Mädchen erfinden die Zukunft


Der vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderte europäische Wettbewerb "Vision 2027 – Erfinde deine Zukunft" zeichnete im Rahmen einer Feierstunde im Zeiss Großplanetarium Berlin die besten technischen Ideen von Mädchen für eine gerechtere und lebenswertere Zukunftsgestaltung aus. 354 Mädchen haben sich mit 195 Einzel- und Gruppeneinsendungen aus dem ganzen Bundesgebiet sowie europäischen Nachbarländern beteiligt.

"Mädchen und junge Frauen haben heute eine sehr gute Schulbildung. Trotzdem wählen sie ihre Ausbildung noch viel zu oft aus einem sehr eingeschränkten Spektrum an Berufen", so Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen. "Mit diesem Erfinderinnenwettbewerb wollten wir möglichst viele Mädchen und junge Frauen dazu ermutigen ihre Phantasie, Kreativität und Talente in naturwissenschaftliche und technische Zukunftsvisionen einzubringen. Die Potentiale der Mädchen sind vielfältig und werden jetzt und für die Zukunft dringend gebraucht."

Die Einsendungen zeigen die vielfältigen Potenziale von Mädchen und jungen Frauen: Ausgezeichnet werden z. B. Cora Friebl und Georgina Schneid aus Nürnberg mit dem "Sonderpreis für Chancengleichheit" deren Idee zum "DGSROB", der als "Deutscher-Gebärdensprachen-Roboter" zur Kommunikation zwischen Gehörlosen und Hörenden eingesetzt werden soll sowie die Erfindung "Future-Car-Energie", das als alternatives Antriebskonzept für Autos von Janina König aus Hamburg erdacht wurde und der von Nina Yasmin Sommer aus Bielefeld in Teamarbeit entwickelte Solarkocher für Afrika, betrieben mit Sonnenenergie.

Der Wettbewerb findet im Rahmen des Projekts "Girls´Day – Mädchen-Zukunftstag" statt, um Mädchen und junge Frauen für Berufe oder ein Studium in naturwissenschaftlichen und technischen Fächern zu gewinnen. Das immer noch eingeschränkte Berufswahlspektrum von Mädchen und jungen Frauen soll aufgebrochen, ihre beruflichen Zukunftschancen dadurch erhöht werden. Nahezu in ganz Europa sind Frauen in Forschungspositionen in Industrie und öffentlichen wissenschaftlichen Einrichtungen unterrepräsentiert. Ihr Anteil könnte noch deutlich gesteigert werden: Von den 6.000 Erfindungen, die jährlich mit Namen gekennzeichnet beim Deutschen Patent- und Markenamt angemeldet werden, sind lediglich drei Prozent von Frauen.

Die Entscheidung fiel der hochkarätig besetzten Jury nicht leicht: Es wurden insgesamt 15 Ideen für die Zukunft mit Preisen von Fujitsu Siemens, Motorola, Intel, Nintendo, der Deutschen Telekom, der Universität Bielefeld und dem EADS Astrium, dem europäischen Kompetenzzentrum für den Raumtransport und die bemannte Raumfahrt, ausgezeichnet. Mitglieder der Jury sind unter anderen Gaby Miketta-Haak von Focus Schule, Prof. Dr. Th. Christaller vom Fraunhofer IAIS und Maud Pagel von der Deutschen Telekom.

Der Wettbewerb "Vision 2027 – Erfinde deine Zukunft" wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und fand statt im Rahmen des "Europäischen Jahres der Chancengleichheit für alle".

Quelle: Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V.