Akademische Weihen für Forensik-Krankenpflegerin Oxana Konrad in der LWL-Klinik Schloss Haldem

 

 

 

Die Klinik hat die Teilnahme ihrer erfahrenen Beschäftigten an dem berufsbegleitenden Studiengang "Psychiatrische Pflege/Psychische Gesundheit" initiiert und umfangreich unterstützt. "Durch akademisch ausgebildete Fachpflegekräfte erreichen wir die notwendige Verzahnung zwischen Praxis und Wissenschaft der forensisch-psychiatrischen Pflege", erklärt Pflegedirektor Stefan Schuchardt. Pflegerisches Handeln werde zunehmend komplexer und auch therapeutisch eingesetzt, sagt Schuchardt. So gestalte das Pflegepersonal beispielsweise den Alltag in den Wohngruppen als soziales Lernfeld für die Patienten. Und das Besondere ist: "Die Bachelor-Absolventen bleiben in den Teams und fungieren dort als Impulsgeber und Leitpersonen, um wissenschaftlich fundierte Standards und Strukturen direkt in die pflegerische Praxis zu tragen", erläutert Schuchardt.

Bildunterschrift (o.): Oxana Konrad, Krankenpflegerin in der LWL-Maßregelvollzugsklinik Schloss Haldem im Gespräch mit einem Patienten. Foto: © LWL/Hannig
 

Oxana Konrad (45) arbeitet seit 16 Jahren in der LWL-Maßregelvollzugsklinik Schloss Haldem. Ihr neu gewonnenes Fachwissen will sie nun stärker in die Alltagspraxis der forensischen Klinik einbringen – etwa die Motivationsgesprächsführung. Die gebürtige Kasachin, die in ihrer Heimat zunächst als Buchhalterin arbeitete, absolvierte von 1997 bis 2000 ihre Ausbildung zur Krankenschwester in einem psychiatrischen Krankenhaus in Osnabrück. Ihren beruflichen Weg anschließend in die Forensik habe sie nie bereut, im Gegenteil. "Ich erzähle das sogar mit viel Stolz, dass ich im Maßregelvollzug arbeite. Viele wissen ja gar nicht genau, was das überhaupt ist und haben nur die Vorstellung davon, dass es irgendwas ganz furchtbar Gefährliches ist. Das ist aber Unsinn", sagt die zweifache Mutter. Gemeinsam mit ihren Kollegen leiste sie jeden Tag einen wichtigen Auftrag für die Gesellschaft. "Das, was im Leben unserer Patienten auf anderer Seite versäumt wurde, versuchen wir hier wieder aufzufangen, besser zu machen. Es gelingt nicht immer. Aber ich persönlich freue mich über jeden Fortschritt eines Patienten, auch wenn er noch so klein ist – das ist meine Arbeit. Und ich mache sie gerne".
(Quelle: lwl)

 

Weitere Informationen:
www.lwl.org

 

Titelbild: Oxana Konrad, Krankenpflegerin in der forensischen Klinik des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), hat erfolgreich ihren Bachelor-Abschluss an der Fachhochschule der Diakonie in Bielefeld abgelegt. Foto: © LWL/Hannig