Maria S. Rerrich: „Die ganze Welt zu Hause“


Die Soziologin Maria S. Rerrich beschreibt in ihrem Buch „Die ganze Welt zu Hause“ Schicksale der „Cosmobilen Putzfrauen in privaten Haushalten“. Gleichwohl vermittelt sie Denkansätze wie das Berufsfeld "Hausarbeiten" generell den gebührenden Stellenwert in der Gesellschaft erhalten kann.

Es passiert vielen ausländischen Frauen: sie verlassen ihre Heimat, um in Deutschland Geld zu verdienen, Geld, das sie für ihren eigenen Unterhalt, vor allem aber auch für das Auskommen ihrer Familie in den jeweiligen Heimatländern brauchen. Oftmals handelt es sich dabei um gut ausgebildete Frauen, die bei uns allerdings nur mit Hausarbeit, Kinderversorgung oder Altenbetreuung Verdienstmöglichkeiten finden.

Zwar werden Haushaltstätigkeiten dringend nachgefragt, doch das Entgelt oder gar Anerkennung für Haushaltsarbeiterinnen finden bei uns gesellschaftspolitisch kaum nennenswerte Beachtung. Hinzu kommt, dass diese Frauen oftmals illegal in Deutschland arbeiten “ ein weiterer Aspekt, der zu Abhängigkeiten und neuen gesellschaftlichen Strukturen von Über- und Unterordnung führt.

Die Soziologin hat etliche „cosmobil“-arbeitende Frauen interviewt und zieht in ihrem Buch “ basierend auf vorgefundenen Lebensverläufen und in Deutschland vorhandenen aktuellen Rahmenbedingungen “ eigene Schlussfolgerungen. Frau Rerrich spricht Themen an wie etwa „Wer arbeitet als Putzfrau in Deutschland?“, „Warum machen sich Frauen ausgerechnet nach Deutschland auf?“ oder „In der Schattenwelt der Illegalität“. Gleichwohl wirft Maria S. Rerrich einen „Blick über Deutschland hinaus“ und beschreibt, wie „Hausarbeiterinnen unterwegs rund um den Globus“ tätig sind. Im Schlusskapitel stellt die Autorin die Forderung auf, dass es einen neuen gesellschaftspolitischen Entwurf dafür geben muss, wie die Sorge für die notwendigen Belange des täglichen Lebens als gemeinsame Aufgabe aller Mitglieder dieser Gesellschaft… gestaltet werden kann.“

Maria S. Rerrich, „Die ganze Welt zu Hause – Cosmobile Putzfrauen in privaten Haushalten“; 168 Seiten. Gebunden mit 2 Graphiken und 9 Abbildungen, 16,00 Euro, ISBN 978-3-936096-67-5
Erschienen by Hamburger Edition 2006.

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