women&work: Was macht Frau fit für den Aufsichtsrat?


In den letzten beiden Jahren stieg der Frauenanteil laut Frauen-in-den-Aufsichtsrat (FidAR) in Aufsichtsräten und Vorständen lediglich um 4,6 Prozentpunkte. Ende März 2013 zählte FidAR in den Aufsichtsräten einen Frauenanteil von 16,2 Prozent.

„Damit sich etwas ändert, müssen mehr Frauen in Führungspositionen eines Unternehmens aufrücken“, so Carola Eck-Philipp, die als Sparringspartner kompetente Frauen auf diesem Weg unterstützt. „Studien sprechen von mindestens 25 bis 30 Prozent Frauenanteil. Davon sind wir noch weit entfernt. Deshalb sollten sich kompetente, qualifizierte Frauen jetzt selbst auf den Weg nach oben machen. Anstatt auf die Quote zu warten, oder darauf, für einen Aufsichtsratsposten entdeckt zu werden, ist Eigeninitiative gefragt.“

Aus Sicht Carola Eck-Philipps führen fünf wichtige Schritte Frauen in den Aufsichtsrat:

Beziehungen nutzen
Leistung allein reicht nicht aus. Karriere entwickelt sich in Beziehungen. Frauen setzen eher auf fachliche Qualifikation, die natürlich die Voraussetzung für den beruflichen Erfolg ist. Dabei verkennen viele Frauen, dass für die anzustrebende Aufsichtsratsposition der Aufbau und die Nutzung der persönlichen Netzwerke entscheidend sind.

Linienpositionen anstreben
Die Übernahme operativer Verantwortung und das „Standing in Linienpositionen“ sowie Erfahrung in Gremienarbeit sind wichtige Voraussetzung für die AR-Kandidatinnen.

Individuelle Sichtbarkeit erhöhen
Frauen sollten eine individuelle Strategie entwickeln, um sowohl die eigene Person als auch die erreichte Leistung sichtbar zu machen. Geeignete Auftritte können interne Veranstaltungen, Vorträge und Präsentationen auf Konferenzen oder Podiumsdiskussionen sein.

Mentoring nutzen
Männliche Mentoren können hilfreiche Begleiter auf dem Weg nach oben sein. Cross-Mentoring, bei dem der Mentor oder die Mentorin aus einem externen Unternehmen kommt, ist für Top-Managerinnen besonders zu empfehlen.

Eigenen Aufstiegswillen artikulieren
Die Ambition, in einem Aufsichtsratsgremium mitzuarbeiten, sollten Frauen gezielt kommunizieren. Parallel dazu gilt es verstärkt, Vertrauen zu männlichen Entscheidern aufzubauen. Denn diese sitzen nach wie vor an den meisten Hebeln der Macht.

Über Carola Eck-Philipp:
Sie ist Volkswirtin, Wirtschaftspädagogin und ausgebildete Systemische Organisationsberaterin. Die Begleitung und strategische Beratung von Frauen auf dem Weg in den Aufsichtsrat ist ihr heutiger Beratungsschwerpunkt.
Auf der women&work am 8. Juni 2013 in Bonn hält sie einen Vortrag zum Thema „Wege in den Aufsichtsrat“ und steht für Einzelberatungen zur Verfügung.

Weitere Informationen:
www.wegeindenaufsichtsrat.de
www.womenandwork.de
(Der Link wurde am 22.04.2013 getestet.)

Bildtext: Carola Eck-Philipp: „Anstatt auf die Quote zu warten, oder darauf, für einen Aufsichtsratsposten entdeckt zu werden, ist Eigeninitiative gefragt.“