Sabine von Süsskind: „Man muss lernen im Jetzt zu leben!“


Da sind das Bayerische Gartennetzwerk, der jährlich ausgelobte Deutsche & Europäische Gartenbuchpreis, die Jahr für Jahr ausgerichteten Gartentage, gefolgt von anspruchsvollen Konzerten, Lesungen und Theateraufführungen. Privatpersonen oder Firmen favorisieren die gebotenen Räumlichkeiten für Hochzeiten, Events und Seminare.

Es ist im Wesentlichen Baronin Sabine von Süsskind, verheiratet mit Baron Robert von Süsskind und Mutter zweier Kinder, zu verdanken, Schloss Dennenlohe zum viel frequentierten Treffpunkt für Park- und Gartenfreunde heutiger Prägung entwickelt zu haben. Baron von Süsskind widmet sich leidenschaftlich der Garten- und Parkgestaltung. Bei Gartentouren führt er höchst persönlich interessiertes Publikum und verrät Tipps rund um die Gartengestaltung. Baronin von Süsskind hingegen hat den eher sachlich-pragmatischen Part übernommen. Perfektion ist ihr Credo. Hinzu kommt Kreativität, gepaart mit untrüglichem Blick fürs Machbare. Eigenschaften, die echte Macherinnen auszeichnen. Die 46-jährige ist Initiatorin und Impulsgeberin zahlreicher Projekte.

Freifrau von Süsskind ist gebürtige Münchnerin. Als Einzelkind wurde sie von ihren Eltern leistungsorientiert erzogen. Schließlich sollte sie zukünftig das väterliche Unternehmen führen. Für die studierte Diplom-Fachfrau mit Auslandsaufenthalten in New York und London sowie Arbeiten in einem großen deutschen Bankhaus kam es dann doch anders. Sie wurde Schlossherrin und begibt sich seither auf Spurensuche, das herrschaftliche Erbe sorgsam und lebendig in die Zukunft hinein zuführen.

Wie kamen Sie auf die Idee, das Bayerische Gartennetzwerk zu gründen?
Mein Mann und ich hatten in vielen unserer England-Aufenthalte gesehen, wie wichtig ein Netzwerk für Parks und Gartenbesucher ist. 2007 beschlossen wir die erste bayerische Gartennetzwerkkarte mit 32 Gärten und Parks zu realisieren. Dabei wurden wir tatkräftig durch die BAYERN TOURISMUS Marketing GmbH unterstützt.
In den vergangenen vier Jahren ist es uns nun gemeinsam mit dem Bayerischen Wirtschaftsministeriums, unter Mitwirkung des Landwirtschaftsministeriums, der Landesmarketingagentur sowie dem am 27. Januar 2011 neu gegründeten Verband „Bayerischer Parks und Gärten e.V.“ gelungen, die bayerischen Gärten weiter in das Bewusstsein der Touristen zu rücken. Die neue Marketingoffensive 2011 – so bin ich mir sicher – wird erheblich zur Steigerung der Bekanntheit von Bayerischen Parks und Gärten beitragen.
Derzeit sind unter dem Dach des Bayerischen Gartennetzwerkes 2011 ein Dutzend Parks und Gärten vertreten.

Was wollen Sie zukünftig erreichen?
Die 12 Gärten sind ein erster Schritt, nachdem wir ja Anfang 2008 mit der gedruckten Gartennetzwerkkarte auf den Markt kamen. Das Potenzial liegt bei rund 120 Parks und Gärten in Bayern.

Haben Sie Zeit zum Genießen und Verweilen in Ihren herrlichen Parkanlagen?
Leider viel zu selten.

Sie initiierten ja auch den Deutschen & Europäischen Gartenbuchpreis …
Richtig. Die Idee dazu realisierten wir ebenfalls im Jahr 2007. Der Deutsche Gartenbuchpreis prämiert qualitativ hochwertige Werke der Gartenliteratur. Er ist in seiner Art einzigartig und wird jährlich in fünf Kategorien vergeben. In diesem Jahr haben wir erstmals den „European Garden Book Prize“ verliehen.

Wo befindet sich ihr Lieblingsplatz im Schloss Dennenlohe?
Im Büro und im Bad – dort auf dem Sofa (lacht).

Welches sind Ihre Lieblingspflanzen?
Pfingstrosen, Azaleen, Christrosen.

Sie sind bekannt als stringente Macherin, die rasch zu perfekten Ergebnisse kommen will. Was tun Sie für sich persönlich?
An mein – schon länger zurückliegendes Betriebswirtschaftstudium in München habe ich vor 2 Jahren die „Masterausbildung“ angehängt. Auch habe ich endlich mit meiner Promotion begonnen. Das bedeutet für mich auch so eine Art Emanzipation von meinem Elternhaus, das gelegentlich meinen familiären und beruflichen Verpflichtungen recht kritisch gegenübersteht.

Gibt es Aufgaben, die Sie nicht so gerne machen?
Aber ja! Buchhaltung und Aufräumen. Es gibt hier so vieles, was ‚einfach rumsteht‘, dann bekomme ich einen Wutanfall und werfe alles weg Und mein Mann holt es wieder aus dem Mülleimer…. (lacht).

Welche Ziele wollen Sie erreichen?
Wir haben 2004 begonnen, den Schlosspark Dennenlohe gezielt kommerziell zu betreiben. Von den anfangs jährlich etwa 6.000 Besuchern sind es inzwischen 35.000 Besucher geworden. Zielmarke sind 100.000 Besucher in den nächsten 10 Jahren.

Haben Sie ein Lebensmotto, bzw. wie lautet es?
Man muss lernen, im Jetzt zu leben. Frei nach ‚Carpe diem‘, nutze den Tag!
Das Interview führte Brigitte Karch

Weitere Informationen:
www.dennenlohe.de

Bildunterschrift: Baronin Sabine von Süsskind. Foto: Schloss Dennenlohe

(Der Link wurde am 08.08.2011 getestet.)