MVHS – zum Herbst/Winter 2016/17 Mut auch zu schwierigen Themen

 

 

Dr. Susanne May, Programmdirektorin der Münchner Volkshochschule, Prof. Klaus Meisel, Managementdirektor der MVHS, und Irmengard Matschunas, Leiterin des Fachgebiets „Psychologie und Lebenskunst, Lernen und Gedächtnis“, präsentierten im Rahmen des jüngsten Pressegesprächs die Programm-Highlights des neuen Herbst-/Winter-Halbjahres an der MVHS.
 

Bildunterschrift (o.): Dr. Susanne May im TV-Interview: „Ob Fremdsprachen, Deutsch, EDV, Berufliche Weiterbildung, Politik, Naturwissenschaften, Gesundheitsbildung, Literatur, Musik, Theater, Tanzen, Künstlerisches Gestalten, Seniorenbildung, MVHS im Museum, Fotografie, Junge Volkshochschule – die Münchner Volkshochschule ist die Bildungseinrichtung in Bayerns Metropole.“ Foto: Brigitte Karch

Das neue 864 Seiten starke Gesamtprogramm der MVHS brilliert mit rund 8.800 Bildungs- und Lernangeboten. Vor allem Weiterbildung steht hier im Fokus. „Das Programm umfasst nahezu alle Wissens- und Lernbereiche. Es bietet unterschiedlichste Zielgruppenprogramme sowie unterschiedlichste Qualifizierungsprojekte für Schule und Studium“, erläutert Dr. Susanne May und spezifiziert: „Wir bieten zum Beispiel auch Studienvorbereitungen für Berufstätigkeit, auch ohne Abitur so etwa Mathematik und Englisch.“

Als „Werkstatt der Demokratie“ bezeichnete die Programmdirektorin die Standortbestimmung der MVHS, die größte kommunale Weiterbildungseinrichtung Deutschlands. So wird etwa Münchens ehemaligen Oberbürgermeister Christian Ude den Politiker Gregor Gysi, bis Oktober 2015 Vorsitzender der Linksfraktion im Bundestag, über die Spaltung unserer Gesellschaft in arm und reich diskutieren. Das MVHS-Angebot umfasst aber auch Integrationskurse mit Alphabetisierung für Frauen und Jugendliche. Es gibt Sprachkurse für Ältere sowie Orientierungskurse, Sprachprüfungen und Prüfungstrainings.

 

Bildunterschrift (r.): Das Gesamtprogramm ist gedruckt erhältlich und ist online zu finden. Ab sofort lassen sich die Kurse buchen – online, persönlich, telefonisch oder schriftlich.

Die Sprachen bilden mit 34.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern pro Jahr den größten Programmbereich an der Münchner Volkshochschule. Die MVHS verbindet in vielen Kursen die Sprachvermittlung mit Kontakt zur Literatur und Kultur der Länder. Im Herbst 2016/17 gibt es einen Irisch-Kochkurs, der Kulinarisches mit dem Sprachenlernen verbindet. Neben Irisch-Gälisch bietet die MVHS auch in Isländisch (die Fußball-WM als Impulsgeber?) nach einer Pause wieder neue Einsteigerkurse an.

Die Münchner Volkshochschule erlebt eine nach wie vor steigende Nachfrage nach ihren Bildungsangeboten. Im letzten Veranstaltungsjahr 2015 verbuchte sie rund 238.000 Belegungen und 17.600 Veranstaltungen. Professor Klaus Meisel unterstreicht: „Die MVHS wächst mit ihren Aufgaben. Wir sind einerseits ein wichtiger und verlässlicher Partner der Landeshauptstadt bei der Integration von neuen Münchnerinnen und Münchnern. Wichtig für die Stadtgesellschaft sind andererseits auch alle Angebote der allgemeinen, berufsbezogenen, kulturellen und politischen Bildung.“

Nach dem neuen Haus der Schulabschlüsse und Jugendprojekte in der Orleansstraße 34, das im Sommer 2016 den Betrieb aufnahm, eröffnet im März 2017 das größte Unterrichtszentrum der MVHS in der Einsteinstraße 28. Mit mehr als 60 Unterrichtsräumen sowie Büros auf rund 9.000 Quadratmetern bietet es zusätzlichen Raum für mehr Bildung.

