Rebecca Bogner und Annabell Bogner: „Wir wollen unsere Kreativität frei ausleben und beruflich unabhängig sein“


Vielleicht ist das Gespür und die Faszination für schöne Dinge „familienbedingt“; denn bereits der Großvater von Rebecca Bogner und Annabell Bogner, Hans Beck, fertigte Lederarmbänder für bedeutende Firmen. Der Vater der beiden Designerinnen ist Betriebsleiter bei einer sozialen Einrichtung namens „Miteinander Leben“. Und die Mutter von Annabell und Rebecca ist gelernte Bankkauffrau und nun für den Vertrieb zuständig.

Im Interview mit brikada sprechen die beiden Existenzgründerinnen über ihre Beweggründe, sich selbständig zu machen, über ihre Ziele und Visionen.

Was hat Sie dazu gebracht, Ihren derzeitigen Beruf zu wählen?
Die Wahl, sich mit einer jungen und außergewöhnlichen Accessoires-Linie selbstständig zu machen, ist zum Teil Passion, zum Teil Zufall. Spaß am Arbeiten mit dem schönen Material Leder hatten wir – durch unsere Familie bedingt – schon immer, Inspirationen ebenfalls. Dass wir uns nun zu diesem Zeitpunkt entschieden haben, mit dem Projekt zu starten, ist aber zufällig. Wir wollten unsere Kreativität frei ausleben und beruflich flexibel und unabhängig sein. Unser Traum sollte in Erfüllung gehen …

Haben Sie dies mit eigener finanzieller Kraft bewältigen können oder mussten Sie Fremdkapital aufnehmen?
Wir mussten kein Fremdkapital aufnehmen, sondern realisierten den Start unserer Marke durch Eigenkapital und gute Konditionen: So haben wir bei unseren Lieferanten lange Zahlungsziele ausgehandelt, die uns beim Aufbau der neuen Marke entgegenkommen.

Wer hat Sie bei Ihrer Existenzgründung seelisch/ideell unterstützt?
Annabell Bogner: Mein Freund hat mich super unterstützt und war immer – auch in schwierigeren Momenten – für mich da. Er hat ganz fest an unser Projekt geglaubt, das hat mich bestärkt, das Projekt zu verwirklichen.

Annabell & Rebecca Bogner: Wir haben uns zudem immer wieder selbst motivieren und aufbauen können – zusammen ist die Lösung einiger Probleme gleich viel einfacher…

Wer von Ihnen beiden ist wofür verantwortlich?
Beka kann eher als Kreativabteilung gesehen werden, Bell ist primär für den Vertrieb/Verkauf zuständig.

Bitte beschreiben Sie Ihre aktuelle Kollektion.
Unsere Kollektion ist frisch, farbenfroh, lebendig und überraschend. Wertvolle, edle Materialien sind uns sehr wichtig, da die Qualität ebenso wichtig ist wie der Style der Accessoires. Einige der Schmuckstücke sind mädchenhaftromantisch, vor allem, da unser charakteristischer Schmetterling bei allen Stücken zu finden ist.

Wie sieht bei Ihnen ein „ganz normaler Arbeitstag“ aus?
Bei Beka steht momentan noch das Studium im Vordergrund: Sie studiert Modedesign. Bei Bell ist ein normaler Arbeitstag mittlerweile schon Stress pur, macht aber unheimlich viel Spaß. Neben alltäglichen Bürotätigkeiten stehen Kundenpflege, Messeauftritte im In- und Ausland oder die Koordination mit Mitarbeitern und Agenturen im Mittelpunkt.

Was unternehmen Sie in Ihrer Freizeit?
Bell: Ich spiele gern Tennis, gehe regelmäßig laufen und lese gern.
Beka: Eines meiner liebsten Hobbys ist das Zeichnen. Ansonsten habe ich viel Freude an meinen beiden Katzen Mozart und Gismo und interessierte mich für alle Themen rund um die Mode.

Haben Sie künstlerische Vorbilder?
Bell: Mein künstlerisches Vorbild ist Vivienne Westwood. Ihre Kollektionen sind überraschend, außergewöhnlich und sie ist immer wieder faszinierend anders.
Beka: Meine liebste Künstlerin ist die elfenhafte Schauspielerin Keira Knightley, die mich auch schon zu dem einen oder anderen Design inspiriert hat und die für mich eine junge Frau verkörpert, die sehr gut zur Marke Beka&Bell passt.

Wie sehen Ihre Pläne für die Zukunft aus?
Zunächst möchten wir unsere Marke weiter auf- und ausbauen. Neben dem deutschen Markt möchten wir andere, internationale Märkte erobern – so etwa den amerikanischen Markt. Wir möchten immer wieder besondere und schöne Accessoires kreieren und verwirklichen.
Die Interviewfragen stellte Brigitte Karch

Weitere Informationen:
www.beka-bell.de

(Der Link wurde am 25.04.2011 getestet.)