Uta Börger: „Wir wollen mit liesLotte Familien mit Kindern Orientierungshilfe bieten“


Uta Börger, 1975 in Apolda (Thüringen) geboren, machte sich nach dem Abitur daran, zunächst „etwas Anständiges zu lernen“, gewissermaßen als Kompromiss zu den von ihren Eltern geäußerten Berufswünschen. Sie nahm das Sozialpädagogikstudium auf. Es folgten zahlreiche Fortbildungsseminare und Workshops, so unter anderem über Öffentlichkeitsarbeit und grafische Gestaltung. Uta Börger war dabei so erfolgreich, dass sie einen Flyer-Wettbewerb für das 30-jährige Jubiläum der Alten- und Service-Zentren der bayerischen Landeshauptstadt München gewann. Für eine Quereinsteigerin eine beeindruckende Leistung!

Im Zuge ihrer grafischen Tätigkeit verfasste sie auch Texte. Sie komplettierte ihre Fähigkeiten in der Journalistenakademie München, war als PR-Referentin tätig und eignete sich darüber hinaus über viele Jahre hinweg umfassende Marketingkenntnisse an.

Seit 1. Dezember 2009 bringt Uta Börger liesLotte, das Familienmagazin für Augsburg Stadt & Land, heraus. Die Startauflage des zwei monatlich erscheinenden Magazins betrug 7.000 Exemplare, aktuell sind es 21.000 Stück. Parallel dazu ist liesLotte im Onlinebereich präsent.

Uta Börger lebt heute in Augsburg. Sie ist verheiratet und Mutter zweier Töchter.

Welches waren Ihre Beweggründe, liesLotte herauszugeben?
Eigentlich war ich von meiner Arbeit im PR-Bereich ziemlich frustiert. Da wurde ich in München auf ein ähnliches Magazin aufmerksam. Ich fand die Idee, für Familien etwas zu bewegen, toll und wollte, dass es solch ein Format auch in anderen Städten gibt.

Wie kamen Sie auf den Titel liesLotte?
Das entstand aus dem Bauchgefühl. Ich wollte unbedingt einen Namen, damit sich die Leser identifizieren können. Und dieses Wortspiel liebe ich einfach. Dass wir damit richtig liegen, beweisen uns die vielen positiven Rückmeldungen.

Was wollen Sie mit liesLotte erreichen?
Mit unserem Familienmagazin für Augsburg und Umgebung sprechen wir vor allem Familien mit Kindern an. Wir wollen sie unterstützen und als Orientierungshilfe zur Seite stehen. liesLotte liegt in über 700 Stellen kostenlos aus, darunter in Kindergärten, Büchereien, Praxen von Kinderärzten und Therapeuten.

Wie sind Sie bei der Umsetzung Ihrer Idee vorgegangen?
Zusammen mit einer Freundin, die im Bankenbereich tätig ist, erstellten wir im März 2009 einen Businessplan. Wir haben sehr viel diskutiert und uns auch durchaus konstruktiv gestritten. Eigentlich wollte ich keinen Plan erstellen. Doch im Nachhinein betrachtet, war das der richtige Weg. Nicht zuletzt auch deshalb, weil eine Kalkulation für solch ein Projekt zwingend notwendig ist. Leider haben wir dann doch keine Fördermittel erhalten.

Worin liegt das Erfolgsrezept von liesLotte begründet?
Die sehr gute Vorbereitung sowie ein Team hoch motivierter, engagierter Frauen. Wir alle ergänzen uns sehr gut. Anfangs arbeiteten wir ehrenamtlich, aber alle Mitarbeiterinnen haben sich darauf eingelassen, weil sie die Idee so toll finden. Inzwischen können wir Honorare zahlen.
Nicht zuletzt liegt es an der Thematik, die wir mit liesLotte aufgreifen. Solch ein Magazin hat einfach gefehlt. Wir sind nahe am Leser, unser Themenspektrum ist sehr vielfältig.

Was reizt Sie an Ihrem Beruf?
Es ist einerseits der Umgang mit vielen Menschen und vielen Einrichtungen. Andererseits kann ich viel bewegen, denn ich mache etwas für Kinder und Familien – das ist mir wichtig.

Was möchten Sie mit „liesLotte“ noch erreichen?
Ich bin stolz und glücklich, dass ich es in so kurzer Zeit geschafft habe, liesLotte so gut am Markt zu platzieren. Natürlich bleiben noch Wünsche offen. So möchte ich beispielsweise den Bekanntheitsgrad von liesLotte regional und überregional weiter steigern.

Außerdem habe ich zusammen mit weiteren zehn Magazinen das FamilienMagazinNetzwerk gegründet. Auch das möchte ich weiter ausbauen.

Haben Sie sich Ihren Beruf als Chefredakteurin und Geschäftsführerin so vorgestellt?
Die Arbeit als Chefredakteurin habe ich mir so vorgestellt. In den Aufgabenbereich als Geschäftsführerin musste ich erst hineinwachsen. Ich habe nicht damit gerechnet, dass der bürokratische Aufwand so groß ist. Das nervt doch manchmal sehr.
Das Interview führte Brigitte Karch

Weitere Informationen:
www.lieslotte.de

Bildunterschrift: Uta Börger

(Der Link wurde am 02.02.2011 getestet.)