MINT: Mehr MINT-Studentinnen durch familienfreundliche Hochschulen


Wenn es darum geht, diese Wünsche umzusetzen, spielen familienfreundliche Hochschulen eine große Rolle. Acht von ihnen haben auf der Tagung "Bitte mit Familie – Hochschulen im Wandel" gezeigt, wie sich Familie, Studium und Beruf besser miteinander vereinbaren lassen.

Wer als Frau in den Naturwissenschaften etwas werden will, lässt sich am besten sterilisieren – dieser Satz kursierte in den siebziger Jahren unter den Studierenden von Christiane Nüsslein-Volhard, Deutschlands einziger Nobelpreisträgerin in Medizin. Dass noch vor wenigen Jahrzehnten solche Ansichten vorgeherrscht haben, daran erinnerte die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Kristina Schröder. Sie hielt die Eröffnungsrede auf der Tagung Bitte mit Familie Hochschulen im Wandel, die am 15. und 16. März in Berlin stattfand. Über 180 Vertreterinnen und Vertreter aus Hochschulen des ganzen Landes diskutierten über Wege, Studium und Familie vereinbar zu machen.

Heute ist es keine Ausnahme mehr, dass auch Professorinnen Kinder haben. Dennoch sind die Bedingungen dafür, Familie, Studium und Karriere unter einen Hut zu bekommen, noch nicht ideal. Acht Hochschulen – darunter mit der Beuth-Hochschule für Technik auch ein "Komm mach MINT!"-Partner – zeigten auf der Tagung, wie man es besser machen kann. Vor zwei Jahren waren sie beim Wettbewerb Familie in der Hochschule als besonders familienfreundlich ausgezeichnet und anschließend bei der Weiterentwicklung beispielhafter Praxis finanziell unterstützt worden.

Etwas mehr als hundert Jahre ist es her, dass Frauen zum Studium zugelassen wurden. Während ihre männlichen Kommilitonen sie damals noch belächelten, ist heute bereits mehr als die Hälfte der Studierenden weiblich. Daran erinnerte die Bundesministerin Kristina Schröder, die jedoch gleich eine schlechte Nachricht hinzufügte: Dieser hohe Frauenanteil nimmt mit jeder weiteren akademischen Karrierestufe ab. Nur 15 Prozent der Professoren sind weiblich, einen eigenen Lehrstuhl haben sogar nur 11 Prozent. Irgendwann stoßen Frauen auf Grenzen, so Kristina Schröder, zumal die Kindererziehung noch immer vor allem an der Mutter hängt.

Familienfreundliche Hochschulen sind auch ein Instrument, um dem demographischen Wandel vorzubeugen. Eigentlich ist das Studium ein guter Zeitpunkt, um Kinder zu bekommen, weil man relativ flexibel ist, so Bundesministerin Schröder. Außerdem werde die Rush Hour des Lebens entzerrt, also das Alter zwischen 30 und 40 Jahren, in dem viele Menschen sich nicht nur beruflich etablieren, sondern auch eine feste Partnerschaft aufbauen und eine Familie gründen.

Weitere Informationen:
www.komm-mach-mint.de

(Der Link wurde am 29.03.2010 getestet.)