlief Ihre weitere berufliche Ausbildung?

Nach dem Abitur perfektionierte ich meine Französischkenntnisse in der Bourgogne und studierte Französisch, Italienisch und Germanistik. Es folgten Promotion und Habilitation im Fach germanistische Linguistik an der Universität Bamberg. Dort bin ich nun als Privatdozentin tätig.

War es für Sie schwierig, in eine männerdominierte Wissenschaftswelt hineinzukommen?

Nun, es war schon recht stressig, die Habilitation zu erlangen. Man muss als Frau schon sehr, sehr gut sein, um vor den prüfenden Professoren zu bestehen. Ich musste mich sehr selbstdisziplinieren, um im Sachlichen und Fachlichen überzeugend zu sein. Ein besonderer Nebeneffekt ergab sich in jener Zeit: ich lernte, dass die allseits geforderte Frauenquotenregelung gerade Frauen eher schadet als nutzt. Vielmehr ist es wichtig, dass sich Frauen gegenseitig fördern, Netzwerke bilden und Kontakte pflegen. Hier konnte ich im Rahmen verschiedener Gastdozenturen / beruflicher Reisen an den/die Universitäten Århus (Dänemark), Urbino (Italien) und Tbilissi (Georgien) wegweisende Erfahrungen sammeln.

Sie haben beruflich vieles erreicht. Was ist Ihnen bislang noch nicht gelungen?

Natürlich hätte ich gerne eine Professorenstelle. Derzeit befinde ich mich in "Warteposition", und da meine Habilitation erst vor rund eineinhalb Jahren erfolgte, liege ich noch sehr gut in der Zeit. Doch angesichts der geplanten Hochschulreform, die Stellenabbau mit sich bringt, dürfte es schwieriger geworden sein, dieses Ziel auch wirklich zu erreichen.

Doch nun zur Ihrer Zweitkarriere als Krimi-Autorin. Seit wann schreiben Sie? Und was reizt Sie, Krimis zu verfassen?

Ich schreibe Kurzkrimis seit 2000. Vor zwei Jahren erschien dann mein erster Roman "Tochter-Seelen" im Verlag Andrea Schmitz, nahe Hamburg. Ich sandte mein Exposé dorthin, und wir kamen dabei relativ flott ins Geschäft. Mein jüngstes Buch "Maskenspiel", mit dem Untertitel "Der erste Katinka Palfy-Krimi", erscheint in Kürze im Verlag Armin Gmeiner, Meßkirch. Der Verlag hat sich auf Themenkrimis im Lokalkolorit spezialisiert. Das inhaltliche Sujet von "Maskenspiel" ist im Universitätsbereich angesiedelt und spielt sich im typischen Bamberger Genre voller Urtümlichkeit ab.

Welches Konzept liegt Ihrem Buch zugrunde?

Da ist die Figur der Privatdetektivin Katinka Palfy, der ich Raum und Gedanken verleihe. Katinka Palfy, global denkend und unvoreingenommen, gerät in Stress mit Leuten, die so schwach und verunsichert sind, daß sie dringend ein Korsett aus festen Regeln brauchen. Sie macht sich zum Wortführer, um gegen Engstirnigkeit und Vorverurteilung anzugehen. Solchen Menschen möchte ich eine Stimme geben.

Wie gehen Sie beim Schreiben eines Buches vor?

Meistens ist erst mal eine Figur da, auch Bilder oder sogar kleine Filmsequenzen, ähnlich Schnappschüssen. Dann lasse ich erstmal den Genius arbeiten, die Ideen kommen, denke nicht, schreibe bloß. Die Nacharbeit erledigt dann der Handwerker: Er korrigiert, strukturiert den Plot und kritisiert, damit aus einer sprühenden Ideensammlung auch ein richtiges Buch wird.

"Maskenspiel" ist fertig – gibt es neue Buchprojekte?

Die Figur der Katinka Palfy ist ja als "Bamberger Serie" angelegt. Da habe ich bereits so etliche Sachen im Kopf. Das zweite Buch wird sich vermutlich zur Bamberger Sandkirchweih abspielen, einstmals ein beschauliches kleines Fest an der Regnitz, heutzutage eine jährliche Riesenparty. Das gibt sicherlich eine Menge Krimistoff her.

Schlussfrage: Was machen Sie in Ihrer Freizeit?

Schreiben, schreiben, schreiben – sowohl im Universitätsbereich als auch als Schriftstellerin. Früher hatte ich noch Zeit für Sport, heute bleibt mir nur noch hin und wieder etwas Freizeit für kreativen Stepptanz.

Das Gespräch führte Brigitte Karch©

brikada stellt Friederike Schmöes neues Buch vor:
Maskenspiel (hier nachlesen)