 

Bildunterschrift (l.): Irmengard Matschunas: „Wir beschäftigen uns nur ungern mit dem Thema 'Leben und Sterben'. Wir sollten uns jedoch damit auseinandersetzen!“ Foto: Brigitte Karch

Die Offene Akademie der MVHS beschäftigt sich in 33 Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Filmen mit Sterben und Tod. Irmengard Matschunas, die etliche Veranstaltungen moderieren wird, weist insbesondere auf die Veranstaltungsreihe „Mitten im Leben … Über Sterben und Tod“ hin. Viel zu häufig wird das Thema „Leben und Sterben“ verdrängt. Im Podiumsgespräch „Das gute Sterben – Zur Neuordnung des Lebensendes in der Moderne“ stellt sich der Augsburger Professor für Soziologie Werner Schneider nach seinem Vortrag über den radikalen Wandel des gesellschaftlichen Umgangs mit Sterben und Tod den Fragen der Zuhörer. Anschließend diskutiert er zusammen mit Florian Rauch, Geschäftsführer des Bestattungsunternehmen AETA, über Bestattungs- und Trauerkultur. 

Verena Kast, Psychologin und Psychotherapeutin erläutert in ihrem Vortrag „Trauern – ein psychischer Prozess“ das von ihr entwickelte Modell der vier Trauerphasen.

 

Bildunterschrift: Der Film „Liebe“, ein berührender Film über das 80-jährige kultiviertee Ehepaar, Georg und Anna. Anna erleidet einen Schlaganfall, der die Liebe der beiden Menschen in Frage stellt. Regie führt Michael Haneke.   Emammuelle Riva und Jean-Louis Trintignant sind die Hauptdarsteller. Foto: Plakat

 

Mit der Theateraufführung des Bestsellers von Eric Emmanlel „Oskar und die Dame in Rosa – Oder: Sterben ohne Angst“ bringt Anita Keller, ausgebildete Schauspielerin und jahrelang praktizierende Hospizhelferin, die ungewöhnliche Geschichte eines an Leukämie unheilbar erkrankten 10-jährigen Jungen auf die Bühne. Das anschließende Gespräch mit Prof. Dr. Claudia Bausewein, Direktorin der Klinik für Palliativmedizin am Klinikum der Universität München, bringt vertiefende Erkenntnisse, wie man Sterbende vielschichtig begleiten sollte.

„Wir kamen auf die Thematik 'Sterben' aus rein praktischen Konsequenzen wie etwa eine Patientenverfügung unangreifbar zu verfassen“, beantwortet Irmengard Matschunas die Frage „Wie die MVHS auf diese Angebotsthematik gekommen sei. Zudem sei man immer auf der Suche nach Themen, die schwierig sind. Und: Sterben ist längst keine individuelle mehr, sondern auch eine gesellschaftliche Thematik. Schließlich eigne sich der Spätherbst mit seinen verschiedenen Trauertagen für die Behandlung von Leben, Tod und Trauer.

 


Bildunterschrift:
Susanne Lößl, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: "Die Münchner Volkshochschule ist offen für alle. Junge, Alte, Einheimische, Zug’roaste sind gleichermaßen eingeladen, zu lernen, sich auszuprobieren, zu diskutieren und sich auszutauschen. In diesem Sinne: Bis bald!" Foto: Brigitte Karch

 

Weitere Informationen:
www.mvhs.de

 

Titelbild (r.): Dr. Susanne May, Programmdirektorin der Münchner Volkshochschule, sowie Irmengard Matschunas und Susanne Lößl (kleines Bild, u.l.). Foto: Brigitte Karch