Barbara Kagerer auf süßen Streifzügen durch München


Was hat Sie veranlasst, dieses Buch zu schreiben?
Kaffee und Schokolade, das will ich gerne zugeben, da ist es um mich geschehen. Deshalb kam mir das Angebot des Umschau-Verlages gerade sehr gelegen, der eine Buchserie „Kaffeehaustraditionen“ vorbereitet. Das Angebot lautete, die Autorenschaft für „Süßes München“ zu übernehmen. So habe ich mich in meiner schönen Stadt unter Kaffeesiedern und Cafetiers, Chocolatiers, Konditoren und Confiseurs umgesehen. Nichts lieber als das.

Nach welchen Kriterien wählten Sie die Kaffeehäuser aus?
Redaktionell, das ist ja meine Aufgabe als Autorin, habe ich ein qualitatives Auswahlkonzept entwickelt, das thematische Schwerpunkte bildet und die Auswahl letztendlich bestimmt hat: „Kaffeehaustraditionen“, „Meisterstücke mit Geschichte“, „Literaten, Konzert und Museum“, „Trends & Szene“, „Confiserie & Süße Lebensart“, „Der Duft der braunen Bohnen“ und „Kaffee & Mehr“. Die 90 im Buch vorgestellten Betriebe sind diesen Themenbereichen zugeordnet, sodass sich der Leser je nach Interesse gut zu Recht finden kann.

Welches der „Süßen Orte“ gefällt Ihnen persönlich ganz besonders?
Das kann ich in diesem Sinne gar nicht so genau beantworten, denn es sind mir wirklich bei meinen Streifzügen so viele außergewöhnliche Menschen und auch außergewöhnliche Orte begegnet, die jeder für sich auf ihre Art einzigartig und unverwechselbar sind.

Lieben Sie Süßigkeiten? Welches sind Ihre Top-Favoriten?
Ich verweise auf Frage eins und stelle fest: Ich bin eine Naschkatze. Ich werde besonders schwach bei Pralinen, Trüffeln und Schokoladen. Aber auch scheinbar einfaches bayerisches Traditionsgebäck schmeckt mir eben einfach gut, wie zum Beispiel Strauben, Bavesen, Strudel oder Hefeteilchen. Sahnetorten sind nicht so mein Fall.

Nachdem Sie nun soviel Einblicke in die süße Branche hatten: Was bewundern Sie am meisten am Konditorenberuf bzw. welche Berufschancen sehen Sie hier für Frauen?
Mich hat am meisten beeindruckt, mit welcher Leidenschaft und großer Sorgfalt die Konditoren und auch Kaffeeröster ihrem traditionellen und gleichzeitig innovativen Handwerk nachgehen. Diese Begeisterung ist wirklich ansteckend.

Frauen sind ja in Sachen Genuss schlechthin schon mal vorne dran und da Backen ureigenste Tätigkeit der Frau, die Herstellung dieser Köstlichkeiten mit viel Feingefühl und Handarbeit verbunden ist, sind Frauen prädestiniert für den Beruf Konditorin, Patissiére oder Confiseurin. Ich habe bei meiner Arbeit viele Frauen getroffen, die aus ganz anderen Branchen kommen und diesem Metier verfallen sind, weil sie zum Beispiel irgendwann mal etwas über französische Torten gelesen haben. Außerdem gibt es auch viele Möglichkeiten als Fachverkäuferin, in der Dekoration, als Barista oder Servicekraft.

Ist „Süßes München“ der Beginn einer süßen Autoren-Leidenschaft auch in andere Regionen auf Spurensuche zu gehen?
Diese süße Entdeckungsreise hat natürlich Lust auf mehr Dolce Vita gemacht. Zu schauen, wo es (heiße) Schokolade für die Seele gibt, wo man bis abends frühstücken kann, wo täglich frisch gebacken wird, wo es unglaublich gut nach Kaffee duftet oder wo man am besten stehen und sehen kann bei Poesie und Milchkaffee, das hat schon was. Und süße Lebensart wie auch Kaffeespezialitäten gibt es natürlich nicht nur in München…

Die Fragen stellte Brigitte Karch. In Kürze folgt die Rezension des Buches "Süßes München".