Netzwerkerinnen-Treffen „Starke Frauen. Starke Wirtschaft“


Mit dem Veranstaltungsmotto „Starke Frauen. Starke Wirtschaft“ hatte man offensichtlich ein hochaktuelles Thema aufgegriffen. Ein Zukunftsthema, das zunehmend im Fokus unternehmenspolitischer Betrachtungen steht; denn „Deutschland kann es sich nicht mehr leisten, auf hoch qualifizierte, motivierte Frauen zu verzichten“ “ so die CSU-Landesvorsitzende Emilia Müller. Frauen seien EU-weit auf dem Vormarsch und erobern sich zunehmend mehr Führungspositionen und Chefsessel-Posten. Dieser Trend sei unaufhaltsam, obwohl es „bei uns noch keine echte Chancengleichheit gibt, und rund ein Viertel aller berufstätigen Frauen weniger Geld für die gleiche Arbeit als ihre männlichen Kollegen erhalten“, erklärte Frau Müller. Im Topmanagement der rund 200 stärksten deutschen Unternehmen sind Frauen mit einem Anteil von gerade mal rund 4% sogar eine „echte Rarität“.

Trotz Gleichstellungsgesetz, der Auslobung des Bayerischen Förderpreises staatlicherseits sowie flexibleren Arbeitszeitmodellen und Kinderbetreuungseinrichtungen unternehmensseitig, bleiben nach wie vor für Wirtschaft und Gesellschaft viele Aufgaben, um hier an einem gemeinsamen Umdenken zugunsten von Frauen mitzuwirken. Gleichwohl darf sich die öffentliche Diskussion nicht in ideologischen Streitigkeiten verlieren oder unterschiedliche Lebensentwürfe von Müttern (die, die zu Hause bleiben wollen und Müttern, die ihre Kinder in Kindertagesstätten geben) gegeneinander ausspielen.

Diese Gedankengänge zogen sich wie ein roter Faden durch die Podiumsdiskussion, die Barbara Dickmann, Redaktionsleiterin der ZDF-Sendung ML Mona Lisa, umsichtig moderierte. Nach dem Motto „Erfolg steckt an!“ sollten Frauen mehr Solidarität untereinander sowie gegenseitige Kontaktpflege einüben. Professionelles Netzwerken trägt mit dazu bei, Frauen mehr Selbstbewusstsein zu vermitteln und eine ausgewogene Balance zwischen Familie und Beruf leichter zu finden.

„Wenn ich erfolgreich sein will, muss ich mich durchsetzen – das muss der Frau klar sein“, empfahl Dorothee Belz, die bei Microsoft Deutschland die Führungsposition des Director Law & Corporate Affairs (Direktorin für Gesellschaftsrecht und Unternehmensangelegenheiten) innehat. Sie riet Frauen, sich beispielsweise vor Anstellungsgesprächen besonders gut vorzubereiten und klare Zielvorstellungen von vornherein mitzubringen“ wie etwa bei Gehaltsfragen.

Dass oftmals die Rahmenbestimmungen nicht stimmen “ nämlich Kinder zu bekommen, ohne nach der gesetzlichen Babypause in den bisherigen Beruf zurückkehren zu können “ darauf verwies Monika Rühl, bei der Deutschen Lufthansa AG als Leiterin Change Management und Diversity tätig. Bei der Fluggesellschaft mit ihren weltweit über 90.000 Mitarbeitern werde ganz dezidiert die Lebensplanung berücksichtigt. Hier gibt es neben der so genannten „Internen Rücksichtnahme“ zusätzlich maßgeschneiderte Kinderbetreuungsangebote.

Angesichts des eklatanten Fachkräftemangels müssten Unternehmen“ neben dem vorhandenen gut funktionierenden dualen Ausbildungssystem “ von sich aus die Ausbildungssituation für Frauen verbessern “ so die Meinung von Dr. Sabine Loritz, Geschäftsführerin der VVM Konzeption und Projektentwicklung.

Auf die von Barbara Dickmann gestellte Frage nach der Rolle der Frau in der Wirtschaft antwortete Carolin Held, Mitinhaberin der Bekleidungsfirma Frank Walder: „Die Frau spielt eine starke Rolle, aber die Mischung macht´s, also die soziale Kompetenz und die femininen Verhaltensweisen, die ´weichen Faktoren´ sind wichtig, aber in Verbindung mit den Stärken der Männer.“

Fazit der Veranstaltung: Frauen und Männer sind zwei verschiedene Kommunikationssysteme. Ihre Unterschiedlichkeiten müssen zu einem verständnisvollen, freien Miteinander zusammengeführt werden; denn der wirtschaftliche Erfolg eines Unternehmens entsteht besser und kommt nachhaltiger zum Ausdruck, wenn ein gemischtes Teams seiner Kreativität und Vielfalt der Lösungsansätze freien Raum geben kann.
bk