Kathrin Wickenhäuser: „Unsere Gäste wissen unsere individuelle Betreuung sehr zu schätzen!“


Ihre Eltern – Dipl. Volkswirtin Ute Wickenhäuser und Prof. Dr. Fritz Wickenhäuser “ bauten gemeinsam das Münchner Haus Hotel Cristal auf, das mittlerweile als 4-Sterne-Hotel mit 100 Zimmern zur Best Western Hotelkette gehört, auf. Mit Fleiß und gutem Gespür für individuelle Gästebetreuung gelang es ihnen zusammen mit dem langjährigen Geschäftsführer Joachim Trautmann, sich ein ausgezeichnetes Renommee zu erarbeiten. Vor zwei Jahren kam das 2-Sterne Hotel Dolomit mit 43 Zimmern hinzu. Seit 1. August 2006 ist Kathrin Wickenhäuser die neue Verkaufsleiterin im Best Western Hotel Cristal und Hotel Dolomit, München, und übernimmt seither Schritt für Schritt die Führungsposition ihrer Eltern ein. Mutter und Vater haben sie nie in diese berufliche Richtung gedrängt, versichert Kathrin Wickenhäuser, die ihre Ausbildung zur Diplom Soziologin in der Tasche hat und im Juni 2008 ihren Abschluss MBA für Unternehmensgründer- und Nachfolger an der FH Deggendorf machen wird. Insgesamt sind in beiden Hotels rund 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter 10 Auszubildende, beschäftigt.

Was hat Sie dazu gebracht, Ihren derzeitigen Beruf zu wählen?
Es war eigentlich mein erstes Schnupperpraktikum in unserem Hotel, das ich mit 16 Jahren in den Schulferien machte, und das mich sehr faszinierte. Während des Studiums seit 2001 arbeitete ich immer wieder im elterlichen Hotel. Diverse andere Branchen lernte ich durch Praktika. Das Fazit, das ich aus diesen Erfahrungen zog: die Hotellerie ist die Branche, die durch ihre Vielfältigkeit der Anforderungen mir am meisten Freude zum Arbeiten bereitet.

Wie haben Sie sich auf die Unternehmensnachfolge vorbereitet?
Zum einen durch langjährige studiumsbegleitende Tätigkeit im eigenen Betrieb in verschiedenen Abteilungen, zum anderen durch die Einarbeitung in die Investitionsplanung- und Finanzierungsplanung sowie durch einen betriebswirtschaftlichen Aufbaustudiengang.

Sie haben eine Diplomarbeit geschrieben “ wobei ging es da inhaltlich und wie lautet Ihre Masterarbeit?
In meiner Diplomarbeit in Soziologie beschrieb ich die “ Erfolgsfaktoren für die generationsübergreifende Existenzsicherung von Familienunternehmen“. Meine Masterarbeit verfasse ich zum „Erstellung einer Investitions- und Finanzplanung für die Cristal Hotel Betriebsgesellschaft im Rahmen der anstehenden Unternehmensübergabe“.

Sie sind ja im Tagesgeschäft fest involviert. Welches ist derzeit ihr Aufgabengebiet?
Als mehrheitsrechtliche Gesellschafterin der Cristal Betriebsgesellschaft bin ich nunmehr für die Pressearbeit, regionale Etablierung als familiengeführtes Hotel sowie die Entwicklung eines Modernisierungskonzeptes, insbesondere für das Best Western Hotel Cristal, verantwortlich.

Welche Gäste buchen in Ihren beiden Häusern?
Wir haben Firmenkunden, Messegäste sowie Tagungs- und Konferenzgäste, die den Tagungsbereich mit 7 Konferenzräumen gerne nutzen. Ebenso begrüßen wir in unseren Häusern Individualreisende und Package-Gäste, für die wir eigene Übernachtungsangebote erstellen. Erfreulich ist dabei vor allem, wie man immer wieder Rückmeldungen erhält, aus denen hervorgeht, dass unsere Gäste unsere persönliche, individuelle Betreuung sehr zu schätzen wissen!

Welche Projekte stehen 2008/09an?
Nun, wir wollen das 2 Sterne Hotel Dolomit um circa 40 Zimmer erweitern. Und im Best Western Hotel Cristal Renovierungsmaßnahmen vor allem bei der Möblierung vornehmen.

Was raten Sie jungen Frauen, die vor der Berufswahl stehen?
Junge Frauen sollten durch Praktika in verschiedene Branchen „hineinschnuppern“: gewiss weiß man danach nicht ganz genau, wo es lang geht, aber eine ungefähre Tendenz, ob die eine oder andere berufliche Richtung stimmt, ist vorhanden.

Gibt es Aufgaben, die Sie nicht so gerne machen?
Die Abwechslung ist das Ausschlaggebende: daher ist es schön, so manch einen Tag im Büro zu verbringen und über Zahlen zu nachzudenken, dann bin ich aber auch wieder froh, meine Gäste zu sehen, mit ihnen zu reden und das Leben im und um das Hotel herum zu erleben.

Haben Sie schon mal den Beruf wechseln wollen?
Nein, noch nie.

Was unternehmen Sie in Ihrer Freizeit?
Am liebsten reisen, um andere Hotels kennen zu lernen, mit Freunden, meinen Eltern und meinem Bruder Franz, der Berufsfotograf und im Hotel als Haustechniker angestellt ist, etwas zu unternehmen.

Wo gehen Sie in München gerne hin?
Kulturell favorisiere ich die Staatsoper München und das Deutsches Theater. Wenn es um Gastronomie geht, liebe ich die kleinen Schwabinger Kneipen und zum Einkausbummel zählt die
Hohenzollernstrasse zu meinen Lieblingsadressen.

Welche berufliche Zielen streben Sie an?
Ich wünsche mir die erfolgreiche Weiterführung der Cristal Betriebsgesellschaft. Ich möchte dazu beitragen, unsere Familie Wickenhäuser als Hoteliers Familie in München zu positionieren und außerdem möchte ich eventuell weitere Hotels hinzunehmen.

Eine recht persönliche Frage: Denken Sie an Familienplanung?
In naher Zukunft steht für mich an erster Stelle die Weiterführung der Betriebe; wobei Familienplanung gewiss nicht ausgeschlossen ist, das nimmt jedoch momentan keine Priorität ein.

Nach welcher Philosophie gestalten Sie Ihr Leben?
Positiv mit sich und der Umwelt umzugehen.

Wer oder was inspiriert Sie?
Unser Zusammenhalt in der Familie – eines der Dinge, die man im Leben nicht kaufen kann.

Was denken Sie über das Altern?
Altern als solches sehe ich als etwas Positives an: jeder Lebensabschnitt bringt neue Aufgaben und Herausforderungen mit sich – positiv, wie auch negativ.

Das Interview führte ©Brigitte Karch