izb: Tulpenmensch Jacqueline van der Kloet: „DIE Tulpe gibt es nicht“


Ihre gärtnerische Handschrift ist einzigartig, weil sie mit viel Gespür Einjährige, Stauden und Blumenzwiebeln gekonnt kombiniert. Wenngleich ihr der neue Keukenhof in den Niederlanden sehr am Herzen liegt, so sind ihre Projekte weltweit zu finden, ob auf der Expo 2000 in Hannover, dem Regierungsviertel in Kuweit, dem Millenniumpark in Chicago, dem Battery Park in Washington, dem River Park in Shenyang, China, der Highline mit dem Seasonal Walk in New York. In Deutschland wird man Jacqueline van der Kloets Lust am Kombinieren von Pflanzen in wenigen Wochen auf der Landesgartenschau in Bad Essen bestaunen können.

Wir sprachen mit Jacqueline van der Kloet über Tulpen.

Frau van der Kloet, was fällt Ihnen spontan zu Tulpen ein?
Der Keukenhof, die Insel Mainau, ja und dann in wenigen Wochen Schloss Ippenburg, als Zentrum der Landesgartenschau in Bad Essen. Wir haben hier so viele Tulpen gepflanzt, es muss ein Fest werden.

Anders gefragt, was fällt Ihnen zu Schnitt-Tulpen ein?
Ihre Überschwänglichkeit. Ihre unglaubliche Vielseitigkeit. Keine andere Blume hat so viele überraschende Erscheinungsformen. DIE Tulpe gibt es nicht, sie sind so verschieden.

Was sind Ihre Lieblingstulpen?
Oh, viele. Beispielsweise die zart apricotfarbene ´Menton´ oder die lilienblütige ´White Triumphator´ oder die weiß-grünliche ´Spring Green´. Ich mag gerne diejenigen Tulpen, die so ein bisschen anders sind als die andern.

Wenn Sie Tulpen so mögen, denken sie denn, dass das Tulpensortiment im Blumenfachhandel groß genug ist?
Ja, bei uns in Holland ist das Sortiment schon ziemlich riesig und es verändert sich auch im Laufe der Saison. Später im Frühjahr folgen die Papageientulpen mit ihren faszinierenden Farbverläufen, auch die mag ich sehr.

Gibt es denn keine Tulpe, die Sie vermissen?
Es gibt schon sehr viele Tulpen, aber von den dunklen Tönen gibt es als Schnittblume sehr wenig. Das ist schade, denn so eine ´Queen of Night´, eine ´Negrita´ oder auch eine ´Uncle Tom´ wären auch in der Vase sehr schön. Das sähe sicher sehr extravagant aus.

Gibt es Männer- und Frauentulpen? Unterscheiden sich die Vorlieben?
Also Tulpen sind Blumen, die man gut Männern und Frauen schenken kann. Aber ich würde mir gut überlegen, wem ich die Tulpen schenke.

Welche Tulpen würden Sie denn beispielsweise einem Mann schenken?
Ach, Männern können Tulpen gar nicht groß genug sein. Je dicker die Blüten und auch je klarer und knalliger die Farben sind, um so besser. Knallrot, leuchtendgelb und auch dicke, gefüllte Tulpen gefallen Männern gut.

Und Frauen?
Frauen mögen es gern pastelliger, oder Zwischentöne, oder ausgefallene Formen.

Wenn Sie jetzt einer Frau Tulpen schenken dürften, wem würden Sie welche schenken?
Ich glaube unserer Königin Beatrix, dicke, gefüllte orangefarbene Tulpen, einen Riesenstrauß.

Wann haben Sie den letzten Riesentulpenstrauß bekommen?
Oh, viel zu selten. Ich kann mich nicht erinnern. Manchmal, wenn ich in Amsterdam über den Blumenmarkt am Singel spaziere, dann kaufe ich mir selber einen dicken Arm voll – damit verwöhne ich mich. Ich finde es immer wieder ein großes Erlebnis, aus einer so reichen Vielfalt auszuwählen.

Und jetzt nochmal, was ist das Besondere an Tulpen?
Sie sind einfach von Anfang bis zum Ende schön. Ich hatte einmal Tulpen in der Vase vergessen und kam nach einer längeren Reise zurück. Da standen die Tulpen noch auf meinem Schreibtisch, waren längst vertrocknet, aber selbst in diesem verwelkten Zustand waren sie noch wunderschön. Das gibt es bei keiner anderen Blume. So viel Grazie, ein Leben lang und darüber hinaus.
Quelle: IZB

Weitere Informationen:
www.theetuin.nl
www.blumenzwiebeln.de

Bildtext: Die Gartenarchitektin Jacqueline van der Kloet liebt Tulpen als Schnittblumen und… Foto: IZB

(Die Links wurden am 17.01.2010 getestet.)