Baden-Württemberg: Equal Pay Day 2016 mit dem Motto „Berufe mit Zukunft“

Unter dem Motto „Berufe mit Zukunft“ findet am Samstag (19. März 2016) der Equal Pay Day statt, der Aktionstag für Entgeltgleichheit. Mit dem Tag soll auf Verdienstunterschiede von Männern und Frauen aufmerksam gemacht werden.

Die Ursachen dieses Gender Pay Gap sind vielfältig; unter anderem tragen eine geschlechtsspezifische Berufs- und Studienwahl, Teilzeitbeschäftigung und Berufsunterbrechungen von Frauen dazu bei, die von gesellschaftlichen Rollenbildern und den bestehenden Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie geprägt sind.

Die MINT-Berufe (Berufe in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) gehören zu den Berufen mit Zukunft. Ihre Bedeutung steigt durch Digitalisierung und „Industrie 4.0“ weiter an. Frauen bieten sich in diesen Bereichen Karriere- und Zukunftschancen wie auch besonders gute Verdienstmöglichkeiten.

Um die Frauenerwerbstätigkeit in den zukunftsorientierten MINT-Berufen zu steigern, wurde in Baden-Württemberg 2010 die Landesinitiative „Frauen in MINT-Berufen“ ins Leben gerufen. Mit der Landesinitiative möchte die Landesregierung gezielt den weiblichen Nachwuchs im naturwissenschaftlich-technischen Bereich fördern. Die Maßnahmen reichen von einer vertieften Berufsorientierung in den Schulen über die Erhöhung des Anteils von Frauen in der gewerblich-technischen Ausbildung bis zum Aufbau eines landesweiten MINT-Netzwerks mit Unternehmen.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts beträgt der geschlechtsspezifische Entgeltunterschied aktuell bundesweit 22 Prozent, in Baden-Württemberg liegt er bei 26 Prozent. Dieser sogenannte unbereinigte Gender Pay Gap beschreibt den prozentualen Unterschied im durchschnittlichen Bruttoverdienst von abhängig beschäftigten Frauen und Männern. Er kann an den unterschiedlichen beruflichen Merkmalen wie etwa Beruf und Branche, Stellung im Beruf, Teilzeitbeschäftigung und prekäre Beschäftigungsformen, Erwerbspausen oder Betriebsgröße festgemacht werden.

Die meisten sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen arbeiten im Gesundheitswesen, im Einzelhandel und in der Öffentlichen Verwaltung. Nur 15 Prozent der erwerbstätigen Frauen sind in einem MINT-Beruf beschäftigt.

Weitere Informationen:
www.mint-frauen-bw.de

 

Titelbild: MINT-Berufe bieten Frauen besonders gute Verdienstmöglichkeiten. Mädchen, die vor der Berufswahl stehen, sollten sich daher rechtzeitig über MINT-Berufe informieren. Foto: www.mint-frauen-bw.de